Tennis-Trainer Jan de Witt berät Fußball-Bundesligist SV Werder Bremen Mit dem anderen Blick

Halle (WB). Als Trainer von Tennis-Stars wie Gilles Simon, Gael Monfils oder Viktor Troicki hat sich Jan de Witt weltweit einen Namen gemacht. Derzeit ist der 52-jährigen Mitbegründer der Haller Breakpointbase aber nicht auf dem Centre Court von Indian Wells anzutreffen. Er begleitet als Sportlicher Berater die Umstrukturierungen bei Fußball-Bundesligist SV Werder Bremen.

Von Stephan Arend
Schon als Kind stand Jan de Witt in der Ostkurve des Bremer Weserstadions. Nun arbeitet der Tennis-Coach als Sportlicher Berater des SV Werder.
Schon als Kind stand Jan de Witt in der Ostkurve des Bremer Weserstadions. Nun arbeitet der Tennis-Coach als Sportlicher Berater des SV Werder. Foto: nordphoto

In der Hansestadt aufgewachsen, ist Jan de Witt schon immer ein leidenschaftlicher Werder-Fan gewesen: »Das hat zu Zeiten vor Otto Rehhagel begonnen. Mein erstes Trikot stammt aus den 80er-Jahren.« Ob Basketball oder Beachvolleyball: Der erfolgreiche Tennis-Trainer schaut schon lange über den Tellerrand seiner Sportart und befindet sich seit einigen Jahren auch im Austausch mit Verantwortlichen seines Herzensvereins Werder Bremen – vor allem mit Björn Schierenbeck (Direktor des Leistungszentrums) und Florian Kohfeldt, der vor seiner Beförderung zum Chefcoach des Bundesliga-Teams die U23-Mannschaft trainiert hat. So hat Jan de Witt in der Vergangenheit das Leistungszentrum in Bremen besucht, sich Trainingseinheiten angeschaut und Gespräche mit Video-Analysten geführt. Kohfeldt war wiederum bei den Gerry Weber Open zu Gast, um sich mit Tennis-Trainern über verschiedene Stellschrauben im Leistungssport auszutauschen. Zuvor verfolgten Schierenbeck und Alexander Nouri (damals U23-Coach) in Halle eine Trainingseinheit von de Witts Schützling Gilles Simon und waren beeindruckt, dass dem Tennis-Profi für jeden Bereich Spezialisten zur Verfügung standen.

Nach der Beendigung der Zusammenarbeit mit Simon begleitet der Tennis-Coach aktuell keinen Profi auf der Tour und hat die Zusammenarbeit mit Werder Bremen intensiviert: »Ich wohne deshalb zur Zeit in Bremen, bin morgens um 8 Uhr beim ersten Meeting dabei und mein Tag endet manchmal um 21 Uhr mit der letzten Teambesprechung.« Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Individualförderung von Top-Talenten, die die Chancen junger Spieler erhöhen soll, den Sprung von der Jugend in den Bundesliga-Kader zu schaffen. Außerdem begleitet der Tennis-Coach mit sportartfremdem Blick den Bereich Athletik, Gesundheit, Fitness. »Ich schaue, was es an der Weser schon gibt, wie die Probleme in den Mannschaften angegangen werden. Ich gucke viel beim Training zu. Ich sage, was mir auffällt und stelle viele Fragen«, spricht Jan de Witt von einem »Austausch auf Augenhöhe«.

Wenn der Umstrukturierungs-Prozess irgendwann am Ende der Saison abgeschlossen ist, wird der Coach seine Zelte an der Weser wieder abbrechen. Eine dauerhafte Arbeit beim SV Werder kommt für ihn nicht in Frage: »Ich habe vom Fußball schließlich nicht mehr Ahnung als Millionen andere auch.« In Zukunft will und wird Jan de Witt, da ist er sich sicher, wieder als Tennis-Coach arbeiten. Doch auch dann wird der Kontakt zu Werder Bremen nicht abreißen und weiterhin ein Austausch stattfinden: »Ich war ja auch schon vor meiner Tätigkeit als Sportlicher Berater regelmäßig im Stadion und bin mit Björn Schierenbeck und Florian Kohfeldt befreundet.«

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