SC Verl ist nach 3:1 gegen Münster und 1:2 gegen Lüneburg körperlich am Tiefpunkt Heißwurst, Kaffee und herzhafte Hälfte

Verl (WB). Ein Becher dampfender Kaffee und zwei Heißwürstchen mit Senf werden Trainer Guerino Capretti am Sonntag in der Tönnies-Arena von seinem Co-Trainer Maniyel Nergiz kredenzt. Ähnlich gehaltvoll präsentiert sich zuvor das Ende des ersten Testspiel-Wochenendes, an dem der SC Verl am Sonntag gegen Preußen Münsters U23 ein 3:1 (0:0) einfährt. Am Samstag kassiert der Fußball-Regionalligist indes ein 1:2 (0:1) gegen den Nord-Regionalligisten Lüneburger SK.

Von Christian Bröder
Schon gut in Schuss: Der Verler Stürmer Viktor Maier (Mitte) erzielt am Sonntag gegen die U23 von Preußen Münster zwei Tore selbst und bereitet einen weiteren Treffer vor. Sein 2:0 (82.) bekommt er durch Patrick Kurzen (links) mit einer maßgerechten Flanke serviert.
Schon gut in Schuss: Der Verler Stürmer Viktor Maier (Mitte) erzielt am Sonntag gegen die U23 von Preußen Münster zwei Tore selbst und bereitet einen weiteren Treffer vor. Sein 2:0 (82.) bekommt er durch Patrick Kurzen (links) mit einer maßgerechten Flanke serviert. Foto: Wolfgang Wotke

Die Quintessenz nach dem kräftezehrenden »Doppel-Whopper«? Für Coach Capretti steht unabhängig von den Ergebnissen (»Die sind ohnehin zweitrangig«) eines fest: »Die Jungs sind sicher körperlich am Tiefpunkt angelangt. Deshalb werden wir jetzt die Belastung etwas rausnehmen und den Schwerpunkt ein wenig mehr im mannschaftstaktischen Bereich legen«, sagt der 35-Jährige.

Körperlich am Tiefpunkt angelangt

Dass es hier und da noch etwas hakt, wird gestern vor allem in der ersten Halbzeit deutlich. Gegen den mit dem Ex-Verler Ismail Budak (2013/2014) und Preußen-Rekordspieler Mehmet Kara auflaufenden Westfalenligisten finden die Verler nur schwer ins Spiel.

Zwar gehört dem frisch gebackenen Vater Julian Stöckner mit dem durch Preußen-Spieler David Zwick auf der Torlinie geklärten Kopfball die erste Großchance (3.). Doch besonders zum Ende des ersten Durchgangs sind die in massiver 5-4-1-Formation nur schwer zu knackenden Adlerträger offensiv gefährlicher.

Ein dickes Ding: Als Andre Born auf der rechten Seite fast von der Außenlinie aus 25 Metern schießt, zieht SCV-Schlussmann Sebastian Lange die Hände zurück – der Ball kracht an den linken Innenpfosten (36.). Kurz darauf wehren Lange und Daniel Schaal eine Münsteraner Doppelchance ab (38.).

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Im zweiten Durchgang hat man dann gesehen, dass nicht nur Basti Müller, sondern alle gewinnen wollte.

Guerino Capretti

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»In der ersten Hälfte hatten wir Probleme. Im zweiten Durchgang hat man dann gesehen, dass nicht nur Basti Müller, sondern alle gewinnen wollten«, so Trainer Capretti. Jetzt ist auch die Verler Offensivabteilung warmgelaufen: Viktor Maier wird mit unnachahmlicher Vorbereitung zum Wegbereiter des Treffers zum 1:0 (67.) durch Gianluca Marzullo. Der emsig arbeitende Torschütze fällt ansonsten eher durch seinen Hang zum Aluminium auf, trifft zweimal den Pfosten (64./80.).

Vier U19-Akteure dürfen vorspielen

Für Sturmpartner Maier läuft’s indes etwas besser: Eine Flanke von Patrick Kurzen schiebt der 28-Jährige dem Preußen-Keeper Stephan Tantow zum 2:0 (82.) durch die Beine, ehe er auch noch das 3:1 (90.) erzielt. Zwar betrachtet Guerino Capretti den Test unter diesem Aspekt als »ein optimales Spiel, um sich einzuschießen für die Meisterschaft«. Dem SCV-Trainer ist indes nicht entgangen, dass das 1:2 (87.) durch Sören Wald aus einer Unstimmigkeit in der Verler Hintermannschaft resultiert und Sekunden später Lange nur knapp den Ausgleich verhindert (89.).

»Das eine Tor ist ärgerlich. Danach waren wir nicht konsequent, aber insgesamt war das okay«, bilanziert Capretti. Der Verler Trainer gibt auch dem Nachwuchs eine Chance und begutachtet mehrere U19-Akteure – gegen Münster (Jan Schöppner, Bastian Just) ebenso wie tags zuvor beim 1:2 gegen Lüneburg (Lucas Fordkort, Benedikt Genz).

Nächster Wochenend-Whopper: Samstag gegen Hamm, Sonntag gegen FCG

Gegen die Nordlichter ist am Samstag nur Cihan Özkara erfolgreich. Er trifft nach Foul an Cinar Sansar per Elfmeter zum 1:1 (51.). Weiter geht es beim SC Verl am Dienstag (18.30 Uhr) mit dem »Casting« von Gast- und Jugendspielern. Dann lockt der nächste »Wochenende-Whopper« mit Tests gegen Hamm (Samstag, 14 Uhr) und den FC Gütersloh (Sonntag, 14 Uhr).

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