Bundesliga-Aufstieg der Hörster A-Jugend-Handballerinnen ist sogar in Kärnten ein Thema Ein spannendes, stressiges Jahr wartet

Halle-Hörste (WB). Sogar im 900 Kilometer entfernten Kärnten hat der Erfolg der Hörster Nachwuchshandballerinnen Furore gemacht: »Na, euer Kuhdorf hat es ja allen gezeigt«, beglückwünschte Christian Wegscheider von der Trachtenkapelle Lind im Drautal die Delegation des Männergesangvereins Hörste.

Von Gunnar Feicht
Pure Freude bei den Hörster A-Juniorinnen nach dem Bundesliga-Aufstieg.
Pure Freude bei den Hörster A-Juniorinnen nach dem Bundesliga-Aufstieg. Foto: Nico Seifert

Wegen dieses lange geplanten Auslandsbesuchs beim österreichischen Partnerverein konnte Thomas Wöstmann, der Sportliche Leiter der TGH, nur aus der Ferne mitfiebern, als die A-Jugend-Handballerinnen den Bundesliga-Aufstieg geschafft haben. Was er für den Verein bedeutet, weiß er aber genau einzuschätzen.

Die Erfolgsfaktoren

Wöstmann ist vor allem froh und stolz für seinen Verein, »weil wir diesen Erfolg mit unseren Qualitäten und nicht mit finanziellen Mitteln erzielt haben«. Drei Faktoren seien entscheidend: »Großer Sachverstand beim Trainergespann und im Umfeld der Mannschaft. Sehr viel Fleiß und Einsatzbereitschaft, dazu drittens viel Talent bei den Mädels.«

Der Ehrgeiz, es den anderen zeigen zu wollen, hat durchaus etwas mit der Entstehung des Aufstiegs -Slogans »Kuhdorf on fire« zu tun. Wöstmann: »Bei einem Qualifikationsturnier im Vorjahr war das aus den Reihen eines der Gegner zu hören: ›Hörste? Was ist das denn fürn Kuhdorf?‹ .« Zusätzliche Motivation für die Dorfklub-Handballerinnen. Trainer Dustin Lohde weiß sie in die richtigen Bahnen zu lenken. Und verdient sich auch bei Wöstmann großes Lob: »Es ist schon absolut außergewöhnlich, wie er sich einbringt und was er in seiner Zeit bei uns geleistet hat.«

Die Folgen für die TGH

Dass im Klub alle mit anpacken, hat das vergangene Wochenende gezeigt: Drei Jugend-Qualifikationsturniere musste die Abteilung parallel organisieren, mitten in den Vorbereitungen auf das große Freiluftturnier »Schlackeschlacht«, das am Monatsende ansteht. »Es ist großartig, was dieser Verein so alles stemmen kann und wie alle mit ins Rad greifen«, hebt Thomas Wöstmann hervor.

Weil die A-Mädchen-Bundesliga wie berichtet mit einer Vorrunde in Dreier-Gruppen startet, ist die wirtschaftliche Mehrbelastung für den Verein zunächst überschaubar. Aber einige weite Fahrten, Schiedsrichterkosten auf DHB-Ebene und erhöhter Organisationsaufwand wollen erst mal finanziert sein. Wöstmann hofft auf zweierlei: »Das ist ein für den Altkreis herausragender Erfolg, durch den wir für diese begeisterungsfähige Mannschaft hoffentlich zusätzliche Sponsoren gewinnen. Zudem sollte es sich bei ehrgeizigen Spielerinnen herumsprechen, was für gute Arbeit geleistet wird.« Die Hörster hoffen auf Verstärkungen aus sportlichen Gründen, auch mit Blick aufs aufstrebende Damenteam.

Vor einem Puzzlespiel

A-Jugend-Bundesliga und -Oberliga, Einsätze im Frauen-Landesligateam, im Kreis- und Westfalenpokalwettbewerb – auf den Hörster Talentschuppen wartet ein stressiges Jahr. Wie auch auf die Verantwortlichen im Hintergrund: »Das wird ein Puzzlespiel, alle Termine zu koordinieren«, weiß Wöstmann. Dass das Trainerteam die Belastung mit dem Vorteil eines großen Kaders richtig steuern wird, davon sind alle überzeugt. Zumal das Projekt von der Begeisterung der Spielerinnen getragen wird. Torwarttrainer Michael Kerschkowski macht es am Beispiel der Hüterinnen Lisa Kaiser und Marie Hasselfeldt deutlich: »Die hängen sich im Training richtig rein und haben sehr an sich gearbeitet. Dadurch waren sie heute ein wichtiger Faktor«, freute sich »Keller«.

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