Altkreis-Hallenmasters: Fünf Tore des überragenden Nick Mdoreuli reichen Steinhagen im Finale nicht 7:6 – SC Peckelohs irrer Titel-Hattrick

Altkreis (WB). Eigentlich ist ein 6:5 im Endspiel nicht zu toppen. Mit diesem Ergebnis hat SC Peckeloh vor einem Jahr das Altkreis-Hallenmasters gegen den Landesliga-Rivalen Spvg. Steinhagen gewonnen. Doch bei der Neuauflage des Traumfinales haben beide Teams das Unmögliche möglich gemacht. Von diesem 28. Dezember 2016 in der Versmolder Sparkassen-Arena, an dem der SCP mit einem irren 7:6 den Titel-Hattrick perfekt macht, wird man noch in vielen Jahren sprechen.

SC Peckeloh hat den dritten Titel in Folge beim Altkreis-Hallenmasters gewonnen. So spektakulär wie das 7:6 gegen Rekordsieger Spvg. Steinhagen ist bisher kein Finale gewesen.
SC Peckeloh hat den dritten Titel in Folge beim Altkreis-Hallenmasters gewonnen. So spektakulär wie das 7:6 gegen Rekordsieger Spvg. Steinhagen ist bisher kein Finale gewesen.

Peckeloh zieht kurz vor der Halbzeit auf 5:2 davon und sieht trotz zwischenzeitlicher Aufholjagd der Spvg. beim Stande von 6:4 90 Sekunden vor Schluss wie der Sieger aus. Doch Steinhagens Neuzugang Nick Mdoreuli krönt seine große Final-Show mit seinen Toren vier und fünf zum 6:6. Alles deutet auf ein Neunmeter-Schießen hin, ehe Peckelohs Kevin Ikeakhe 13 Sekunden vor Schluss nach einer Ecke mit seinem Treffer zum 7:6 die Halle in ein Tollhaus verwandelt. »Das war mein wichtigster Treffer für den SCP. Den Sieg feiern wir gleich zusammen mit unseren Fans im Dixi«, sagt der Matchwinner. Sein Trainer Markus Kleine-Tebbe drückt in einem Wort das Geschehen auf dem Hallenparkett aus: »Unglaublich.« Der Coach ist stolz und erleichtert, dass seine Schützlinge den Titel-Hattrick geschafft haben: »Steinhagen war auch wegen seiner vier Futsal-Neuzugänge noch besser als vor einem Jahr. Doch wir wollten auch für unsere tollen Zuschauer gewinnen. Deshalb verspüren wir beim Masters bei aller Freude auch großen Druck.«

Als Zuschauer hätte Trainer-Kollege Daniel Keller seine helle Freude an diesem spektakulären Schlagabtausch gehabt: »Wann sieht man schon ein solches Endspiel ohne Taktieren und mit so viel individueller Klasse auf beiden Seiten?« Doch diese Niederlage tut weh: »Natürlich sind wir enttäuscht, zumal wir so nah dran waren.« Die vielen Fehler, die Peckeloh eiskalt ausgenutzt hat (u.a. zwei Treffer nach Ecken und zwei Torwart-Fehler), passen dem Coach Keller so gar nicht: »So viele Tore, die wir hinten kassieren, können wir vorne gar nicht schießen. Nicht die bessere, sondern die abgezocktere Mannschaft hat gewonnen. Doch auch das gehört dazu.«

Keller kritisiert zudem im Gespräch mit Markus Kleine-Tebbe, dass nach dem 7:6 nicht nur ein Becher fliegt, sondern auch ein betrunkener Peckeloher Zuschauer quer über das Spielfeld bis zur Steinhagener Bank läuft und vor den Spvg.-Spielern provozierend jubelt. An den Rudelbildungen während und nach der Partie sind allerdings auch seine Spieler beteiligt. Wie gut, dass sich die Gemüter schnell wieder beruhigen und in der nun fast leeren Halle Steinhagens Jochen Pape und Peckelohs Gerrit Weinreich über die entscheidenden Szenen fachsimpeln. Dieser 28. Dezember hat schließlich allein aus sportlicher Sicht für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

Weitere Berichte, Stimmen zum Turnier und die komplette Statistik lesen Sie am Donnerstag, 29. Dezember, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Halle.

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