Fußball-Bezirksliga: Herbstmeister VfB Schloß Holte ist noch ungeschlagen Alle Erwartungen übertroffen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Fünfzehn Spiele, neun Siege und sechs Unentschieden hat der VfB Schloß Holte auf dem Konto. Mit 33 Punkten, und noch ohne Niederlage, führt das Team von Trainer Mario Lüke die Tabelle der Bezirksliga Staffel II an. Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT spricht Lüke über den Herbstmeistertitel und seine Erwartungen an die Rückrunde.

Von Marvin Hanke
Eine Ausnahme: Der VfB Schloß Holte um Tomasz Szymura (links) und Kapitän Marc Mende war in der Hinrunde nur schwer zu stoppen. Mit sieben Toren ist Szymura drittbester VfB-Torjäger. Mende hat sich in seiner ersten VfB-Saison als tragende Kraft etabliert.
Eine Ausnahme: Der VfB Schloß Holte um Tomasz Szymura (links) und Kapitän Marc Mende war in der Hinrunde nur schwer zu stoppen. Mit sieben Toren ist Szymura drittbester VfB-Torjäger. Mende hat sich in seiner ersten VfB-Saison als tragende Kraft etabliert. Foto: Felix Bröker

Das Hinrundenfazit: »Wir haben eine gute Truppe mit tollem Charakter«, findet Trainer Mario Lüke. Angesichts der Tabellensituation, seit dem zweiten Spieltag ist der VfB Tabellenführer, habe man natürlich nicht viel Grund sich zu beschweren. »Den ein oder anderen Punkt haben wir aber schon liegen gelassen.« Insbesondere die Einarbeitung der neuen Spieler und die gelungene Kompensierung von Abgängen freuen den Trainer: »Das war so nicht zu erwarten, wir haben die Liga dominiert.«
Der wichtigste Sieg: »Das ist schwer zu sagen, jeder Sieg ist wichtig, aber zwei besonders schöne fallen mir da ein.« Zum einen nennt Lüke den 3:0-Derbysieg gegen Stukenbrock, da habe man 90 Minuten tollen Fußball vor einer »Wahnsinns-Kulisse« gespielt. Wichtig sei auch der 5:4-Sieg in Marienfeld gewesen, einen 0:4-Rückstand hatte der VfB in Unterzahl noch gedreht. »Da haben wir nie aufgegeben und Durchhaltevermögen bewiesen.« Auch das 2:1 gegen Viktoria Rietberg sei ein echter Prüfstein gewesen.
Die bitterste Niederlage: 15 Spiele hat der VfB in der Bezirksliga ohne Niederlage überstanden, einige »gefühlte Niederlagen« waren für Mario Lüke aber doch dabei. »Gegen Augustdorf und Friedrichsdorf müssen wir eigentlich einen Dreier einfahren. Zum Ende der Hinrunde ist uns aber etwas die Spannung verloren gegangen, die eigene Erwartungshaltung setzt einen dann unter Druck.« Andererseits habe man auch öfter Glück gehabt, wie beim zum Beispiel beim 3:3 gegen SC Bielefeld. Tomasz Szymura hatte quasi mit dem Abpfiff den Ausgleich erzielt.
Die größte Überraschung: Als Allererstes nennt Lüke als Antwort auf diese Frage die Herbstmeisterschaft: »Ganz klar die Tabellensituation. Ich denke wir haben jeden in der Liga, auch uns selbst, überrascht.« Die persönliche und sportliche Entwicklung der Spieler habe einen gewaltigen Sprung gemacht »Wir sind als Kollektiv besser geworden.« Unter den Neuzugängen haben Lüke insbesondere Marc Mende und Kevin Schubert beeindruckt: »Beide haben sich prächtig eingefügt und sind aus dem Verein nicht mehr wegzudenken.«
Der größte Pechvogel: Mehrere Spieler sind beim VfB langfristig ausgefallen. Am schlimmsten erwischte es Max Ulrich, der sich schon in der Vorbereitung verletzte und wieder herankämpfen musste, und sich im ersten Ligaspiel einen Kreuzbandriss zuzog. Lüke: »Dem juckt es richtig in den Knochen, so sehr vermisst der den Fußball.« Auch Stammtorhüter Marcel Rogalla, Björn Pähler und Neuzugang Niko Kompodietas fielen teilweise oder gar komplett aus. »Für die Rückrunde wünsche ich den Jungs, dass sie wieder voll einsteigen können.«
Ausblick auf die Rückrunde: »Die Winterpause kam für uns zum rechten Zeitpunkt.« Für die Rückrunde hat Lüke genaue Vorstellungen: »Ich will, dass wir so weitermachen wie bisher und aus unseren Möglichkeiten das Maximum rausholen. Die Position des Gejagten ist natürlich psychologisch schwer, aber wir wollen und können in der Rückserie mindestens genauso erfolgreich sein.«
Das muss sich bessern: Der VfB stellt den besten Angriff (48 erzielte Tore) und die beste Abwehr (18 Gegentore) der Liga, trotzdem sieht Lüke in beiden Bereichen noch Nachholbedarf. »Vorne mehr Tore erzielen und hinten sicherer stehen, das sollte schon unser Ziel sein. Spiele wie das 5:4 gegen Marienfeld brauche ich nicht jeden Tag.« Abgesehen von der Effizienz vor dem Tor sieht der Trainer aber wenig Verbesserungsbedarf: »Die Mannschaft passt menschlich und spielerisch super zusammen.«
Die Auf- und Abstiegskandidaten: »In der Abstiegszone ist alles sehr eng, da kann sich noch zu viel tun, so das ich da keine Prognose abgegeben kann.« Den Titel und den Aufstieg werden für Lüke fünf oder sechs Mannschaften untereinander ausmachen. »Wir haben eine sehr starke Bezirksliga, bis Platz 5 können alle oben mitmischen. Mit unseren tollen Fans im Rücken müssen die aber auch alle erstmal an uns vorbei.«
Die personelle Situation: Zwei Neuzugänge hat Lüke für die Rückrunde schon parat. Henrik Bredenbals unterstützt die Offensive des VfB. Der 18-Jährige aus Hövelhof spielte zuletzt bei der A-Jugend des Westfalenligisten SC Verl: »Henrik ist ein junges Talent, der im Mittelfeld oder im Sturm zentral spielen kann.« Für die Verteidigung wurde Tim Bertram vom SV Avenwedde verpflichtet. »Tim ist ein großer und stämmiger Spieler der trotz seiner Jugend schon viel Erfahrung gesammelt hat.« Bertram ist 20 Jahre alt, hat in der Jugend bereits in Verl und Gütersloh höherklassig gespielt, und zuletzt in der Landesliga bei Avenwedde gegen den Ball getreten.
Die Rückrundenvorbereitung: Trainingsauftakt beim VfB ist am 5. Februar. Sieben Testspiele haben die Holter auf dem Programm, unter anderem steht am 25. Februar ein Spiel gegen VfL Theesen an (19 Uhr). Der Auftakt der Testspielreihe findet am 15. Februar beim SC Vlotho statt (15 Uhr).

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