Mutloser TV Verl Letzter – Mazedonier müssen gehen Abstieg zeichnet sich immer mehr ab

Verl (WB). Beim TV Verl gehen die Lichter in der Männerhandball-Verbandsliga langsam aber sicher aus. Am Samstagabend unterliegt das neue Tabellenschlusslicht der HSG Altenbeken/Buke mit 22:28 (7:14), der Abstand zum rettenden Ufer beträgt nach dem Sieg von Porta Westfalica in Spradow bereits fünf Punkte.

Von Dirk Heidemann
Dem Verler Alexander Busche, der am Samstag aufgrund einer Knieverletzung zuschauen musste, ist die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
Dem Verler Alexander Busche, der am Samstag aufgrund einer Knieverletzung zuschauen musste, ist die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Foto: Henrik Martinschledde

Passend dazu dröhnt aus den Hallenboxen »Steh auf, wenn du am Boden bist« von den Toten Hosen. »Dieser Rückstand ist natürlich ein Brett. Meine Hoffnung: Da wir bereits halb abgestiegen sind, ist der Druck jetzt vielleicht weg und die Jungs können demnächst befreit aufspielen«, sagt TVV-Trainer Hubertus Neuhaus.

Nur noch drei Heimspiele haben die Verler in dieser Saison, von den fünf schweren Auswärtsaufgaben scheint realistisch betrachtet keine lösbar zu sein. Die neuerliche Pleite gegen Altenbeken/Buke zeigte einmal mehr, warum es für die Verler wohl nicht mehr zum Klassenerhalt reichen wird.

Größtes Problem ist die fehlende Gefahr von den Halbpositionen im Rückraum. Beinahe ängstlich laufen die Hausherren vor dem hünenhaften Mittelblock der HSG hin und her. So gut wie nie wird mit Tempo auf die Nahtstellen gegangen. Wie es funktioniert, zeigen die Gäste. Michael Schadomsky und vor allem Benedikt Goesmann (Neuhaus: »Ihn haben wir nicht in den Griff bekommen«) demonstrieren Willen und Entschlossenheit.

Beim 1:5 (12.) ist Hubertus Neuhaus, der auf seinen Stammkeeper Patrick Schmidt (Grippe) und Stammkreisläufer Alexander Busche (Knieverletzung) verzichten muss, zu einer Auszeit gezwungen. Fortan nimmt Jan Hendrik Schott mit einer kurzen Deckung Goesmann aus der Partie und dem flotten Kombinationsspiel der HSG wird der Stecker gezogen. Doch im Angriff bringen die Verler weiterhin kaum etwas zustande. »Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, war zu wenig. Wenn man so mutlos spielt, dann ist es eben schwierig«, sagt Neuhaus, dessen Team mit einem 7:14-Rückstand in die Kabine geht.

Nach der Pause wird es besser, vor allem der furchtlose Schott nimmt es nun mit der gegnerischen Abwehr auf. »Als wir Druck aufbauen konnten, kam auch unser Spiel ins rollen. Da sah es nach Handball aus«, sagt Hubertus Neuhaus. Auch der nun in die Partie kommende Albert Kreismann setzt Akzente, beim 15:19 (45.) scheint eine Wende möglich. Doch die routinierte HSG kontert zum 17:25 (52.) – die Entscheidung.

Für den TV Verl wird es nun ganz schwer, zumal die bereits am Samstag fehlenden Hristijan Talevski und Kristijan Kostovski im Abstiegskampf nicht mehr entscheidend werden helfen können. Die Aufenthaltsgenehmigung der beiden Mazedonier läuft in zwei Wochen ab und wird nicht verlängert, obwohl es ein Jobangebot eines Verler Sponsors gegeben hatte. Die Bundesanstalt für Arbeit spielt in diesem Fall aber nicht mit. »Ein Unding«, schimpft Hubertus Neuhaus.

TV Verl: Greitens/Güldner (51.) - Voss, Kreismann (4), Hesse (2), Bruy (3), Reithage (1), Wiese (1), Bode, Schott (9/4), Jogereit, Vogler (2).

HSG Altenbeken/Buke: Harst/Stennes (ab 46.) - Schröder (7), Goesmann (4), Werning (1), Schadomsky (4), Schäfers (1), Grebe (5), Wiemann (4/2), Jungeilges (2), Hennemann.

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