Oberliga: Loxten gewinnt 28:23 – Steinkühlers Mittelhandknochen bricht Verletzung trübt die Freude

Versmold-Loxten  (WB). Es wurde gewitzelt und gelacht – auf der Loxtener Bank herrschte Minuten vor dem Abpfiff in der Oberliga ausgelassene Stimmung. Nach dem 28:23 (12:11)-Sieg gegen OSC Dortmund hat es bei den SFL-Handballern aber nicht nur entspannte Gesichter gegeben.

Von Sören Voss
Sofort voll da: Paul Blankert hat seine Startaufstellung gerechtfertigt und Loxten beim 28:23 mit sechs Toren geholfen.
Sofort voll da: Paul Blankert hat seine Startaufstellung gerechtfertigt und Loxten beim 28:23 mit sechs Toren geholfen. Foto: Sören Voss

Heiner Steinkühler war kurz vor der Halbzeit in der Abwehr mit einem Finger der linken Hand im Trikot seines Gegenspielers hängen geblieben und hatte nicht mehr mitwirken können. Als er nach Spielende mit einem Kühlbeutel von der Tribüne kam, verzogen sich die Mienen seiner Teamkollegen schnell. Auf dem Handballen hatte sich eine dicke Schwellung gebildet – »Mittelhandbruch«, lautete die Diagnose von Teamarzt Dr. Rüdiger Mai, die sich später im Krankenhaus bestätigte. Weil sich der Knochen verdreht hat, muss in einigen Tagen sogar operiert werden. »Wieder eine kuriose Verletzung. Ich kann das eigentlich nur noch mit Galgenhumor nehmen«, sagte Steinkühler, der schon mit Blessuren am Ohr oder am Hals zu kämpfen und sich nach einem Sehnenriss unter dem Fuß im Herbst eben erst zurückgemeldet hatte.

Das Heimspiel gegen Dortmund lieferte allerdings einen Beweis dafür, dass der Loxtener Kader in dieser Saison breit genug aufgestellt ist, um Ausfälle zu kompensieren. Für den erkrankten Christian Kalms rückte Paul Blankert, der wieder das komplette Trainingspensum absolviert hatte, in die Startformation. Und Blankert machte seine Sache im linken Rückraum gut, richtig gut. Gegen die offensive OSC-Abwehr scheute der 20-Jährige keinen Zweikampf und belohnte sich mit sechs Toren. Außerdem ergaben sich in der Dortmunder 3-2-1-Deckung Räume, die Nils Patzelt als Einläufer von außen mit nahezu perfekter Quote vor der Pause zu fünf Treffern nutzte.

Wie schon gegen Mennighüffen, als Loxten eine 27:22-Führung verspielte, drohte gegen den Vorletzten eine Viertelstunde vor Schluss Spannung. Dortmund konnte sich bis zu dessen etwas überraschender Auswechslung auf einen starken Torwart Lukas Brüske verlassen und erspielte sich viele Torchancen. Mangelnde Abschlussqualität beantwortete dann aber die Frage, weshalb der Aufsteiger keines seiner bisher sieben Auswärtsspiele gewonnen hat. Weil Jan-Niclas Bonkowski von linksaußen beim Stand von 18:17 den Pfosten traf (46.) und auf der Gegenseite Jan Patzelt (2) gemeinsam mit Timo Menger binnen zwei Minuten einen Dreierpack schnürte, stand statt einem möglichen 18:18 ein 21:17 auf der Anzeigetafel. Die Partie war entschieden.

»Ich kann jede Woche dieselbe Kassette einlegen. Wir haben viele Spiele so verloren, Loxten war einfach cleverer«, stöhnte Dortmunds Coach Thorsten Stoschek. Loxtens Thomas Lay hatte die Abwehrarbeit als Garanten für den Sieg ausgemacht: »Hinten haben wir uns die Sicherheit geholt und konnten das Spiel so besser kontrollieren.«

Daten & Fakten

SF Loxten: Possehl (bis 51,), Peters (ab 51.); Selmanovic (2/1), Stinhans, Menger (5), Blankert (6), Hölmer (1), Stöhner, Har­ting (1), J. Patzelt (4), Harnacke (1), Weigel, N. Patzelt (7), Steinkühler (1).

OSC Dortmund: Brüske (bis 39., ab 51.), Zielony (39.-51.); Bonkowski (1), Kreft (5), Lepine (1/1), Hoffmann, Schürmann, Maystrenko (2), Bekston (1), Goracy (9), Polinski, Wulf (1), Lichte (3).

Stationen: 2:2, 4:4 (9.), 7:4, 9:8, 12:11 (HZ), 16:13, 18:17, 21:17 (50.), 24:19, 27:21, 28:23.

Zeitstrafen: 4:4. Zuschauer: 350.

So geht es weiter: Sa., 28. Januar, 19 Uhr SG Menden Sauerland Wölfe (A).

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