Handball-Kreispokal: Titelverteidiger Loxten und Verl schon in den Gruppenspielen gefordert Vorfreude auf Hölmers Comeback

Halle/Versmold  (WB). Topfavorit Sportfreunde Loxten: Dass der Weg zum Handball-Kreispokal der Männer nur über den Titelverteidiger führen wird, gilt auch für das Turnier zum Jahresbeginn 2018. Auf den Oberligisten lauern dieses Wochenende aber schon in der Viertelfinalgruppe am Samstag zwei potenzielle Stolpersteine.

Von Gunnar Feicht
In Abwehr und Angriff wichtig: Sebastian Hölmer, vor Jahresfrist bester Spieler und Torjäger des Kreispokalturniers, kehrt nach zehnmonatiger Verletzungspause zurück.
In Abwehr und Angriff wichtig: Sebastian Hölmer, vor Jahresfrist bester Spieler und Torjäger des Kreispokalturniers, kehrt nach zehnmonatiger Verletzungspause zurück. Foto: Sören Voss

Das uneingeschränkte Losverfahren (ohne »Setzen« klassenhöherer Teams) hat den Verbandsligisten Spvg. Steinhagen mit in die Loxtener Gruppe befördert. Auch der Landesliga-Zweite TG Hörste ist gegen die ehemaligen Teamkollegen im Loxtener Dress (Max Schäper, Malte Weigel) sowie SFL-Trainer Thomas Lay zusätzlich motiviert. Die Knallergruppe des Viertelfinales wird somit in Versmold ausgespielt – dort, wo sich tags darauf auch die Vorrunden-Ersten zur Endrunde treffen.

Bedauerlich: Der TV Isselhorst, verlustpunktfreier Landesliga-Primus und aktuell eine der stärksten Mannschaften im Handballkreis, fehlt im Turnier. Trainer Dirk Elschner bleibt seiner bereits als Loxtener Coach verfolgten Linie treu: Er meidet das Pokal-Spektakel – und damit auch das mögliche Aufeinandertreffen mit seinem langjährigen Klub SFL.

Im Feld der 16 Frauenmannschaften ergibt sich eine ähnliche Konstellation wie bei den Männern: Titelverteidiger TV Verl, der einzige Oberligist im Feld, trifft schon Samstag in Brockhagen in den Spielen seiner Viertelfinalgruppe auf die aussichtsreichsten Herausforderer: die beiden Verbandsligisten Spvg. Steinhagen und TuS Brockhagen.

Das Männerturnier

Die Sportfreunde Loxten , die in Versmold Ausrichter sind, freuen sich auf ein ersehntes Comeback: Rückraum-Routinier Sebastian Hölmer wird nach Kreuzbandriss im März erste Spielpraxis sammeln. Allerdings muss der Oberligist etliche Ausfälle verkraften: Neben beiden Rechtsaußen (N. Patzelt, Harnacke) fehlen vier Rückraumspieler (Kalms, Steinkühler, Blankert, Stockmann) verletzt oder erkrankt. Christian Bauer und Dany Sandkühler aus der Zweiten helfen aus. Trainer Thomas Lay: »Steinhagen und Hörste sind starke Gegner, Spielbetrieb unter Wettkampfbedingungen ist wichtig. Und vor eigenem Publikum wollen wir natürlich die Endrunde erreichen.«

Auch die Mitbewerber um den Endrundenplatz sind personell geschwächt. Spvg. Steinhagens Coach muss auf vier Rückraumspieler (Lewanzik, Karnath, Lindemann, R. Kasper) und den an der Hand verletzten Kreisläufer Kevin Kasper verzichten. Torben Gottsleben sieht die Spiele aber als wertvolle Standortbestimmung: »Wir kommen gegen gute Gegner wieder in den Wettkampfmodus und können uns danach eine Woche gezielt auf das wichtige Spiel gegen Nettelstedt II vorbereiten.«

Landesligist TG Hörste will sich »in erster Linie sportlich gut präsentieren«. Die Liste der Ausfälle schränkt die Erwartungen auf einen Überraschungscoup ein. Neben den Langzeitverletzten Arne Grabowski und Marco Stutzki werden Torjäger Silvan Tarner (Knieprobleme) und Timon Lepper geschont. Jasper Steinlechner kehrt wohl erst zum zweiten Spiel aus dem Urlaub zurück. Frank Panofen und Marco Stutzki vertreten Urlauber Christian Blankert auf der Bank. Kreisligist TuS Borgholzhausen will sich möglichst achtbar aus der Affäre ziehen.

In den anderen Gruppen haben weitere Altkreis-Teams gute Chancen aufs Halbfinale. Landesligist TuS Brockhagen will sich in eigener Halle die Bezirksligisten HSG Rietberg-Mastholte und SG Neuenkirchen-Varensell sowie Union Halle (Kreisliga) vom Leib halten. In Herzebrock könnten Landesligist Spvg. Hesselteich und der Bezirksliga-Dritte TV Werther den ersten Rang unter sich ausmachen, wenn sie die Kreisligisten Herzebrocker SV und FC Greffen im Griff haben. Kreisligist Spvg. Versmold muss es in Harsewinkel gleich mit zwei Verbandsligisten aufnehmen: Gastgeber TSG und TV Verl. Viertes Team ist Landesliga-Schlusslicht HSG Gütersloh.

Das Frauenturnier

Auf der Besetzungsliste der Viertelfinal-Gruppe 2 stehen am Samstag drei der vier Halbfinalisten des Vorjahres: Ausrichter TuS Brockhagen , Titelverteidiger TV Verl und die Spvg. Steinhagen , die das Finale 2017 mit 10:16 verlor. Bezirksligist Spvg. Hesselteich dürfte allenfalls Zünglein an der Waage spielen. »Diese Gruppe wäre eigentlich eine würdige Besetzung für die Endrunde. Aber wir haben ausdrücklich das Ziel, auch Sonntag noch dabei zu sein«, sagt Steinhagens Trainer Olaf Grintz. Nach der langen Dezember-Pause hat sein Team bereits zwischen Weihnachten und Neujahr trainiert und verzeichnet weder verletzungs- noch urlaubsbedingte Ausfälle.

Spvg.-Lokalrivale Brockhagen ist seit Dienstag wieder im Training und will in eigener Halle alles geben: »Gegen so starke Gegner haben wir keinen Druck und werden mit dem Heimvorteil versuchen, Verl und Steinhagen zu ärgern. Auf jeden Fall eine gute Einstimmung auf die Punktspiele«, sagt TuS-Trainer Yannick Hansel. Er warnt vor überzogenen Erwartungen: Pia Hahn (Fieber) und Jana Pohlmann (privat verhindert) fehlen definitiv, Linda Kochanek kann aus privaten Gründen nur gegen Verl dabei sein. Der Einsatz von Sarah Wernecke und Lotta Hoffmann (erkältet) ist fraglich.

Mit seinem derzeit schmalen Kader ist Favorit TV Verl (bisher 12:10 Oberliga-Punkte) voraussichtlich durchaus angreifbar. TV-Coach Falk von Hollen konnte zuletzt vor allem auf starke Leistungen der Ex-Hallerinnen Mareen Stüker und Josy Löbig bauen, auch Pia Laker (zuvor Steinhagen) spielte einen guten Part.

Die anderen drei Gruppen:

In Versmold werden es Bezirksligist TG Hörste und Kreisligist SF Loxten schwer haben, Landesliga-Spitzenreiter HSG Rietberg-Mastholte (16:2 Meisterschaftspunkte) den ersten Platz streitig zu machen. Spannung verspricht die Gruppe 3 in Harsewinkel: Gastgeber TSG ist mit 6:10 Punkten derzeit Achter der Landesliga-Staffel 3, TuS Borgholzhausen kommt als Spitzenreiter der Landesliga-Staffel 1. Sollte Bezirksliga-Primus Spvg. Versmold annähernd in Bestbesetzung aufkreuzen, dann ist auch die Crew von Trainer Lutz Janböke ein Endrunden-Anwärter.

Vier Underdogs versammeln sich in Herzebrock: Dort hat Kreisliga-Spitzenreiter HSG Bockhorst/D. reelle Chancen, sich gegen Wiedenbrücker TV (Bezirksliga-Vorletzter), Kreisligist Herzebrocker SV und HSG Gütersloh (Erster der Kreisklasse) durchzusetzen.

Die Viertelfinal-Gruppen

Männer (alle Spiele Samstag, 14 bis 19.30 Uhr)

Gruppe 1 in Versmold: SF Loxten, TG Hörste, Spvg. Steinhagen, TuS Borgholzhausen

Gruppe 2 in Brockhagen: TuS Brockhagen, SG Neuenkirchen-Varensell, Union 92 Halle, HSG Rietberg-Mastholte

Gruppe 3 in Harsewinkel: TSG Harsewinkel, Spvg. Versmold, TV Verl, HSG Gütersloh

Gruppe 4 in Herzebrock: Herzenbrocker SV, TV Werther, FC Greffen, Spvg. Hesselteich

Frauen (alle Spiele Samstag, 13.30 bis 19 Uhr)

Gruppe 1 in Versmold: SF Loxten, HSG Rietberg-Mastholte, TG Hörste, SG Neuenkirchen-Varensell

Gruppe 2 in Brockhagen: TuS Brockhagen, TV Verl, Spvg. Steinhagen, Spvg. Hesselteich

Gruppe 3 in Harsewinkel: TSG Harsewinkel, Spvg. Versmold, TuS Borgholzhausen, SC Lippstadt

Gruppe 4 in Herzebrock: Herzenbrocker SV, HSG Bockhorst/Dissen, HSG Gütersloh, Wiedenbrücker TV

Endrunde am Sonntag in Versmold (Sparkassen-Arena)

Halbfinale: Männer/Frauen im Wechsel So. 13.30 bis 16 Uhr; Spiele um Platz drei: Frauen 16.10 Uhr, Männer 16.50 Uhr; Endspiele: Frauen 17.30 Uhr, Männer 18.30 Uhr

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