Handball-Verbandsliga: Steinhagen gewinnt 30:25 gegen Harsewinkel – Torwart Brüggemeyer überragt  »Bassel« und die Zwerge 

Steinhagen (WB). Bei der Handball-WM wird immer direkt nach Abpfiff der beste Spieler der Partie gekürt. In der Verbandsliga gibt es dieses Ritual zwar nicht, beim 30:25 (14:10) der Spvg. Steinhagen gegen TSG Harsewinkel wäre die Wahl aber eindeutig ausgefallen.

Von Sören Voss
Spvg. Steinhagens großer Rückhalt: Torwart Sebastian Bassel Brüggemeyer hatte mit 19 Paraden großen Anteil am Derbysieg gegen TSG Harsewinkel.
Spvg. Steinhagens großer Rückhalt: Torwart Sebastian Bassel Brüggemeyer hatte mit 19 Paraden großen Anteil am Derbysieg gegen TSG Harsewinkel.

Nicht nur wegen seines knallgrünen Sweaters stach ein Akteur heraus. Steinhagens Torwart Sebastian Brüggemeyer raubte Harsewinkel mit 19 Paraden den Nerv und legte damit den Grundstein dafür, dass die Cronsbach-Crew Tabellenrang drei verteidigte. Brüggemeyer, überall nur »Bassel« genannt, hatte sichtbar Bock. »Das hat natürlich Spaß gemacht. Wir haben nicht überdreht und unser Spiel durchgezogen. Besonders die Rückraum-Halben hatten wir super im Griff«, strahlte der Matchwinner nach dem vierten Steinhagener Sieg im vierten kreisinternen Duell dieser Saison.

Richtige Derbystimmung wollte am Laukshof allerdings nicht aufkommen. Vielleicht lag es an der mäßigen Kulisse von (optimistisch geschätzten) 250 Zuschauern, dass die Partie besonders in der ersten Halbzeit regelrecht vor sich hindümpelte. Die Gäste, mit einem 14:2-Lauf angereist, erwischten den besseren Start, weil sie sich viele gute Chancen herauskombinierten. Harsewinkel war bis zum 8:6 (14.) vorne, scheiterte aber schon vor der Pause aus exzellenten Positionen entweder an Brüggemeyer oder der eigenen Wurfschwäche.

Ein ausgelöster Feueralarm war nach weniger als einer Minute abgestellt – ebenso wirkungsvoll griffen die Gastgeber jetzt in der Abwehr zu. Die Steinhagener schafften es, ihre körperliche Unterlegenheit mit starker Beinarbeit und großem kämpferischen Einsatz wettzumachen. Es hatte eine gewisse Komik, wenn sich beispielsweise Yannick Peperkorn oder Christian Blankert gegen die zwei Köpfe größeren Gegenspieler Manuel Mühlbrandt oder Luca Sewing stemmten. Aber die Steinhagener »Zwergenabwehr« löste ihre Aufgabe gegen Harsewinkels Rückraumriesen mit Bravour.

Die TSG selbst hingegen fand in der eigenen Abwehr zu keinem Zeitpunkt diesen Zugriff auf die Spvg.-Angreifer, auf die eigenen Emotionen und somit auf das gesamte Spiel. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit ließ sich Schlussmann Johnny Dähne entnervt auswechseln. Obwohl Steinhagen in Jonas Maiwald ein echter Linkshänder für die Außenposition verletzungsbedingt fehlte, ließ sich Steinhagen nicht stoppen und agierte variabel, wobei besonders das Zusammenspiel mit Kreisläufer Kai Uhlemeyer gut funktionierte. Peperkorns Gegenstoß-Tor bedeutete nach 20 Minuten die erste Spvg.-Führung, bereits Mitte der zweiten Halbzeit war dann beim 21:15 die Gegenwehr der Gäste auf ein minimales Maß geschrumpft (46.).

»Dass wir in der zweiten Halbzeit in einer Aktion drei Mal den Ball nicht im Tor unterbringen, war bezeichnend. Wir haben zu viele Bälle weggeworfen und in der Abwehr hat das Timing gefehlt«, urteilte Gäste-Trainer Hagen Hessenkämper. Sein Steinhagener Pendant Stephan Neitzel hatte dagegen »eine sehr runde Sache« gesehen: »Toll, hoffentlich können wir uns jetzt auf diesem Niveau stabilisieren.«

Daten & Fakten

Steinhagen: Brüggemeyer, Noak (ein 7m); Henselewski, Schulz (7/4), Thiede, C. Blankert (4), P. Blankert (4), Uhlemeyer (5), Vogel (1), Peperkorn (1), Karnath (1), Buhrmester (2), Rieks (3), Kasper (2).
Harsewinkel: Dähne (1.-26., 31.-40.), Schumacher; Öttking (4/3), Hilla (1), Sewing (7), Mühlbrandt (6), Pelkmann, Lohde, Stöckmann (4), Birkholz (2), Bröskamp (1), Uphus.
Stationen: 2:2 (3.), 6:8 (14.), 9:8 (20.), 14:9, 14:10 (HZ), 16:10, 18:14 (43.), 21:15 (46.), 25:18, 26:20, 28:22, 30:25.
Zeitstrafen: 4:3
Zuschauer: 250.

So geht es weiter: Sa., 31.1., 19.15 Uhr, Hüllhorst (A).

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.