Rettungsschwimmen: Schirmer vor WM-Nominierung – Laufkötter mit Vereinsrekord Die Weltmeisterschaft winkt

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Im Wettkampf der mehr als 100 schnellsten Rettungsschwimmer in Warendorf hat sich Kai Schirmer in zwei Disziplinen durchgesetzt. Der Athlet der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock hat damit ein WM-Ticket im Dienst der Nationalmannschaft so gut wie sicher. Die Qual der Wahl hat er bei der Ernennung des Interclub-Teams für die WM. Vier Siege beim 2. DLRG Cup Pool gingen an die heimische Ortsgruppe, die sich in Form präsentierte.

Von Hendrik Fahrenwald
Schneller Lebensretter: Tim Schmachtenberg von der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock schwimmt in der Disziplin 200 Meter Superlifesaver auf den achten Platz. Sein Teamkollege David Laufkötter sichert sich den ersten Rang.
Schneller Lebensretter: Tim Schmachtenberg von der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock schwimmt in der Disziplin 200 Meter Superlifesaver auf den achten Platz. Sein Teamkollege David Laufkötter sichert sich den ersten Rang. Foto: DLRG

Kai Schirmer reißt sich genervt die Badekappe vom Kopf und schmeißt sie weg. Er ist zwar soeben Erster über 100 Meter Retten mit Flossen geworden, doch das scheint ihn wenig zu interessieren. »Ich wäre gerne schneller geschwommen«, sagt er. Doch für ihn sei die Organisation des Wettkampfs eine Katastrophe gewesen und darunter habe seine Leistung gelitten.

Am Freitagabend hatte er die 100 Meter Retten mit Flossen und Gurtretter mit einer Zeit von 52,11 Sekunden für sich entschieden. »Dann war ich um 23 Uhr im Bett und mein erster Start am Samstag war bereits um 8:30 Uhr, das heißt, ich musste um 5:30 Uhr wieder aufstehen«, sagt Schirmer.

Nach seiner vielversprechenden Vorlaufzeit über 100 Meter Retten mit Flossen habe er mit einem Weltrekord im Hauptrennen geliebäugelt. Doch dann kommt alles anders. »Die Zeitrichter haben die Zeit vollkommen verpennt. Ich hatte schon die Badekappe auf und Flossen an, aber dann funktionierte die Startanzeige nicht«, sagt Schirmer, der sein Aufwärmprogramm minutiös plant. »Wenn sich der Start um eine Viertelstunde verschiebt, fällt der ganze Druck ab und du bist nur noch genervt«. sagt er. Mit 46,79 Sekunden blieb Schirmer deutlich hinter seiner Vorlaufzeit und verpasste den Rekord um satte 1,5 Sekunden.

Dennoch reichte es für Platz 1 und die voraussichtliche Berücksichtigung in der Nationalelf bei der WM. »Es muss mit dem Teufel zugehen, wenn ich nicht nominiert werde«, sagt Schirmer, der sich zudem in allen Staffel-Einzelstrecken qualifizierte.

Das ganz große Ziel, die Nominierung zweier Athleten für die Nationalmannschaft bei der WM, hat Schirmer mit seinem Team allerdings knapp verpasst.

Zwar gewann David Laufkötter mit 2:12,69 Minuten die 200 Meter Superlifesaver, doch die persönliche Bestzeit und der Vereinsrekord waren zu wenig. »Für David wird es wohl nicht reichen, weil andere Sportler auf anderen Strecken schneller waren«, sagt Schirmer »Ich denke aber, dass er im nächsten Jahr den Sprung in die Nationalmannschaft schafft.«

Sowohl Schirmer, als auch Laufkötter starteten ebenso über 50 Meter Retten. »Dort hat es David geschafft, die Schallmauer von 30 Sekunden zu durchbrechen.« Mit 29,92 Sekunden setzte sich Laufkötter auf Platz 4 vor Schirmer auf Rang 5 mit 30,55 Sekunden.

Zusammen mit Jonas Fröhleke gewann Schirmer bereits am Freitag die Disziplin Linethrow. »Das freut mich für ihn, denn sein Name ist so in aller Munde«, lobt Schirmer die Leistung seines Teamkollegen.

Groß Reden machte auch Julius Dresselhaus, den die Trainer der Auswahlmannschaft von Westfalen zuletzt nicht berücksichtigten, von sich. Vier Starts, vier Bestzeiten lautete die Ausbeute des Nachwuchsschwimmers. »Ich weiß nicht, wo das noch hinführen soll«, sagt Schirmer. Über die 100 Meter Retten mit Flossen scheiterte Dresselhaus an der C-Kadernorm, die für drei Altersklassen über ihm bestimmt ist. »Er hat somit noch vier Jahre Zeit, die Norm zu erfüllen, aber ich bin sicher, die zwei Zehntel, die ihm fehlen, knacken wir noch dieses Jahr, so dass er bald im Seniorenkader geführt wird«, sagt Schirmer. Für sei es ein Beweis dafür, dass nicht nur die absolute Spitze der Ortsgruppe mit ihm und Laufkötter funktioniere. »Wir haben alle vier, fünf Jahre einen, der richtig gut ist und nachkommt.«

Schnell unterwegs war auch Nico Pahmeyer. Mit einer Bronze-Medaille im Einzel-Staffelsprint über 50 Meter Freistil mit Gurtretter hat er gute Karten für eine Nominierung durch Schirmer für die Klub-WM. »Ich weiß, dass ich auf ihn bauen kann«, sagt sein Trainer.

Die endgültige Nominierung durch Schirmer steht noch aus. »Ich werde mir die Ergebnisse genau anschauen, um dann unser Interclub-Team zusammenzustellen«, sagt Schirmer. Er wartet indes auf die Entscheidung der Bundestrainerin Susanne Ehling, die ebenso aus dem vollen schöpfen kann. »Gerade die Männer haben sich beeindruckend stark gezeigt«, sagt Ehling.

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