DFB-Paragraph 6 zählt – Team trainiert Freitag – Pläne für die Jugend Scherbenhaufen FC Gütersloh: Was passiert jetzt?

Gütersloh (WB). Der FC Gütersloh und sein Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wirft einige Fragen auf. Viele können aktuell nicht endgültig geklärt werden, da alles in der Schwebe ist. Das WESTFALEN-BLATT unternimmt aber den Versuch, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Von Christian Bröder
Wer kehrt die Scherben auf? Der Fußballclub Gütersloh ist zahlungsunfähig und hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Folgen sind weitreichend. Montage: Büscher
Wer kehrt die Scherben auf? Der Fußballclub Gütersloh ist zahlungsunfähig und hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Folgen sind weitreichend. Montage: Büscher

Ist der FCG mit der Antragstellung schon abgestiegen?

De facto nein, auch wenn alles dafür spricht. In Paragraph sechs der Spielordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) heißt es: »Die klassenhöchste Herren-Mannschaft eines Vereins, über dessen Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet oder bei dem die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt wird, gilt als Absteiger in die nächste Spielklasse und rückt insoweit am Ende des Spieljahres an den Schluss der Tabelle.« Prominentes Beispiel: Rot-Weiß Ahlen. Am 24. Mai 2011 eröffnete das Amtsgericht offiziell das Insolvenzverfahren, was automatisch den Zwangsabstieg zur Folge hatte, da die Mannschaft auf den letzten Platz der 3. Liga gesetzt wurde. Im aktuellen Fall des FC Gütersloh käme es jedoch nicht zum Zwangsabstieg, wenn der Insolvenzantrag noch zurückgenommen wird.

Gibt es noch Hoffnung für den FC Gütersloh?

Vage bis gar nicht! Sollten ein Privatier oder eine Gruppe die finanziellen Probleme des FC Gütersloh lösen, könnte der Antrag auf Insolvenz zurückgezogen werden. Für die freien Posten in Vorstand und Aufsichtsrat gibt es aber aktuell keine Interessenten. Silberstreif am Horizont: Eine Initiative einflussreicher Persönlichkeiten, darunter WDFV-Präsident Hermann Korfmacher und CDU-Fraktionschef Heiner Kollmeyer, verfolgen den Versuch einer Neuausrichtung. Zu Beginn kommender Woche sollen Gespräche anberaumt worden sein. Die sollen wohl auch den Gang in die Insolvenz, somit die Sanierung und den sportlichen Abstieg als eine Möglichkeit zur Rettung beinhalten.

Was erwartet die Jugendabteilung des FC Gütersloh?

Aktuell existieren Gedankenspiele, nach denen die Jugendabteilung des Fußball-Oberligisten komplett zu einem anderen Verein im Stadtgebiet wechseln soll, der selber im Jugendbereich nicht groß aufgestellt ist.

Was passiert wann?

Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, kommt es zur Sanierung. Eine Mitgliederversammlung müsste einberufen und ein neuer Vorstand gewählt werden. Sportlich würde die 1. Mannschaft in die Westfalenliga absteigen, könnte dort aber weiter machen. Wird das Verfahren »mangels Masse« abgelehnt, würde die Insolvenz nur noch »abgewickelt« werden, die Gläubiger quasi »in die Röhre schauen«. Der FCG wäre von der Fußball-Landkarte und aus dem Vereinsregister verschwunden.

Am Freitag ist Trainingsauftakt, am Samstag ist der FCG beim Hallenturnier in Wiedenbrück eingeplant. Wie geht es mit der Mannschaft weiter?

»Wir sind nicht tot! Keiner der Spieler hat angerufen oder geschrieben und mitgeteilt, dass er keinen Bock mehr hat«, so Marc Hunt. Folglich erwarten der Co-Trainer und Chefcoach Fatmir Vata, vor denen man angesichts der aktuellen Lage nur den Hut ziehen kann, das Team am Freitag, um 18.15 Uhr, wenn entweder am Heidewald oder in der Soccerhalle an der Dammstraße trainiert werden soll.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch, 4. Januar, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Gütersloh.

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