Sieben Neue in der Wiedenbrücker Startelf – Trainer trotz Kantersieg nicht zufrieden Mehnert rotiert Gegner schwindelig

Rheda-Wiedenbrück  (WB). Björn Mehnert hat mit einem radikalen Umbruch auf die 0:1-Blamage in Rhynern reagiert. Der Trainer des Fußball-Regionalligisten SC Wiedenbrück veränderte am Samstag seine Anfangsformation auf gleich sieben Positionen und hatte damit Erfolg.

Von Dirk Heidemann
Julian Wolff (rechts) ist Wegbereiter des Wiedenbrücker Kantersiegs gegen Wegberg-Beeck. In der kommenden Saison wird der Mannschaftskapitän allerdings ein anderes Trikot tragen, der Verein will den auslaufenden Vertrag mit dem 25-Jährigen nicht verlängern.
Julian Wolff (rechts) ist Wegbereiter des Wiedenbrücker Kantersiegs gegen Wegberg-Beeck. In der kommenden Saison wird der Mannschaftskapitän allerdings ein anderes Trikot tragen, der Verein will den auslaufenden Vertrag mit dem 25-Jährigen nicht verlängern. Foto: Wolfgang Wotke

Der FC Wegberg-Beeck wurde mit 5:1 (3:0) aus dem Jahnstadion gefegt. Ex-Kapitän Mariusz Rogowski (38) kam zu seinen ersten 90 Regionalligaminuten in dieser Saison (»Es hat Spaß gemacht, wieder auf dem Platz zu stehen«) und David Hüsing erzielte sein erstes Viertligator.

Yildirim und Batarilo prominenteste Opfer der Total-Rotation

Prominenteste Opfer der Total-Rotation waren Aygün Yildirim sowie Stipe Batarilo. Kresimir Matovina stand gar nicht im Kader. Das von Björn Mehnert gewählte Risiko war gleichwohl kalkulierbar. Denn bis auf eine akzeptable Anfangs-Viertelstunde, in der Thomas Lambertz (8.) sogar die Führung hätte erzielen können, blieb der Tabellen-16. bieder.

Gästecoach-Hansen bemängelt Kreisliga-Niveau

»So wie wir es verteidigt haben, funktioniert es in der Regionalliga nicht. Bei aller Qualität des Gegners: das hatte nur Kreisliga-Niveau«, fand FC-Trainer Friedhelm Hansen deutliche Worte. Nach dem 1:0 durch Julian Wolff (15.) seinen bei seinem Team alle Dämme gebrochen.

Björn Mehnert hätte hingegen auf dicke Hose machen können – tat er aber nicht und zeigte sich beinahe demütig. »Ich bin ein ganz kleiner Teil dieser Mannschaft und treffe nur die Entscheidungen. Die Jungs müssen es auf dem Platz umsetzen«, sagte der 41-Jährige. Eine entsprechende Demut erwartet er auch von seinem Team.

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Wenn man in der Regionalliga Fußball spielen darf, ist das etwas tolles. Hier die beleidigte Leberwurst zu spielen, ist der falsche Weg und dann würde man bei mir auch gegen eine Wand laufen

Björn Mehnert

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»Wenn man in der Regionalliga Fußball spielen darf, ist das etwas tolles. Hier die beleidigte Leberwurst zu spielen, ist der falsche Weg und dann würde man bei mir auch gegen eine Wand laufen«, hofft Mehnert, dass die von ihm am Samstag verteilten Denkzettel, die er natürlich nicht als solche verstanden wissen wollte, ihren Zweck erfüllen werden. Yildirim und Batarilo zeigten nach ihren Einwechselungen bereits eine Reaktion und machten deutlich, dass der Coach unter normalen Umständen gar nicht an ihnen vorbeikommen kann.

Titelheld Marvin Büyüksakarya ist der Mann des Tages

Mann des Tages am Samstag war indes Marvin Büyüksakarya mit zwei wunderschönen Treffern (28./72.). Vielleicht hatte es ihn beflügelt, dass er Titelheld des aktuellen Stadionmagazins ist und ihm auf zwei Seiten ein ausführliches Interview gewährt wurde. Schöne Geste nach dem 3:0 (32.) durch Robin Twyrdy: Daniel Brinkmann und der Torschütze selbst liefen zur Bank, schnappten sich die dort bereit liegenden Trikots der verletzten Viktor Maier sowie Antonyos Celik und reckten diese in die Höhe.

Trainer will bei jedem noch unentdecktes Potenzial wecken

Der blasse Tammo Harder musste auf 4:0 erhöhen (42.), stattdessen fiel das 3:1 (60.). »Das Gegentor ärgert mich. Daher bin ich auch nicht zufrieden«, mimte Björn Mehnert den Grandler, fügte aber an: »Immerhin bin ich zufriedener als am Mittwoch.« Gleichwohl sieht der Coach in jedem seiner Spieler noch unentdecktes Potenzial schlummern und das gelte es von ihm zu wecken. »Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Vorher war zwar nicht alles schlecht, aber es ist auch längst nicht alles in Ordnung.«

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