Tennis-Bundesliga: Blau-Weiß Halles Pflichtsieg – Sonntag in Krefeld: »Das wird eine Schlacht« Aufschlag-Gewitter von Pavic

Halle (WB). Vor elf Monaten ist Tennis-Bundesligist TC Blau-Weiß Halle nach einem Krimi in Neuss Deutscher Meister 2015 geworden – ein unvergessener Tag. Das Wiedersehen der beiden Teams am zweiten Spieltag der Saison 2016 wird keinen Platz in der Vereinschronik finden.

Von Stephan Arend  und Sören Voss
Aufschlag-Riese Ante Pavic kämpfte sich bei seinem Debüt im Haller Bundesliga-Team durch. Die Blau-Weißen gaben beim 6:0 nur einen Satz ab.
Aufschlag-Riese Ante Pavic kämpfte sich bei seinem Debüt im Haller Bundesliga-Team durch. Die Blau-Weißen gaben beim 6:0 nur einen Satz ab. Foto: Sören Voss

Zu schwach die Aufstellung der Gäste, zu vorhersehbar der Spielverlauf. »Das Ergebnis ist nicht überraschend. Wir waren klarer Favorit«, hakte Thorsten Liebich das 6:0 als Pflichtsieg ab. Während Halles Teamchef den heimischen Fans beim ersten Heimspiel ein namhaftes Team präsentierte, ergab sich Neuss schon im Vorfeld seinem Schicksal, schonte wohl seinen Etat für die entscheidenden Spiele im Kampf um den Klassenerhalt und trat mit der Nummer elf bis 14 der Meldeliste an.

Dennoch waren die ersten beiden Einzel spannend. Neuzugang Ante Pavic erwischte beim 7:6/7:5 gegen Clinton Thomson einen 2:5-Fehlstart und lief auch in Durchgang zwei einem Break hinterher. Auffällig die vielen Asse des 1.96 Meter großen Kroaten, der vor einigen Jahren im Breakpointteam trainierte und als Youngster bereits für Halle II zum Einsatz kam. Trotz des Aufschlag-Gewitters hat Pavic noch Luft nach oben: »Es war nicht mein bestes Spiel. Es gab Höhen und Tiefen. Aber zum Glück habe ich es am Ende hinbekommen. Ich kenne noch viele Leute hier. Ich habe zunächst für drei Spiele zugesagt, aber vielleicht werden es noch mehr.«

Ein wichtiger Faktor in dieser Saison soll auch Jarkko Nieminen werden, der nach Beendigung seiner Profi-Karriere für nahezu alle Partien bereit steht. Gegen Kevin Deden kam der Finne im zweiten Satz zwar kurzzeitig vom Erfolgsweg ab. Doch im entscheidenden Moment ließ Nieminen überhaupt keinen Zweifel aufkommen, dass er als Sieger vom Platz geht. »Das war ganz stark, wie Jarkko im Matchtiebreak angezogen hat«, sagte Liebich, der mit der Heimspiel-Premiere zufrieden war. Robin Haase und Jan-Lennard Struff ließen an den Spitzenpositionen ebenso wie die folgenden Doppel überhaupt nichts anbrennen. Und 1400 Zuschauer an einem Freitag gegen einen chancenlosen Kontrahenten sind eine mehr als ordentliche Resonanz.

Wohin die Reise der Blau-Weißen in dieser Saison nach der Auftaktniederlage in Düsseldorf und dem Pflichtsieg gestern gegen Neuss gehen wird, das zeigt sich wahrscheinlich schon am Sonntag in Krefeld. Die Gastgeber wollen den Titel holen, haben ein Topteam und zum Auftakt mit Kantersiegen die Muskeln spielen lassen. »Die werden gegen uns alles aufbieten, was möglich ist«, glaubt Liebich. Halle wird mit der starken Besetzung von Freitag versuchen, dagegen zu halten. Eine weitere Option könnte Daniel Munoz-de la Nava werden. Thorsten Liebich erwartet ein Duell auf höchstem Niveau: »Wenn wir verlieren, müssen wir nicht mehr nach ganz oben blicken. Das wird eine echte Schlacht, darauf freue ich mich.« Und Teammanager Ralf Weber sagte: »Das war gegen Neuss doch ansehnlicher Tennissport. Ich bin sehr zufrieden, dass die Mannschaft wieder Tritt gefunden hat. Wir können nun unbeschwert nach Krefeld fahren, denn die Favoritenrolle liegt nicht bei uns.«

Ergebnisse: Robin Haase - Tom Schönenberg 6:2/6:3, Jan-Lennard Struff - Maximilian Dinslaken 6:0/6:3, Ante Pavic - Clinton Thomson 7:6/7:5, Jarkko Nieminen - Kevin Deden 6:1/4:6/10:1; Härteis/Pütz - Dinslaken/Thomson 6:3/6:4, Pavic/Struff - Schönenberg/Deden 6:3/6:2.

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