DHB-Amateurpokal: Steinhagen verliert Krimi gegen Siebengebirge/Thomasberg 29:30  Dreimal »Bassel« reicht nicht

Steinhagen (WB). Am Ende herrscht einfach nur blankes Entsetzen bei Handball-Verbandsligist Spvg. Steinhagen. Keeper Sebastian Brüggemeyer feuert den Ball gegen die Decke, Christian Blankert rennt gestikulierend zum Schiedsrichter: Die Cronsbach-Crew ist soeben mit 29:30 (17:14) gegen die HSG Siebengebirge/Thomasberg aus dem Amateurpokal-Wettbewerb ausgeschieden - nach einer mehr als strittigen Schlussszene.

Von Sebastian Hahn
Blankes Entsetzen beim Kapitän: Steinhagens Christian Blankert kann die Schiedsrichterentscheidung zum entscheidenden 30. Tor der HSG Siebengebirge/Thomasberg nicht nachvollziehen. Die Spvg. ist im Pokal-Achtelfinale ausgeschieden.
Blankes Entsetzen beim Kapitän: Steinhagens Christian Blankert kann die Schiedsrichterentscheidung zum entscheidenden 30. Tor der HSG Siebengebirge/Thomasberg nicht nachvollziehen. Die Spvg. ist im Pokal-Achtelfinale ausgeschieden.

 Denn bevor HSG-Akteur Malte Mondry die Gäste mit der Schlusssirene zum Sieg und damit ins Viertelfinale werfen kann, spielen sich turbulente Szenen am Spvg.-Kreis ab: Erst wehrt Torhüter Brüggemeyer einen Wurf des Oberligisten zur Seite ab, dann fliegt die Kugel ins Seitenaus - Ballbesitz Thomasberg. Diesmal tankt sich Edgar Schulz halblinks zum Kreis durch, erneut hat Brüggemeyer die Hände dazwischen. Doch damit nicht genug: Tim Schlösser fischt den Ball aus dem Kreis - und trifft abermals den bockstarken Spvg.-Keeper. Während die meisten der rund 400 Zuschauer auf den Rängen der Halle am Schulzentrum bereits jubeln, rollt der Ball erneut gefährlich nahe an den Kreisrand - wo Mondry sich die Kugel schnappt und zum Sieg einnetzt.

 »Die Schiedsrichter haben über die komplette Partie souverän gepfiffen, aber in solch einer Situation musst du eigentlich spätestens beim zweiten Mal das Spiel unterbrechen«, kommentierte Trainer Stephan Neitzel die Leistung des Unparteiischengespanns Thorsten Zimmermann und Marcel Brückner aus Solingen und Tönisvorst. Die Drittliga-Referees hatten entschieden, dass der Ball im Kreis nicht am Boden gelegen habe, sondern in der Luft gewesen sei. »Die Partie auf so eine Weise zu entscheiden, ist äußerst bitter und wird ihr wirklich nicht gerecht«, sagte Neitzel verbittert.

 Zuvor hatten beide Teams den zahlreichen Zuschauern eine hochklassige Handballpartie geboten, in der ein Klassenunterschied zwischen dem Oberligisten aus dem Siebengebirge und den heimischen Verbandsliga-Handballer nicht sichtbar wurde. »Wir waren auf jeden Fall auf Augenhöhe und haben gezeigt, dass wir mit solchen Mannschaften mithalten können«, erklärte Steinhagens Lukas Schulz nach der Partie. Daher bissen sich die Gäste auch bereits in den Anfangsminuten an der giftigen Steinhagener Deckung die Zähne aus, immer wieder klaute die junge Cronsbach-Crew den Ball und münzte diese Ballgewinne in einige Treffer um. Als dann auch noch Robin Kasper gegen Ende der ersten Halbzeit mit drei Rückraum-Geschossen heiß lief, konnten sich die Steinhagener zwischenzeitlich auf bis zu vier Tore absetzen.

 Nach der Pause fiel das Team von Stephan Neitzel dann aber in ein kleines Loch, schnell konnten die Gäste ausgleichen und führten fünf Minuten vor Schluss sogar mit 28:26. Zwei Treffer von Schulz und Benny Rieks sorgten jedoch für den Ausgleich, den Steinhagen bis zu den Schlusssekunden hielt. »Am Ende ist das natürlich einfach nur bitter, aber insgesamt kann ich mit der Leistung meiner Mannschaft absolut zufrieden sein«, resümierte Neitzel am Ende.

 Im letzten Spiel des Tages blieb den Steinhagenern so nur die Zuschauerrolle. Dort fertigte Niederrhein-Oberligist Borussia Mönchengladbach, der im zuvor ausgespielten Achtelfinale den OSC Dortmund 29:21 geschlagen hatte, die siegreiche HSG dann deutlich mit 37:23 ab. Damit stehen die Borussia-Handballer im Halbfinale, wo sie im März auf den schleswig-holsteinischen Vertreter DHK Flensborg treffen.

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