»Mr. Hesselteich« Herbert Sieker wird 70 Fiebernder Fan – kühler Rechner

Versmold-Hesselteich (WB/guf). Auf den Knien jubelnd, Freudentränen in den Aufgen, die Arme vor der feiernden Mannschaft emporgereckt. Aber auch der kühle Rechner, der mit spitzem Bleistift zur Sparsamkeit mahnt.

Kreisliga-Aufstieg 2004: Herbert Sieker feiert ausgelassen mit »seinen Hesselteicher Jungs«.
Kreisliga-Aufstieg 2004: Herbert Sieker feiert ausgelassen mit »seinen Hesselteicher Jungs«. Foto: Phillip Gätz

Zwei Bilder, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zueinander passen und dennoch ein- und dieselbe Person kennzeichnen. Herbert Sieker in Aktion: Der Mann, der am 20. Januar 70 Jahre jung geworden ist, hat »seiner« Spvg. Hesselteich in unendlich vielen Funktionen auf den Erfolgsweg geholfen.

Dass die Männer- und die Frauenmannschaft an die Tür zur Landesliga klopfen, dass der Verein im Sommer das größte Handball-Freiluftturnier im Kreisgebiet ausrichtet, dass die Spielvereinigung mit ihrem Konzept »HSV Zukunft 2020« Maßstäbe setzt – daran hat »Mr. Hesselteich« großen Anteil.

»Nicht mehr ausgeben als einnehmen«

Auf einem Bauernhof unweit vom Sportplatz an der Casumer Straße ist er groß geworden, gehörte 1958 bereits zu den Gründungsmitgliedern der Spvg.. Als Spieler war er am Aufstieg in die 1. Kreisklasse (Feld/1971) und in die Kreisliga (Halle/1980) beteiligt, brachte nebenbei seinen langjährigen Weggefährten, Hesselteichs später gefürchteten Torjäger Rolf Uthmann, zum Handballsport und engagierte sich frühzeitig ehrenamtlich – in verschiedenen Ämtern.

Viele Jahre agierte er zeitgleich als Geschäftsführer und Handball-Obmann. In all’ den Jahren überwachte er mit Argusaugen den Kassenbestand: »Ihr kennt meine Devise: Wir dürfen nicht mehr ausgeben als einnehmen«, lautete sein ehernes Gesetz.

Dass der Verein es befolgte, schuf gemeinsam mit dem Ausbau der Jugendabteilung in den 90er-Jahren die Grundlage für spätere Erfolge. Damen- und Herren-Team kletterten sogar bis in die Landesliga. Was dies für den kleinen Dorfverein bedeutet, verdeutlicht Siekers vor Jahren geäußertes Credo: »Die Kreisliga ist für Hesselteich die Bundesliga – und die Bezirksliga die Champions League.«

»Hussa, Hesselteich!«

Der Familienvater, vor seinem Ruhestand viele Jahre leitender Angestellter bei der Kreis-Wohnstättengenossenschaft in Halle, hat einen Großteil seiner Freizeit in den Verein investiert, hat angepackt und organisiert. Aber er hat vor allem auch mitgefiebert, weil er nicht nur engagiertestes Mitglied, sondern auch treuster Fan des »kleinen HSV« ist. Als er noch als Betreuer mit auf der Bank saß, stimmte er nach Siegen und Erfolgen mit lautstarker Stimme ein »Hussa, Hesselteich!« an.

Bei den Heimspielen sitzt er an der Kasse, freut sich diese Saison nicht nur über viele Siege, sondern hat mit strahlender Miene auch eine Rekordeinnahme verbucht: 400 Zuschauer beim Derby im vergangenen November gegen Spvg. Versmold. »Hussa, Hesselteich« – so kann es weitergehen für Herbert Sieker. Die Sportredaktion schließt sich den vielen Gratulanten zum »70.« gerne an.

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