»Vater« des Oesterweger Feuerwehrlaufs: Werner Kampwerth Sportpersönlichkeit des Jahres Mit Zähigkeit und Stehvermögen

Versmold-Oesterweg  (WB). An seinen ersten Hermannslauf hat er heute noch schmerzhafte Erinnerungen: »Ich hatte überhaupt nicht im Berg trainiert und nach vier Kilometern wollte ich schon aufhören, so brannten mir die Oberschenkel.« Aber natürlich hat er im April 1989 durchgehalten. Denn Stehvermögen und Zähigkeit gehören zu seinen herausragenden Charaktereigenschaften: Werner Kampwerth wird am 26. Januar als Sportpersönlichkeit des Jahres im Altkreis ausgezeichnet.

Von Gunnar Feicht
Nachdem er die Organisationsleitung beim Oesterweger Feuerwehrlauf in jüngere Hände gelegt hat, erhält Werner Kampwerth auch selbst Gelegenheit, bei »seinem« Lauf zu starten. Hier ist er im Juni 2016 auf der Strecke unterwegs.
Nachdem er die Organisationsleitung beim Oesterweger Feuerwehrlauf in jüngere Hände gelegt hat, erhält Werner Kampwerth auch selbst Gelegenheit, bei »seinem« Lauf zu starten. Hier ist er im Juni 2016 auf der Strecke unterwegs. Foto: Gunnar Feicht

Bei der Altkreis-Sportlerehrung im Landhotel Jäckel wird der 71-jährige Oesterweger verdienten Applaus für seine Lebensleistung im Ehrenamt ernten. Die ist in der Tat außergewöhnlich. Denn dass der Oesterweger Feuerwehrlauf seit der Premiere 1988 (damals mit bescheidenen 125 Teilnehmern) eine beeindruckende Erfolgsgeschichte schreibt, ist in erster Linie Werner Kampwerth und seiner ebenso sportbegeisterten Ehefrau Marianne zu verdanken.

Neben der 10-km-Distanz spielt in Oesterweg seit eh und je der 6-km-Mannschaftslauf eine Hauptrolle. Und auch hinter den Kulissen ist Teamgeist ein Geheimnis des Erfolges: »Rund 80 Helfer werden Jahr für Jahr benötigt. Dank des Zusammenhalts im Löschzug hatten wir nie Probleme, alle Positionen zu besetzen.« Werner Kampwerth freut sich, dass die Oesterweger Brandbekämpfer bis heute Feuer und Flamme fürs Laufen sind: Alterskameraden, Frauen und Freundinnen, die Jugendfeuerwehr – alle helfen bereitwillig mit. Und als Werner Kampwerth die Organisationsleitung 2016 in die Hände eines jüngeren Teams um Gerd Vahrenhorst legte, konnte er sich darauf verlassen, dass es in seinem Sinne weitergeht. In Helfer- und Beraterfunktion ist das Ehepaar natürlich weiterhin dabei.

»Wir kommen immer wieder gerne nach Oesterweg: die familiäre Atmosphäre, hinterher ein paar nette Gespräche bei Bier und Bratwurst.« Solche Rückmeldungen sind für Werner und Marianne Kampwerth die beste Bestätigung, dass sich ihre Arbeit lohnt. Dabei steht der Oesterweger Laufabend im Juni für die gelungene Verbindung von Laufsport-Tradition und neuen Ideen. »Wir haben der Unterstützung von Friedhelm Boschulte und bis heute vom LC Solbad Ravensberg viel zu verdanken«, betont Werner Kampwerth.

Seit 1989 ist er selbst Mitglied in dem Leichtathletik-Verein, der als sportlicher Ausrichter auftritt und damit die Anerkennung von 10-km-Bestzeiten auf der flachen, schnellen Oesterweger Strecke erst möglich macht. Auch bei der Integration von neuen Trends wie Kinderläufen und Skaterrennen haben die Solbader geholfen, sodass die Teilnehmerzahl mit der Integration in die Nightcup-Serie sogar bis zur Rekordzahl von 998 Finishern im Jahr 2004 anstieg. Als damals bei der Zeitnahme mit dem alten Chrono-Mix-Gerät den Helfern der Schweiß auf der Stirn stand, wurde Werner Kampwerth zum Trendsetter: Als erster Lauf im Altkreis nutzte Oesterweg fortan das vollelektronische System von Timeteam Jung, das heute Standard ist.

Im Stillen akribisch arbeiten, bis es passt – das ist Werner Kampwerths Motto. Große Worte und weitschweifende Reden braucht er nicht. Auch als Läufer hat er stets Stehvermögen bewiesen: Mehr als 50 Marathon- und Ultraläufe, unter ihnen 21 Mal die »Georgsmarienhütter Null« (50 km). »Eines der schönsten Erlebnisse war der Böhmweglauf über extrem bergige 58 Kilometer. Landschaftlich einmalig – und ich war tatsächlich vor meinen Laufkollegen Günther Wierum und Richard Schürmann im Ziel«, sagt Kampwerth schmunzelnd. Mit den alten Solbad-Haudegen geht er jedes Jahr auf (Rad-) Tour – im Sommer strampelten sie in sieben Tagen von Verl nach Berlin. Für Werner Kampwerth kein Problem: »Ich mache möglichst jeden Weg mit dem Rad und komme im Jahr auf 10.000 Kilometer.« Ein echter Dauerbrenner eben.

Zur Person

Werner Kampwerth, geboren am 8. August 1946, ist in Oesterweg aufgewachsen und hat bis 2010 als Landwirt den eigenen Hof an der Vorbruchstraße bewirtschaftet. Im Vereinssport war er ab 1963 beim SC Peckeloh als Fußballer aktiv, stand als Verteidiger in der ersten Mannschaft (Kreisliga A) seinen Mann, bis ihn nach einem Bänderriss der Bewegungsdrang 1983 zum Laufen brachte.

Seit 1973 Mitglied im Löschzug Oesterweg, brachte Kampwerth 1988 mit Ehefrau Marianne und seinen Feuerwehrkameraden den Feuerwehrlauf auf seinen Erfolgsweg und hat ihn bis 2015 mit 80 Helfern federführend organisiert. Als Mitglied im LC (früher TuS) Solbad Ravensberg lief Kampwerth selbst rund 30 Marathons und 20 noch längere »Ultras«, packte im Organisationsteam bei zahllosen Veranstaltungen mit an und engagiert sich seit Jahren im Festausschuss. Das sportliche Ehepaar Kampwerth hat drei Kinder und drei Enkelkinder.

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