PSV: Anfänger und Fortgeschrittene üben den Umgang mit Waffen Schießen entspannt

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ruhige Haltung, genauer Blick, schneller Abzug. Der Schießsport verlangt ein hohes Maß an Körperbeherrschung. Beim PSV Stukenbrock-Senne können Anfänger und Fortgeschrittene sich im Umgang mit Waffen üben, entspannen oder einfach nur Klischees über den unkontrollierten Aggressionsabbau und die Männerdomäne vergessen.

Von Hendrik Fahrenwald
Friedhelm Hänsel vom PSV Stukenbrock-Senne schießt in der F-Class mit einem Großkalibergewehr, das mit einem Zielfernrohr bestückt ist. Diese Form des Schießens kann auch im fortgeschrittenen Alter ohne Einschränkungen betrieben werden.
Friedhelm Hänsel vom PSV Stukenbrock-Senne schießt in der F-Class mit einem Großkalibergewehr, das mit einem Zielfernrohr bestückt ist. Diese Form des Schießens kann auch im fortgeschrittenen Alter ohne Einschränkungen betrieben werden. Foto: Hendrik Fahrenwald

»Die Vielfalt macht den Sport aus«, sagt Peter Murke, Leiter der PSV-Schießsportabteilung. Das habe er zuletzt wieder bei den Landesmeisterschaften des Westfälischen Schützenbundes in Warendorf erfahren. Dort hat er in der Disziplin Revolver .44 Magnum den 2. Platz erreicht. Für Murke war es nicht die einzige Disziplin in der er an den Start ging. »Ich habe Spaß am Schießen und schieße deshalb in mehreren Klassen.« Dass er auch höherklassiger schießen könnte, wenn er sich nur auf eine Disziplin konzentrieren würde, stört ihn nicht. »Darum geht es mir nicht«, sagt Murke, der zum Abschluss der Landesmeisterschaften mit seiner .357 Magnum auf dem siebten Platz landete.

Der Sport beanspruche Kraft, Koordination und Konzentration, sagt Murke. Denn schließlich müsse er die rund ein Kilogramm schwere Waffe 45-mal während eines Wettkampfs hoch und ruhig halten. Aus 25 Metern auf Zielscheiben zu schießen, die weniger als 25 Zentimeter groß sind, ist Standard. Ebenso wie vier mal fünf Schuss innerhalb von 20 Sekunden abzufeuern.

Im Schießstand des PSV Stukenbrock-Senne übt Murke mit seinen Vereinskameraden. Jüngst hat er zusammen mit Friedhelm Hänsel und Manuel Lopez Sommer beim 3. ERA-D KK Long Range Tag abgeräumt. Mit Kleinkalibergewehren schossen sich die PSV-Schützen liegend aus 100, 200 und 300 Meter Entfernung auf die Podestplätze. Während Hänsel und Sommer jeweils auf den zweiten Platz ihrer Klasse kamen, erreichte Murke den dritten Rang.

Dabei genossen die PSVer eine optimale Vorbereitung, denn die kürzeste Distanz über 100 Meter können die Sportschützen sogar zu Hause üben. »Die Möglichkeit hat kein anderer Verein in der näheren Umgebung«, sagt Murke, der seit der Gründung des Polizeisportvereins und dessen Sportschützenabteilung 1988 im Klub tätig ist.

Während die einen den Leistungssportgedanken tragen, diene für die anderen das Schießen der Entspannung, sagt der Abteilungsleiter. Mit dem aufgelegten Luftgewehr könne der Sportler den Alltagsstress vergessen. Für Sportler die sich messen wollen, bietet der PSV neben den üblichen Vereins-, Kreis- und überkreislichen Meisterschaften auch regelmäßige vereinsinterne Wettkämpfe an.

Doch egal welche Ausführung, Disziplin oder Absicht hinter dem Schießen stecke, »der Sport steht bei uns im Vordergrund«, sagt Murke. Deshalb gebe es auch keinen Alkohol am Schießstand. Nicht vor, während oder nach dem Sport. Ansonsten müssen sich die Mitglieder nur an die Regeln und Gesetze halten, die die Sicherheit der Sportler garantieren, so Murke. Vom Auspacken der Sportwaffen, über die Griffhaltung bis hin zum Verstauen der Waffen beim Verlassen der Schießanlage gibt es feste Statuten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.