Sportabzeichen: Bürgermeister zeichnet 19 Flüchtlinge aus »Der Sport verbindet«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Beim Sportabzeichentag im Ölbachstadion freut sich das Sportabzeichenteam um Obmann Ulrich Laustroer über ein gestiegenes Interesse an dem Fitness-Nachweis. Zudem haben 19 Asylsuchende ihr Abzeichen überreicht bekommen.

Die Teilnehmer des Sportabzeichentags begrüßen die Flüchtlinge, die bereits ihre Urkunde mit dem jeweiligen Abzeichen erhalten haben. Zu Beginn der Veranstaltung übereichte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr die Abzeichen an die Sportler.
Die Teilnehmer des Sportabzeichentags begrüßen die Flüchtlinge, die bereits ihre Urkunde mit dem jeweiligen Abzeichen erhalten haben. Zu Beginn der Veranstaltung übereichte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr die Abzeichen an die Sportler. Foto: Hendrik Fahrenwald

Sie haben Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Kondition bewiesen und bekamen von Bürgermeister Hubert Erichlandwehr deshalb ihr Sportabzeichen überreicht. Die Asylsuchenden zwischen 16 und 18 Jahren haben dabei zum Teil überdurchschnittliche Leistung erbracht.

Einer von ihnen habe sogar einen neuen Schulrekord im Weitsprung aufgestellt, sagt Daniela Hartmann von der Realschule. 6,10 Meter sei er beim Sportfest gesprungen. »Trotz Ramadan wollten sie unbedingt mitmachen, und sie wurden alle von unseren Schülern angefeuert.«

Die zum Teil minderjährigen Flüchtlinge sind im Haus Marienmünster untergebracht. »Sie haben erstaunliche Leistungen erbracht«, sagt Erichlandwehr, der die Übergabe der Urkunden zum Beginn des Sportabzeichentags übernahm und die Kooperation zwischen Sportabzeichenteam und Realschule lobte.

Lediglich Probleme im Schwimmen sollen die Flüchtlinge gehabt haben. »Diejenigen, die aus Kabul kommen, haben mir erzählt, dass es dort nur ein Schwimmbad gibt«, sagt Thomas Fleiter von der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock, der zur Verbesserung der Schwimmfähigkeiten Schwimmkurse gab.

»Der Sport verbindet«, sagt Laustroer, der sich neben den bereits bestandenen Prüfungen über das gestiegene Interesse am Sportabzeichen freute. »Wir bieten diesen Tag über Jahre an, wobei wir in der Vergangenheit immer weniger Teilnehmer hatten«, sagt Laustroer.

Dies habe sich am Montag geändert. »Wir hatten richtig viel zu tun«, sagt er. Sogar beim Abbau seien noch einige Sportler im Stadion gewesen. Zuvor konnten sich die Teilnehmer in den unterschiedlichen Disziplinen messen. Im Laufen, Kugelstoßen, Weitwurf, Hochsprung und Weitsprung versuchten die Sportler alleine oder in der Gruppe ihre Fitness zu steigern.

Svea Dorit Loer und ihr Vater Reiner Loer haben sogar ihrer Austauschschülerin Anika Lötter aus Südafrika das Sportabzeichen gezeigt. Lötter stößt die Kugel knapp acht Meter weit. »Wir sind jedes Jahr hier und haben sie diesmal mitgenommen«, sagt Reiner Loer.

Das Familiensportabzeichen macht der 10-jährige Armin Warner regelmäßig. Bereits zum fünften Mal absolviere er das Abzeichen. Zusammen mit Armin Förster probierte er sich im Weitsprung. Förster ist erfahren, denn das Abzeichen hat er 33-mal geholt und das in Gold. »Das Schöne daran ist, dass ich jedes Jahr meine Fitness bestätigen kann«, sagt Förster, der zudem die Vielfalt bei den Prüfungen schätzt. »So kann ich auch immer mal wieder etwas Neues ausprobieren.«

Neu ist auch die nur noch einmal wöchentlich stattfindende Abnahme des Sportabzeichens, die montags ab 18 Uhr stattfinden wird. »Speziell in den Ferien ist zu unserem zweiten Termin am Mittwoch kaum jemand zu unserem Angebot gekommen«, sagt Lau­stroer, dessen Team noch bis in den Oktober die Abnahme plant.

Doch warum sollten Interessierte das Sportabzeichen ablegen? »Um sich fit zu halten und weil der Sport in der Gruppe einfach mehr Spaß macht«, sagt Laustroer.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.