Tennis-Bundesliga: 2700 Zuschauer sehen 4:2 im Verfolger-Duell gegen Krefeld Halle bleibt Aachen auf den Fersen

Halle (WB). Als Daniel Munoz-de la Navas Gegner verletzungsbedingt aufgegeben und Tim Pütz sein Einzel souverän gewonnen hatte, fachsimpelten einige Tennis-Fans schon über die Höhe des Sieges. Doch Blau-Weiß Halle machte es in der Bundesliga gegen BW Krefeld beim 4:2 (2:2) doch noch spannend.

Von Sören Voss
Der Moment des Sieges: Tim Pütz (hinten) reckt die Arme nach oben, auch Doppelpartner Jarkko Nieminen bejubelt Halles 4:2-Erfolg gegen Krefeld.
Der Moment des Sieges: Tim Pütz (hinten) reckt die Arme nach oben, auch Doppelpartner Jarkko Nieminen bejubelt Halles 4:2-Erfolg gegen Krefeld. Foto: Sören Voss

Die Hauptsache aus Sicht der Ostwestfalen: Halle festigte mit dem Erfolg vor der erneut ansehnlichen Kulisse von offiziell 2700 Zuschauern den zweiten Tabellenplatz und sitzt damit Tabellenführer Aachen im Nacken. Mit einem 6:0 oder 5:1-Sieg im direkten Duell an der Weststraße am kommenden Wochenende könnten die Lindenstädter den Topfavoriten sogar noch von der Spitze verdrängen.

Gegen den Tabellendritten aus Krefeld haben die Schützlinge von Teamchef Thorsten Liebich schon bewiesen, dass sie aktuell in guter Form sind und den Titel nicht kampflos abschenken wollen. Daniel Munoz-de la Nava lag bereits 6:2 in Führung, profitierte dann aber davon, dass Kontrahent Cervantes mit Beschwerden an der Ferse aufgab und sich fürs Doppel schonen wollte.

Ohne Probleme kämpfte sich Tim Pütz nebenan beim 6:3/6:2 gegen Pablo Galdon durch. Im Vergleich zum mühevollen Einzel gegen Düsseldorf war der 27-Jährige nicht wiederzuerkennen. »Viel habe ich eigentlich seitdem nicht verändert. Ich war beim Friseur und hab mir vielleicht die Fußnägel geschnitten«, scherzte Pütz.

Doch nur wenig später sollte den Hallern das Lachen vergehen. Der bei seinem Einzel-Debüt an Position drei aufgebotene Aslan Karatsev lieferte sich mit Renzo Olivo das erwartet enge Match. Der Russe führte im Tiebreak des ersten Satzes mit 4:2, musste sich jedoch hier geschlagen geben – genauso wie im Tiebreak des zweiten Satzes.

Ball im Blick: Aslan Karatsev verlor zwar sein Einzel-Debüt, steuerte aber im Doppel einen Sieg bei. Foto: Sören Voss

Im hochklassigsten Spiel des Tages ging es zwischen Jarkko Nieminen und Krefelds Dauerbrenner Maximo Gonzalez nach dem 3:6/6:3 in den Match-Tiebreak. Weil der Routinier trotz 6:4-Vorsprungs mit 6:10 unterlag, war der Haller Sieg beim 2:2-Zwischenstand nun alles andere als sicher.

Doch diese Einzel-Niederlage, seine dritte im Haller Dress überhaupt, schien Nieminen richtig angestachelt zu haben. Zusammen mit Tim Pütz lieferte der Finne im anschließenden Doppel eine bärenstarke Leistung – und die brauchte es gegen Gonzales/Olivo auch. Während Karatsev im Duett mit Munoz, wie erwartet, souverän punktete, fiel auf dem immer noch gut besuchten Centre Court die Entscheidung.

Als hier die Haller nach gewonnenem ersten Durchgang (6:3) im Tiebreak des zweiten Satzes ihren zweiten Matchball nutzten, war der Jubel groß – bei den Fans und auch bei Teamchef Thorsten Liebich: »Ich hatte nach dem 2:2 auf ein 3:3 getippt, weil Krefeld auch ein starkes Doppel auf dem Platz hatte. Aber Jarkko und Tim haben sich super durchgekämpft. Wir können insgesamt stolz auf die Truppe sein und freuen uns jetzt auf ein richtig geiles Spiel am nächsten Sonntag gegen Aachen.«

Blau-Weiß Halle – Blau-Weiß Krefeld 4:2 (2:2)

Jarkko Nieminen – Maximo Gonzalez  3:6/6:3/6:10
D. Munoz-de la Nava – In. Cervantes  6:2/aufgeg.
Aslan Karatsev – Renzo Olivo 6:7(4)/6:7(6)
Tim Pütz - Pablo Galdon 6:3/6:2
Nieminen/Pütz – Gonzalez/Olivo  6:3/7:6(5)
Munoz/Karatsev –   Cervantes/Galdon  6:3/6:2

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