Handball-Verbandsliga: Auswärtsspiel in Harsewinkel wird zur sportlichen Farce Steinhagen tritt mit »D-Team« an

Steinhagen (hn). Die Aufregung um das Spiel der Steinhagener Notbesetzung im Verbandsliga-Derby bei der TSG Harsewinkel will sich immer noch nicht legen. Die TSG wehrt sich gegen den Vorwurf der Spvg., das Spiel nicht verlegen zu wollen.

Hochzeitsfeier statt Punktespiel. Weil Christian Blankert (rechts) heiratet, tritt Spvg. Steinhagen heute Abend mit Akteuren aus der Kreisklasse in Harsewinkel an.
Hochzeitsfeier statt Punktespiel. Weil Christian Blankert (rechts) heiratet, tritt Spvg. Steinhagen heute Abend mit Akteuren aus der Kreisklasse in Harsewinkel an. Foto: Sören Voss

Bekanntlich feiert Spvg.-Kapitän Christian Blankert heute Abend seine Hochzeit. Weil von der ersten selbst bis zur dritten Mannschaft so ziemlich alles, was in Steinhagen Handball spielt, zu Blankerts großem Tag eingeladen ist, schickt der Verein eine mit Spielern der »Vierten« bestückte Mannschaft aufs Parkett, die wohl kaum als »wettbewerbsfähig« einzustufen ist. Vorsorglich bittet Dirk Blankert, Sportlicher Leiter der Steinhagener, schon vorab um Verständnis und sportlichen Respekt.

»Wir werden das Spiel mit einer Notbesetzung bestreiten, zumeist mit Spielern der vierten Mannschaft sowie reaktivierten Akteuren. Sie sollten daher in der Halle nicht zum Ziele von Hohn und Spott werden, sondern einen möglichst respektvollen Umgang erfahren. Wir haben bereits die angesetzten Schiedsrichter und die Staffelleitung informiert«, lautet die Erklärung, die Blankert gestern im Namen der Spvg verschickte.

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Die Spieler sollten daher in der Halle nicht zum Ziele von Hohn und Spott werden, sondern einen möglichst respektvollen Umgang erfahren.

Dirk Blankert

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Mit einiger Mühe hatte Dirk Blankert in der Vorwoche die Spieler der vierten Garnitur überredet und sogar mit einem Betrag für die Mannschaftskasse »bestochen«. Mit Blick auf die horrenden Kosten von bis zu 800 Euro für ein Nichtantreten eine lohnenswerte Investition. »Das Endergebnis spielt überhaupt keine Rolle«, versuchte er sich als Motivator für die unbequeme Auswärtsmission.

Kritik der Steinhagener am Harsewinkeler Unwillen zur Spielverlegung kontern wiederum die TSG-Verantwortlichen. »Natürlich hatten wir uns bemüht, das Spiel zu verlegen«, sagt TSG-Trainer Manuel Mühlbrandt. Zum Ausweichtermin am 1. April weilten vier seiner Spieler noch im Osterurlaub.

Gegen das zu erwartende D-Team aus Steinhagen will Mühlbrandt jedenfalls »Handball spielen lassen und unsere Konzeptionen sowie Abläufe weiterentwickeln«. Keinesfalls soll der Gegner aber lächerlich gemacht werden. »Dann würde ich sofort von außen einwirken«, betont der Harsewinkeler Trainer.

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