Kommentar zum Tönnies-Sponsoring beim FSV Gütersloh Folgt der Basis das Bündnis?

Ohne jede Zweifel! Tönnies ist der große finanzielle Fleischtopf, der den Frauenfußball im Kreis und den FSV Gütersloh nährt und am Leben hält. Für Europas größten Schlachtbetrieb wäre es wohl ein Leichtes, den Klub ganz alleine mit monetären Mitteln derart hochzumästen, dass er die Konkurrenz reihenweise zerlegen würde. Dazu wird es aber nicht kommen. Zum einen erstrahlen die Prioritäten im Hause Tönnies klar in Königsblau. Zum anderen betrachtet man die Zuwendungen, die im hohen fünfstelligen Bereich liegen sollen, richtigerweise als eine Grundlage für Größeres.

Von Christian Bröder
FSV-Geschäftsführer Michael Horstkötter (links) und Tönnies-Projektleiter Daniel Nottbrock.
FSV-Geschäftsführer Michael Horstkötter (links) und Tönnies-Projektleiter Daniel Nottbrock. Foto: Uwe Caspar

Tönnies-Projektleiter Daniel Nottbrock spricht von einer Basis und äußert für das seit sechs Jahren bestehende Sponsoring bis 2020 einen Wunsch, mit dem sich der FSV Gütersloh schon seit seiner Gründung 2009 schwer tut: die Akquise vieler weiterer Sponsoren. Dass dieses Vorhaben alles andere als leicht ist, weiß der 41-Jährige bestimmt auch aus seiner achtjährigen Erfahrung als 1. Vorsitzender des FSC Rheda. Als gute Vorbilder mit einer »breiten Masse an mittelständigen Sponsoren« und wirtschaftlichem Augenmaß führt Nottbrock den SC Verl und SC Wiedenbrück an. Der Vergleich ist hingegen schwer, denn: Frauenfußball ist immer noch eine ganz eigene Welt.

Gleichwohl schwebt auch den FSV-Machern um Michael Horstkötter ein Modell aus der Männer-Domäne vor, das sie für die Zukunft verfolgen. Ihre Vision: ein »Bündnis Ostwestfalen«, ähnlich dem des DSC Arminia Bielefeld, der übrigens 2017/2018 allein für seine abgestiegene Frauenmannschaft nahezu den gleichen Etat wie der FSV für den Gesamtverein gehabt haben soll. Ja, auch ein derartiger Zusammenschluss geberfreundlicher Firmen stünde der ostwestfälischen Nummer eins im Frauenfußball in Sachen Entschuldung und Nachhaltigkeit zweifellos gut zu Gesicht. Vielleicht dient das Tönnies-Bekenntnis ja diesmal als ein Signal...

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