Fußball-Masters: Siekmann, Bürmann, Erdem und Mdoreuli spielen auch erfolgreich Futsal Steinhagens Hallen-Spezialisten

Steinhagen (WB). SC Peckeloh hat das Fußball-Hallenmasters zwei Mal in Folge gewonnen. Doch bei der WB-Umfrage im Vorfeld des Spektakels (26. bis 28. Dezember in der Versmolder Sparkassen-Arena) sehen acht der 14 Trainer Spvg. Steinhagen vorne. Das mag auch daran liegen, dass der Herausforderer in diesem Jahr mit vier ausgesprochenen Hallen-Spezialisten antritt.

Von Stephan Arend
Spvg. Steinhagens Hallen-Spezialisten freuen sich aufs Masters – von links: Robin Bürmann, Winter-Neuzugang Nick Mdoreuli, Malte Siekmann (spielen alle für die Black Panthers Futsal) und Hakan Erdem (MCH Sennestadt).
Spvg. Steinhagens Hallen-Spezialisten freuen sich aufs Masters – von links: Robin Bürmann, Winter-Neuzugang Nick Mdoreuli, Malte Siekmann (spielen alle für die Black Panthers Futsal) und Hakan Erdem (MCH Sennestadt). Foto: Stephan Arend

Die Sommer-Neuzugänge Robin Bürmann (25), Hakan Erdem (21) und Malte Siekmann (25) haben sich einen festen Platz im Landesliga-Aufgebot der Spvg. erkämpft. Doch bevor es sonntags um Landesliga-Punkte auf Rasen geht, kicken sie ebenso wie Winter-Neuzugang Nick Mdoreuli (20) am Samstag für die Bielefelder Teams MCH Sennestadt und Black Panthers in der Halle – und das überaus erfolgreich in der Futsalliga West, der höchsten Spielklasse in Westdeutschland.

Die spannende Frage beim Masters wird sein, ob die vier Futsal-Experten gerade in den Duellen mit den stärkeren Gegnern den Unterschied ausmachen? Zwar wird in der Sparkassen-Arena nach einigen Futsalregeln (keine Grätschen) und mit dem typischen »platten« Ball gespielt. Doch der klassische Futsal auf kleine Tore und ohne Bande hat einen anderen Charakter. »Um das Masters zu gewinnen, braucht man auch das nötige Glück«, sieht Malte Siekmann von den Black Panthers sein Team nicht zwangsläufig als den großen Favoriten. Aber natürlich sei es ein Vorteil, dass er und die anderen drei Steinhagener Neuzugänge regelmäßig auf hohem Niveau in Sachen Futsal unterwegs sind. »Es wäre schon reizvoll, wenn wir vier zusammen in einem Block auflaufen könnten. Auch weil wir drei Panthers so in der Halle mal zusammen und nicht gegen Hakan, der für Sennestadt aufläuft, spielen würden. Doch das muss der Trainer entscheiden«, sagt Siekmann, der sich auf jeden Fall riesig auf das Masters freut.

Der 25-Jährige (zuvor TuS Jöllenbeck) hat schon immer gerne Hallenfußball gespielt. »Als ich dann Futsal im Fernsehen gesehen habe, war ich so begeistert, dass ich nach einem Verein in der Umgebung gesucht habe.« So kam Siekmann zu den Black Panthers – und ohne eine Übungseinheit auch sofort zu seinem ersten Spiel: »Wir sind die einzige Mannschaft in der höchsten Liga, die nicht trainiert. Außerdem ist der Kader bei weiten Auswärtsfahrten manchmal nicht so groß und der Trainer kannte mich von den Stadtmeisterschaften.«

Malte Siekmann spielt seit jenem Tag mit viel Herzblut Futsal, die professionell gestalteten Sammelkarten der einzelnen Team-Mitglieder sind ein Indiz dafür. Dass sein Futsal-Kollege Nick Mdoreuli auch wegen dieser Leidenschaft keine Zukunft mehr bei VfB Fichte hatte (ein Grund für den Winter-Wechsel zur Spvg.), das kann der Innenverteidiger nicht verstehen: »Futsal wird mit hohem Tempo gespielt. Man muss ein guter Techniker sein, um die vielen 1:1-Situationen auf engem Raum zu lösen. Und genau diese Fähigkeit hilft dir draußen.«

Kommentare

Keine Grätschen = Futsal-Regel?

Wirklich sehr schöner Artikel, nur "keine Grätschen" ist keine Futsal-Regel.
Im Futsal bzw. in den Futsal-Regeln gibt es kein Grätschverbot, sondern werden Fouls einfach gezählt (mit Foulgrenze, ähnlich wie beim Basketball), wodurch clevereres Zweikampfverhalten entsteht, da man sonst beim Futsal ab einer bestimmten Foulgrenze einen "Strafstoß" gegen sich bekommt. Da Grätschen auf engem Raum einfach wenig mit einem guten Zweikampfverhalten zu tun hat und Fouls provoziert, sieht man es beim Futsal eher selten. Die Schlussfolgerung aus dieser Wahrnehmung, dass das Grätschen regeltechnisch verboten sei, ist daher eine inhaltlich falsche.

Beim Futsal lernt man einfach cleverer zu verteidigen und dabei vor allem mit Agilität, Tempo und Körpereinsatz oberhalb der Unterschenkel sowie damit verbundenen Körperschwerpunkten zu arbeiten. Dies macht Futsal, entgegen dem weiteren falschen Vorurteil der "Körperlosigkeit beim Futsal", sehr körperbetont, aber halt clever und "fairer", da Fouls gezählt werden.
In der Sportwissenschaft nennt man einen wichtigen Faktor, der u.a. für einen erfolgreichen Zweikampf im Futsal oder auch im Fußball benötigt wird, übrigens "Assertivität", die sogenannte erlaubte Aggression. Diese wird beim Spieler durch Futsal enorm gefördert und hilft dann natürlich auch enorm im Zweikampfverhalten beim Fußball auf dem Großfeld.

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