Tennis: Blau-Weiß Halles Frauen und Männer gewinnen die Westfalenmeisterschaft – volle Tribüne im Sportpark Zwei Titel, ein Aufstieg und ein bisschen Drama

Halle (WB). Die Erfolgsbilanz dieses Wochenendes in der Tennis-Winterrunde ist nicht zu toppen. Im heimischen Sportpark haben sowohl die Frauen als auch die Männer des TC Blau-Weiß Halle den Westfalenmeister-Titel geholt. Und als i-Tüpfelchen auf das Double hat das Herren 40-Team den Aufstieg in die Westfalenliga perfekt gemacht.

Von Stephan Arend
Vor ungewohnt großer und lauter Kulisse haben sich die Männer des TC Blau-Weiß Halle die Westfalenmeisterschaft geholt – von links: Christopher Koderisch, Johannes Kolowrat, Maximilian Friese, Lennart Zynga, Justin Eleveld, Marek Flinner, Ramon Wagner.
Vor ungewohnt großer und lauter Kulisse haben sich die Männer des TC Blau-Weiß Halle die Westfalenmeisterschaft geholt – von links: Christopher Koderisch, Johannes Kolowrat, Maximilian Friese, Lennart Zynga, Justin Eleveld, Marek Flinner, Ramon Wagner. Foto: Stephan Arend

»Eine herausragende Leistung. So etwas ist uns in der Winterrunde noch nie gelungen. Ich bin stolz auf die Mädels und Jungs.« Teamchef Thorsten Liebich freut sich auch über das große Zuschauer-Interesse. »Im Sommer bewegen sich diese Mannschaften in der Regionalliga leider oft unter dem Radar. Umso schöner, dass sie sich nun in den Vordergrund gespielt haben.«

Männer: Halle - BTTC 3:1

Dass die Zuschauertribüne im Sportpark rappelvoll gewesen ist, das hat auch Christopher Koderisch wohlwollend zur Kenntnis genommen. »So viele Leute haben hier noch nie zugeschaut. Die Unterstützung war überragend. Endlich haben wir die Aufmerksamkeit bekommen, die wir verdient haben«, sagt Halles Mannschaftsführer, der mit dem Einzelsieg gegen seinen Ex-Teamkollegen Patrick Pradella den Titelgewinn schon im letzten Einzel sichert.

»Toto« dominiert auch diese Spitzeneinzel mit seinen gefühlvollen Slicebällen, gibt bei eigenen Aufschlagspielen kaum Punkte ab. Insgesamt zum dritten Mal gewinnt Koderisch mit den Blau-Weißen in der Halle den Titel. Verloren hat er nur einmal – das Finale im Vorjahr in Versmold. Der Erfolg zwölf Monate später ist ein ganz besonderer: »Wegen der tollen Stimmung mein persönliches Highlight der Winterrunde.«

Zunächst bringt Lennart Zynga die Gastgeber wie erwartet und ohne Probleme gegen Kevin Kaczynski in Führung. Johannes Kolowrat, der in die Mannschaft gerückt ist, verliert zwar in drei Durchgängen gegen Maximilan Wilde. Doch in der Endabrechnung ist es sein gewonnener Satz, der den vorzeitigen Sieg perfekt und die Doppel überflüssig macht.

Den Punkt zum zwischenzeitliche 2:1 verbucht Justin Eleveld mit einer bärenstarken Leistung gegen Lars Hendrik Behlen. Der Holländer (7:0) bleibt ebenso wie Koderisch und Zynga (jeweils 11:0) in der gesamten Winterrunde im Einzel und Doppel ungeschlagen – auch diese Bilanz wird kaum zu toppen sein.

Weil schon um 15 Uhr das Match samt Siegerehrung beendet ist, bleibt auch am Finalsonntag noch die Zeit für ein gemeinsames Fußball-Spiel. »Mein Team Alt hat glaube ich schon 100 Mal gewonnen und noch nie verloren«, schmunzelt Koderisch – eine weitere erstaunliche Bilanz...

Ergebnisse: Christopher Koderisch - Patrick Pradella 6:3/6:4, Lennart Zynga - Kevin Kaczynski 6:3/6:0, Justin Eleveld - Lars Hendrik Behlen 6:3/6:2, Johannes Kolowrat - Maximilian Wilde 4:6/6:1/7:10.

Frauen: Halle - Soest 4:2

Den dicksten Brocken haben die Blau-Weißen schon in den Gruppenspielen aus dem Weg geräumt. »Münster war der stärkste Gegner. Aber super, wie die Mannschaft nun im Finale ihrer Favoritenrolle gerecht geworden ist«, sagt Thorsten Liebich.

Halles Teamchef hat den Verlauf des Endspiels genauso vorhergesagt. An Position eins und vier lassen Jainy Scheepens und Tanja Klee bei ihren Zweisatz-Siegen wie erhofft nichts anbrennen. Spannend dagegen die Duelle an zwei und drei. Zunächst kämpft sich Franziska Kommer nach verlorenem ersten Satz gegen die starke Holländerin Van de Wal zurück in die Partie. »Sie hat am Anfang alles getroffen.

Dann habe ich die Bälle früher genommen, sie ins Laufen gebracht und ihren Aufschlag besser gelesen«, erklärt Matchwinnerin »Franzi« ihr Erfolgsrezept. Catrin Levers hat danach beim Stande von 3:0 die vorzeitige Entscheidung auf dem Schläger, verliert den Matchtiebreak aber trotz 8:4-Führung. Bitter, dass Gegnerin Jana Hecking bei ihrem Matchball einen langsamen Rückhand-Slice, der auf die Linie springt, »aus« gibt – ein kleines Drama, das mit Tränen endet. Levers ist fassungslos: »Und dann muss ich mir noch sagen lassen, dass sie nichts dafür kann, dass ich ein 8:4 verspiele.« Die Enttäuschung und Wut der Haller Mannschaftsführerin ist aber schon wenig später vergessen. Das Doppel Scheepens/Kommer holt ohne Mühe den noch fehlenden Satz zum Titelgewinn.

Ergebnisse: Jainy Scheepens - Alexandra Bezmenov 6:2/6:3, Franziska Kommer - Jaimy-Gayle Van de Wal 3:6/6:2/10:2, Catrin Levers - Jana Hecking 6:3/0:6/8:10, Tanja Klee - Franziska Köhler - 6:3/6:4; Scheepens/Kommer - Bezmenov/Hecking 6:3/Aufgabe Soest, Klee/Lisa Halfmann - Van de Wal/Köhler 0:6/1:6.

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