Umtriebiger Organisator: Eckhard Kleine-Tebbe Sportpersönlichkeit des Jahres Und jetzt der Autobahnlauf

Steinhagen (WB). Das nächste Projekt ist schon angeschoben: »Die Genehmigung eines Autobahnlaufs auf dem Steinhagener Abschnitt der A33 vor der Freigabe Ende 2017 habe ich beantragt«, verrät Eckhard Kleine-Tebbe. Der 76-Jährige ergreift im Sport die Initiative, packt an, organisiert – seit nunmehr fast 50 Jahren.

Von Gunnar Feicht
Ergebnislisten, Zeitungsausschnitte, Erinnerungsstücke: Eckhard Kleine-Tebbes stöbert gerne in seinem unerschöpflichen Archiv.
Ergebnislisten, Zeitungsausschnitte, Erinnerungsstücke: Eckhard Kleine-Tebbes stöbert gerne in seinem unerschöpflichen Archiv. Foto: Gunnar Feicht

Am 27. Januar wird er bei der Altkreis-Sportlerehrung im Landhotel Jäckel als Sportpersönlichkeit des Jahres ausgezeichnet. In den verschiedensten Funktionen engagiert sich Kleine-Tebbe ehrenamtlich – für die heimische Leichtathletik, aber auch in vielen anderen Bereichen von der Schulpflegschaftsarbeit über den Förderverein für das Freibad Werther bis hin zur Unterstützung einer syrischen Familie bei deren Eingliederung in Deutschland.

Wenn heute Sportvereine über die Flucht aus dem Ehrenamt klagen – Eckhard Kleine-Tebbe ist der lebende Gegenentwurf. Der Einsatz für den Sport hat ihn jung gehalten, stundenlang kann er über Erlebnisse, Anekdoten, Begegnungen mit großen Sportpersönlichkeiten erzählen. »Der Sport ist mein Leben – und der LAC Steinhagen gewissermaßen mein Lebenswerk«, sagt er, und man spürt in jedem Moment, wie die Begegnungen mit den Menschen rund um die Leichtathletik sein Leben bereichert haben. »Ich habe immer gerne mit jungen Menschen gearbeitet. Und das Talent zum Organisieren hat mit wahrscheinlich mein Vater in die Wiege gelegt«, sinniert Kleine-Tebbe. »Der Kontakt zu anderen Menschen, die positive Rückmeldung, die Dankbarkeit und Anerkennung, die man immer wieder erfahren hat – das ist der Lohn, der mich bis heute für die ehrenamtliche Arbeit motiviert.«

Als Schüler fiel er bei den Bundesjugendspielen nicht auf – »ich konnte weder schnell sprinten noch weit werfen«. Doch den Heranwachsenden faszinierten Ende der 50er-Jahre die Leistungen der damals auf einer Stufe mit Spitzenfußballern stehenden Leichtathletik-Asse: Langstreckenläufer Ludwig Müller, »Held von Augsburg«, der 1958 im Länderkampf über 5000 und 10000 m die sowjetischen Weltklasseläufer schlug, Mittelstreckler Paul Schmidt aus Häger, 1960 in Rom Olympia-Vierter über 800 m, oder der Potsdamer Hans Grodotzki, Olympia-Zweiter über 5000 und 10000 m.

Mit verbissenem Training stieg Eckhard Kleine-Tebbe zu einem leistungsstarken Langstreckenläufer auf, erzielte 1968 eine Marathonbestzeit von 2:43:59 Std. und machte sich da bereits als Organisator von Marathonläufen einen Namen, zu denen die deutsche Elite in den damaligen Kreis Halle kam. Als erfolgreicher Jugendtrainer lernte er – natürlich über die Leichtathletik – auch seine spätere Ehefrau kennen: Doris Klos startete als Athletin bei Deutschen Meisterschaften, ihr Trainer hieß Eckhard Kleine-Tebbe. »Sie hat mir immer den Rücken frei gehalten«, sagt der 76-Jährige dankbar. Und schmiedet bereits die nächsten Pläne für den geplanten Autobahnlauf im kommenden Herbst: »Start und Ziel sollen an der Auffahrt Bielefelder Straße sein, wir wollen Strecken von fünf und zehn Kilometern anbieten.« Die Begeisterung für das neueste Projekt ist schon wieder spürbar.

Zur Person: Als Trainer und Funktionär für die Leichtathletik aktiv

Eckhard Kleine-Tebbe, geboren am 5. Dezember 1940 in Werther, ist verheiratet mit Doris (61) und Vater zweier Töchter. Nach seinem Berufsleben als Industriekaufmann und Handelsvertreter ist er seit 2001 Rentner, nennt als Hobbys Laufen, Rad fahren und Reisen – bevorzugt auch zu internationalen sportlichen Großereignissen von der Hockey- bis zur Biathlon-WM. Für seine Verdienste um den Sport erhielt er die Silberne Ehrennadel des Deutschen Leichtathletik-Verbandes – überreicht 2014, als der LAC Steinhagen zum »40-Jährigen« der westfälischen Lauftreff-Bewegung als einer der Pioniere dieser Aktion ausgezeichnet wurde. Kleine-Tebbe begann gegen Ende seiner aktiven Laufbahn als Langstreckenläufer beim TV Werther mit der Trainertätigkeit, baute ab 1971 die erfolgreiche Leichtathletikabteilung der Spvg. Steinhagen auf und gründete im Oktober 1974 den LAC Steinhagen, dessen Vorsitzender er bis heute ist. In den 80er-Jahren saß er als Jugendwart im Kreis-Leichtathletikausschuss, dem er heute wieder als Breitensportwart angehört.

Sein besonderes Talent

»Einen Volkslauf – den organisiert Eckhard zwischen Suppe und Kartoffeln.« Westfälisch deftig bringt Wilhelm Ellermann das besondere Talent seines langjährigen Weggefährten auf den Punkt. Eckhard Kleine-Tebbe hat nach eigener Rechnung in seinem Leben rund 140 Laufveranstaltungen organisiert – vom allerersten Crosslauf »Quer durch die Schoregge« 1967 beim TV Werther über den hoch angesehenen Marathon »Quer durch den Kreis Halle« bis zu zahlreichen Crosslauf-Serien in der Patthorst. Dort richtete der LAC Steinhagen auch dreimal OWL-Crossmeisterschaften aus – mit der heute undenkbaren Zahl von bis zu 650 Teilnehmern. Nach wie vor organisiert Kleine-Tebbe Volkslauf Brockhagen und ist in diversen Orga- Teams des LC Solbad tätig.

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