Handball-Oberliga: Loxten und Mennighüffen trennen sich 30:30 Dramatische Schlussphase

Versmold (WB). Wer 27:22 zwölf Minuten oder 30:29 zehn Sekunden vor Schluss führt, der müsste sich über einen 30:30 (19:16)-Endstand eigentlich maßlos ärgern. Bei SF Loxtens Oberliga-Handballern hielt sich die Enttäuschung nach der Punkteteilung gegen VfL Mennighüffen aber in Grenzen – denn es wäre beinahe noch schlimmer gekommen.

Von Sören Voss
Mit seiner stärksten Leistung seit langem hat Heiner Steinkühler der spannenden Partie den Stempel aufgedrückt.
Mit seiner stärksten Leistung seit langem hat Heiner Steinkühler der spannenden Partie den Stempel aufgedrückt. Foto: Sören Voss

Als Christian Kalms das Leder mit einem seiner unnachahmlichen Schlagwürfe zum 27:22 in die Maschen hämmerte, schien im OWL-Duell die Frage des Siegers beantwortet (48.). SFL hatte nach dem 14:14 (24.) stets vorne gelegen und es dank konzentrierterer Abwehrarbeit geschafft, den Vorsprung auf fünf Tore auszubauen. Danach ging es schnell. Zu schnell für den Geschmack der Frösche-Fans unter den 350 Zuschauern. Die hastigen Loxtener Versuche, eine Vorentscheidung zu erzwingen, schlugen fehl. Stattdessen war Mennighüffen mit vier Treffern innerhalb von drei Minuten wieder auf 26:27 dran (52.).

Die Gäste zeigten, dass man sie eben nicht nur auf ihren Torjäger Arne Kröger reduzieren darf. Der beste Schütze der Liga blieb mit fünf Treffern unter seinem Schnitt von 7,8 pro Spiel. Trotzdem fehlte es den Mennighüffenern nicht an Durchschlagskraft, denn sie agierten variabel und kamen in der entscheidenden Phase auch dank einer offensive 3-3-Deckung zu einigen Ballgewinnen.

Obwohl SFL-Trainer Thomas Lay, abgesehen von Abwehrspezialist Malte Weigel, praktisch nicht wechselte, meldete sich Loxten mit dem 30:28 (57.) zurück, Mennighüffen verkürzte jedoch auf 30:29.

Wie schon zuvor bei der frühen Roten Karte (mit Bericht) gegen Mennighüffens Uli Neumann, der Hölmer die Nase blutig geschlagen hatte (3.), lag das über 60 Minuten oft kritisierte Schiedsrichtergespann Tobias Kocinski/Christoph Bendel aber kurz vor dem Ende mit seiner Roten Karte gegen Sebastian Hölmer erneut richtig.

Hölmer pflückte Gegenspieler Arne Kämper zehn Sekunden vor Schluss in etwa zwölf Metern Torentfernung aus der Luft. Neben Rot gab es zudem einen Siebenmeter, wie es das Regelwerk für Feldverweise in der Schlussphase vorsieht.

Marco Büschenfeld traf vom Punkt zum 30:30, womit das Spiel aber noch nicht beendet war. Denn jener Büschenfeld klaute dem bis dahin sehr starken Heiner Steinkühler direkt nach dem Mitte-Anwurf den Ball und lief bei drei verbleibenden Sekunden alleine bei aufs Loxtener Tor zu. In seinen Wurf hinein fiel allerdings der Schlusspfiff, wobei der gute Hendrik Peters mit seiner anschließenden Parade jeden Zweifel am 30:30-Endstand ausräumte.

»Der ruppige Start des Gegners und die Rote Karte waren eigentlich ein Zeichen dafür, dass wir es nicht schlecht gemacht haben. Am Ende hätten wir aber statt den schnellen Abschlüssen die Breite viel besser ausnutzen müssen«, sagte SFL-Coach Thomas Lay, der sich mit einer klaren Einordnung der Punkteteilung aber schwer tat: »Ich weiß noch gar nicht, wie ich das zu fassen habe.« Und damit war er nicht der einzige.

Daten & Fakten

SF Loxten: Peters/Possehl; Selmanovic (n.e.), Stinhans (n.e.), Menger (2), Blankert (n.e.), Hölmer (4), Kalms (8/3), Harting, J. Patzelt (2), Harnacke (n.e.), Weigel, N. Patzelt (6), Steinkühler (8).

VfL Mennighüffen: Specht (bis 12., ab 31.), Habbe (12.-30.); Stöckmann (1), David (1), Kämper (5), Kröger (5), Neumann, M. Köster (1), Halstenberg (4), Büschenfeld (6), J. Köster (2), Krause (2).

Stationen: 1:1, 3:1, 4:4 (8.), 7:4, 12:12 (20.), 14:14, 16:14, 19:16 – 21:20 (36.), 24:20, 27:22 (48.), 27:26 (52.), 30:28, 30:30.

Zeitstrafen: 6:3. Rote Karten: Neumann (VfL, mit Bericht/3.), grobes Foulspiel; Hölmer (SFL/60.), grobes Foulspiel.

Zuschauer: 350. So geht es weiter: Sa., 21. Januar, 18 Uhr, OSC Dortmund (H).

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