Hugo Kempf und Jonas Schelesnikow trennen fast 73 Jahre Die Platte verbindet

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Tischtennis ist ein Sport, der verbindet – über alle Altersklassen hinweg. Dafür hat der TTSV Schloß Holte-Sende ein schönes Beispiel: Hugo Kempf ist mit seinen 80 Jahren noch aktiv. Jonas Schelesnikow ist eines der jüngsten Nachwuchstalente.

Von Carina Teckentrup
Gemeinsam an der Platte: Hugo Kempf (links) und Jonas Schelesnikow trennen zwar mehr als 72 Jahre Altersunterschied, sie haben aber eine gemeinsame Leidenschaft: das Tischtennis. »Ein Sport für jedes Alter«, findet TTSV-Pressesprecher Carlos Krieft.
Gemeinsam an der Platte: Hugo Kempf (links) und Jonas Schelesnikow trennen zwar mehr als 72 Jahre Altersunterschied, sie haben aber eine gemeinsame Leidenschaft: das Tischtennis. »Ein Sport für jedes Alter«, findet TTSV-Pressesprecher Carlos Krieft.

Hugo Kempf ist ein Urgestein im Tischtennissport und hat so einiges erlebt. Der Senior feierte am 22. April seinen 80. Geburtstag und ist immer noch aktiv. »Laut WTTV-Historie erhielt er am 1. April 1945 seine Erstspielberechtigung, seinen eigenen Erinnerungen nach müsste der erste Kontakt zum Tischtennissport aber später gewesen sein«, berichtet TTSV-Pressesprecher Carlos Krieft schmunzelnd.

Ab 1949 soll der Holter das Tischtennisspielen bei der SV Brackwede erlernt haben, für die er später auch in der ersten Mannschaft in der Oberliga spielte. Schon damals zeigte er als Jugendlicher, dass sein Ehrgeiz groß ist: Im Alter von 17 Jahren gewann er bei den Landeskreismeisterschaften 1955 den Einzeltitel in den Klassen Herren A, B und C sowie den Doppeltitel im Herren-A-, Herren-C- und dem Mixed-Wettbewerb.

Zeitzeuge der Fusion

1969 ging es zum TTSV Sende, wo er seine Frau Ursula kennenlernte und als Zeitzeuge die Fusion mit der Tischtennisabteilung des VfB Schloß Holte zum TTSV Schloß Holte-Sende zwei Jahre später miterlebte. Von 1973 bis 1978 war er auch im Vorstand tätig und übernahm das Amt des Kassenwarts. In dieser Phase feierte er mit dem TTSV die bis dahin größten Erfolge des Vereins: 1974 errang die erste Herrenmannschaft ohne Verlustpunkt die Meisterschaft in der Bezirksklasse. Eine grandiose Leistung!

Ein Jahr später folgte mit 42:2-Punkten ebenfalls ohne Niederlage die Meisterfeier in der Bezirksliga Ostwestfalen-Lippe.

Der Durchmarsch in die Verbandsliga, der zu der Zeit dritthöchsten Spielklasse im DTTB, folgte 1977 als erneuter Meister der Landesliga. Der vierte Platz in der Verbandsliga kam 1978 einer Sensation gleich.

Abschied mit dem Meistertitel

1979 verabschiedete Kempf sich mit dem Meistertitel in der Bezirksklasse mit dem TTSV II zum FC Stukenbrock. Vom Ortsnachbarn (bis 1984) ging es dann über über mehrere Stationen letztendlich wieder zum TTSV zurück. Bis heute feierte der agile Rentner eine Menge Titel und Erfolge auf Kreis-, Stadt- Bezirks- und Westdeutscher Ebene und ist damit einer der erfolgreichsten Akteure im TTSV-Lager.

Am Ende der Saison 2014/2015 fasste Kempf mit 77 Jahren den Entschluss seine aktive Laufbahn zu beenden – doch der Entschluss hielt nicht lange. »Die Freitagabende zu Hause auf dem Sofa vor dem Fernseher und um 22 Uhr im Bett zu sein, das war nicht mein Ding. Mir fehlte der Sport und das Gesellige nach den Spielen mit den Freunden und Mannschaftskollegen«, sagt Kempf.

Nach nur einer Saison Auszeit stieg er vor zwei Jahren wieder in das Mannschaftsgeschehen ein. In der vergangenen Serie führte er als Kapitän und Spitzenspieler die fünfte Herrenmannschaft auf Platz sechs in der zweiten Kreisklasse. Mit einer sensationellen Rückrundenbilanz von 10:6 hatte er einen großen Anteil am guten Abschneiden seines Teams.

Gefürchteter Aufschlag

Die gefürchteten Aufschläge sind sein Markenzeichen, mit dem er viele Gegner vor unlösbare Probleme stellt. »Jeden Dienstag mache ich eineinhalb Stunden Gymnastik bei der VHS. Und auch sonst arbeite ich neben dem Tischtennis viel im Garten«, hält sich Kempf fit. »So lange ich mich bewegen kann, werde ich auch noch spielen«, sagt Kempf und ergänzt lächelnd, durch seinen Ehrgeiz geprägt: »Und ich natürlich nicht zu 2, 3 oder 4 verliere.«

Jonas Schelesnikow hat mindestens genauso viel Ehrgeiz, ist aber knapp 73 Jahre jünger als Kempf. Schelesnikow feiert am 26. August seinen achten Geburtstag. Er kam vor einem Jahr zum TTSV. Sein älterer Bruder Joel ist beim Holter Tischtennisverein bereits aktiv. »Jonas ging einfach mal mit zum Training«, berichtet Krieft. Was für ein Glück für den TTSV!

Jüngere Altersklasse

Am 7. Juni des vergangenen Jahres erhielt der kleine Shootingstar seine Erstspielberechtigung und beendete nun mit der wohl jüngsten TTSV-Nachwuchsmannschaft aller Zeiten seine erste Saison in der C-Schüler-Kreisliga auf Platz vier.

Das ist die jüngste Altersklasse im Westdeutschen Tischtennis-Verband, in der er sogar noch drei Jahre spielen kann. »Meine Gegner sind oft ein oder zwei Jahre älter. Aber das macht mir nichts. Sport macht mir Spaß. Ich spiele auch noch Fußball«, sagt Jonas Schelesnikow. Dass er so oft nur an zwei Tagen in der Woche »sportfrei« hat, macht dem Nachwuchstalent nichts aus.

»Diese beiden sind das perfekte Beispiel dafür, dass Tischtennis ein Sport für jedes Alter ist. Das ist das Besondere und Schöne an dieser Sportart. Gerade Hugo kann man einfach nur bewundern. Im Alter so fit zu sein, das wünscht man jedem«, zeigt sich Krieft stolz auf seine beiden unterschiedlichen Vereinskameraden.

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