SC Wiedenbrück reagiert auf Leistungsabfall bei einigen Spielern Leitplanken enger gezogen

Rheda-Wiedenbrück (WB). Die peinliche 0:1-Niederlage beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht Westfalia Rhynern am Mittwoch hat dem SC Wiedenbrück nicht nur drei fest eingeplante Punkte gekostet. Sie hat auch dazu geführt, dass beim Fußball-Regionalligisten einiges auf den Prüfstand gestellt worden ist.

Von Dirk Heidemann
Zweikämpfer wie Robin Twyrdy (rechts) und Yannick Geisler (links) sind gefragt, wenn der SC Wiedenbrück an diesem Samstag 98 Tage nach seinem letzten Heimspiel in der Fußball-Regionalliga den FC Wegberg-Beeck empfängt.
Zweikämpfer wie Robin Twyrdy (rechts) und Yannick Geisler (links) sind gefragt, wenn der SC Wiedenbrück an diesem Samstag 98 Tage nach seinem letzten Heimspiel in der Fußball-Regionalliga den FC Wegberg-Beeck empfängt. Foto: Wolfgang Wotke

Nicht erst in den 90 Minuten am Papenloh stellte SCW-Trainer Björn Mehnert gewisse Tendenzen fest. Bereits nach der 0:2-Niederlage im ersten Test während der Wintervorbereitung bei der U23 des SC Paderborn hatte Mehnert davon gesprochen, dass einige nach der guten Hinserie etwas die Zügel schleifen lassen würden. Nun kommen offenbar noch Vertragsverhandlungen hinzu, die sich bei manchem Spieler hemmend auf die Leistung auswirken.

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Fußballer sind zwar Ich-AGs, müssen aber in einer Mannschaft funktionieren.

Björn Mehnert

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Dementsprechend platzte Björn Mehnert am Mittwochabend erneut der Kragen. »Auch wenn ich mit meiner Meinung vielleicht nicht zu 100 Prozent richtig liege, spreche ich Warnungen lieber frühzeitig aus«, sagt der 41-Jährige: »Fußballer sind zwar Ich-AGs, müssen aber in einer Mannschaft funktionieren.«

Erste Konsequenzen: Klare Verhaltensregeln in der Gruppe

Das war zumindest in Rhynern nicht der Fall. Und so hat Mehnert erste Konsequenzen gezogen – auch für sich selbst. »Vielleicht habe ich in der Vergangenheit zu viele Zugeständnisse gemacht und war ein wenig nachlässig. Auf jeden Fall werden die Leitplanken jetzt enger gezogen, es gibt klare Verhaltensregeln in der Gruppe«, sagt der SCW-Coach.

Mit Spielern, die sich in Vertragsverhandlungen befinden, seien »klare Vereinbarungen« über einen Zeitrahmen getroffen worden, in dem es zu einer Entscheidung kommen muss. Mehnert betont, er wolle »nichts dramatisieren« und auch im Training »nicht durchdrehen«. Wichtig sei ihm vielmehr, die Dinge, die aus dem Ruder zu laufen drohen, zu erkennen und auch offen anzusprechen: »Da bin ich konsequent.«

Trainer erwartet gegen Drittletzten Typen auf dem Platz

Die Ausgangslage im Hinblick auf das Heimspiel an diesem Samstag gegen den Tabellen-Drittletzten FC Wegberg-Beeck ist eindeutig. »Der Gegner befindet sich im Abstiegs- und Existenzkampf. Da erwarte ich, dass Typen auf dem Platz stehen, die Zweikämpfe gewinnen und nicht, dass wir den Gegner niederspielen«, so Björn Mehnert. Zu diesen Typen zählt er Robin Twyrdy und Yannick Geisler, die beide wieder zur Verfügung stehen, aber auch den in Rhynern erst in der Schlussphase eingewechselten Daniel Brinkmann. »Er hat die entsprechende Einstellung gezeigt und nicht enttäuscht«, sagt Björn Mehnert.

OP von Viktor Maier bei FC-Doc Schäferhoff ist gut gelaufen

Die Ausfall-Liste ist mit Neco Mohammad, Max Müller, Julian Linnemann, Antonyos Celik, Omar Diarra und Viktor Maier weiterhin ordentlich bestückt. Die am Freitag von Dr. Peter Schäferhoff, Mannschaftsarzt des 1. FC Köln, vorgenommene Operation an der gerissenen Patellasehne von Viktor Maier ist gut verlaufen. »Vielleicht kann er in diesem Jahr noch auf den Fußballplatz zurückkehren«, hofft Björn Mehnert.

So könnte der SCW spielen: Hölscher - Duschke, Twyrdy, Wolff, Büyüksakarya - Geisler - Batarilo, Brinkmann, Zech, Matovina - Yildirim.

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