Amtsgericht Bielefeld beauftragt Kanzlei mit Gutachen – Vier Ex-Spieler gehen leer aus Mustangs: Insolvenzverfahren läuft

Rheda-Wiedenbrück (WB). Jetzt ist es offiziell: Gegen den skandalträchtigen Basketballklub Westfalen Mustangs ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Bereits im November 2017 hat das Bielefelder Amtsgericht eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, ein Gutachten zur Aufklärung des Sachverhalts zu erstellen.

Von Christian Bröder
Der Spielbetrieb der Westfalen Mustangs ist längst eingestellt worden. Inzwischen ist am Bielefelder Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet worden.
Der Spielbetrieb der Westfalen Mustangs ist längst eingestellt worden. Inzwischen ist am Bielefelder Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Foto: David Inderlied

Schon jetzt zeichnet sich klar ab: Die Gläubiger, darunter vier ehemalige Spieler, bleiben wohl auf ihren Kosten sitzen.

Rechtsanwalt vertritt vier ehemalige Spieler

Davon geht zumindest der Verler Rechtsanwalt Peter Heethey aus, der mit Reggie Smith, Temur Kiknadze, Kristoffer Douse und Alberto Del Hoyo vier ehemalige Akteure vertreten hat, die ihren Ex-Klub auf nicht ausstehende Gehaltszahlungen verklagt hatten.

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Wir hatten versucht gegen den Vorstand vorzugehen und haben bei den Recherchen herausgefunden, dass bereits erhebliche Einträge in der Schuldner-Datei vorliegen.

Rechtsanwalt Peter Heethey

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»Wir hatten versucht gegen den Vorstand vorzugehen und haben bei den Recherchen herausgefunden, dass bereits erhebliche Einträge in der Schuldner-Datei vorliegen«, so Heethey. Demnach soll der Vorsitzende der Mustangs, ein basketball-verrückter, junger Mann, bereits vier und seine Mutter als zweite Vorsitzende sogar elf Einträge im Verzeichnis haben.

Vereinsoffizielle schwänzten alle Gerichtstermine

»Dieser Umstand hat uns davon abgehalten, gegen die Privatpersonen weiter vorzugehen«, so Anwalt Heethey. Zum einen würde dies weitere Kosten verursachen. Zum anderen sei ohnehin unsicher, dass seine Mandaten am Ende Geld bekämen. Insgesamt 31.325 Euro sind den vier Spielern vom Bielefelder Arbeitsgericht im vergangenen Jahr zugesprochen worden. Die Vereinsoffiziellen schwänzten alle Gerichtstermine und waren da bereits abgetaucht.

Amtsgericht beauftragt Kanzlei aus Rheda-Wiedenbrück

Und nun? Wie sieht die Vermögenssituation bei dem Verein aus? Ist genug Masse vorhanden, um überhaupt ein Verfahren zu eröffnen können? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Kanzlei Henz aus Rheda-Wiedenbrück. Sie ist durch einen dem WESTFALEN-BLATT vorliegenden Beschluss vom Amtsgericht mit der Erstellung eines Sachverständigen-Gutachtens beauftragt worden.

Keine Stellungnahmen am Montag

Eine Stellungnahme gibt am Montag auf Anfrage aber weder die juristische Instanz noch die Kanzlei aus der Emsstadt ab. Beide wird der seltsame Fall der Mustangs aber wohl noch die kommenden Monate beschäftigen.

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Das ist bedauerlich, zumal noch einmal Kosten entstanden sind, da wir selber noch den Gerichtsvollzieher beauftragt haben.

Rechtsanwalt Peter Heethey

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Die vier früheren Akteure, deren Ex-Klub durch den Westdeutschen Verband bereits im September vom Spielbetrieb ausgeschlossen worden ist, gehen derweil leer aus. »Das ist bedauerlich, zumal noch einmal Kosten entstanden sind, da wir selber noch den Gerichtsvollzieher beauftragt haben«, erklärt Heethey.

Laut ihres Anwalts haben Kiknadze, Douse, Del Hoyo und Smith aber Prozesskostenhilfe beantragt. Zudem stellen sie Überlegungen an, Strafanzeige gegen den Mustangs-Vorsitzenden, der für den Verein eine eidesstattliche Versicherung abgegeben haben soll, zu stellen. Rechtsanwalt Heethey meint: »Die Spieler wurden an der Nase herumgeführt. Es ist ein schwacher Trost, aber sie haben zumindest erreicht, dass das Ganze aufgedeckt wurde und nicht noch jemand in die Falle tappt.«

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