Kart-Ass Henkefend testet erstmals richtiges Rennfahrzeug – erster Start in Belgien Louis fährt 230 – ohne Führerschein

Versmold (WB). Ein ganz besonderer Tag für den Versmolder Louis Henkefend (16): Erstmals in seiner Motorsportkarriere durfte der Nachwuchsfahrer, der im Kartsport viele Erfolge gefeiert hat, ein richtiges Rennfahrzeug testen.

Louis Henkefend hat erstmals ein richtiges Rennfahrzeug getestet. Dabei besitzt der Versmolder noch gar keinen Führerschein.
Louis Henkefend hat erstmals ein richtiges Rennfahrzeug getestet. Dabei besitzt der Versmolder noch gar keinen Führerschein.

Teamchef und Rennstallbesitzer Jean-Louis Capiluk hatte zu dem Test auf dem Flughafen Trier-Föhren geladen. Henkefend saß im Mitjet 2L – ein Rennfahrzeug mit einem 2 Liter Renault-Motor und 225 PS bei einem Fahrzeuggewicht von nur 720 kg.

Jean-Louis Capiluk erklärte die Mitjet-Rennserie. Diese kommt aus Frankreich und wird mittlerweile auch in Amerika, Russland, Italien und Dänemark sehr erfolgreich betrieben. Das Konzept ist einfach, es werden einheitliche und verplombte 2 Liter Motoren von Renault und ein Gitterrohrrahmenchassis verwendet. Darüber kommt eine Kunststoffkarosserie. Es gibt kein ABS, keine Servolenkung und keinen Bremskraftverstärker. Capiluk: »Als ich das Auto sah, war ich sofort begeistert, ein tolles und einfaches Konzept. Der Fahrer muss zeigen, was er kann und nicht das Material entscheidet.« Nach einer Einführung durch seinen Teamchef wurden die Plätze getauscht und Louis durfte ans Steuer. Nach 15 Minuten folgten der erste Stop und eine Besprechung.

Jean-Louis Capiluk: »Ich kenne Louis schon seit mehreren Jahren aus dem Kartsport und bin von seinem Talent und Potenzial beeindruckt. Er hat bei diesem ersten Test meine Erwartungen voll erfüllt und kam mit dem Auto sehr gut zurecht. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

Für Louis Henkefend war es ein ganz besonderer Tag: »Ich habe mich auf diesen Test sorgfältig vorbereitet, habe viele Stunden im Simulator verbracht, um das richtige Schalten fehlerfrei zu lernen. Außerdem habe mir sämtliche Aufnahmen, die es über die Mitjet-Rennserie gibt, angesehen. Wir erreichen hier auf langen Geraden eine Geschwindigkeit von rund 230 km/h, da sollte man den Anbremspunkt nicht verpassen.« Dabei hat Gymnasiast Henkefend noch keinen Führerschein. Er hat sich erst kürzlich für den Theorie-Unterricht angemeldet und hatte bisher noch keine einzige Fahrstunde: »Ich bezweifle, dass das Fahrschulauto so viel Spaß bringt wie dieses hier.«

Der nächste Test ist am 12. Februar auf der Rennstrecke im belgischen Zolder geplant. Weiter geht es dann im März auf dem Hockenheimring. Das erste Rennen findet vom 2. bis 4. April in Spa-Francorchamps in Belgien statt.

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