RSV Gütersloh hält mit seinem Abendrennen am Freitag die Fahne in Ostwestfalen hoch Auf einer Insel der Glückseligen

Gütersloh (WB). Vor zwei Jahren erlebte die »Nacht« ein dunkles Kapitel, doch 2017 ist das Abendradrennen des RSV Gütersloh in neuem Glanz erstrahlt. Am Pfingstfreitag findet nun tatsächlich die 39. Auflage statt. Das ist für die Macher keine Selbstverständlichkeit und mit einem enormen Kraftakt verbunden, den längst viele andere Veranstalter scheuen.

Von Christian Bröder
Lokalmatador: Moritz Kaase (2. von links) vom RSV Gütersloh steht am kommenden Freitag bei der 39. Stadtwerke-City-Nacht ein weiteres »Heimspiel« bevor. Der Steher- und Derny-Spezialist ist für das Abendrennen durch die Innenstadt gesetzt.
Lokalmatador: Moritz Kaase (2. von links) vom RSV Gütersloh steht am kommenden Freitag bei der 39. Stadtwerke-City-Nacht ein weiteres »Heimspiel« bevor. Der Steher- und Derny-Spezialist ist für das Abendrennen durch die Innenstadt gesetzt. Foto: Carsten Borgmeier

»Es gibt in diesem Jahr in Ostwestfalen-Lippe nur noch zwei lizenzierte Radrennen. Uns. Und das andere findet in Herford statt«, spricht RSV-Vizepräsident Richard Riepe von einer gravierenden Situation im ostwestfälischen Raum (»So dramatisch wie in diesem Jahr war es noch nie«). Er warnt: »Wenn man gewisse Sportarten und ihre Veranstaltungen nicht immer wieder in der Bevölkerung zeigt, verschwinden sie irgendwann.«

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Für die Vereine wird es tatsächlich immer schwieriger, eigene Rennen zu organisieren und durchzuführen.

Hans-Jörg Eggert

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Zwar hält am 7. Oktober noch die Rad-Bundesliga mit ihrem Abschlussrennen Einzug auf dem Bilster Berg in Höxter. »Das fällt jedoch in den Zuständigkeitsbereich des BDR«, weiß Geschäftsführer Hans-Jörg Eggert und ergänzt: »Für die Vereine wird es tatsächlich immer schwieriger, eigene Rennen zu organisieren und durchzuführen.« Als Belege würden etwa die weggebrochenen Veranstaltungen in Paderborn und Brackwede dienen.

RSV denkt auch über die Ausrichtung der Westfalenmeisterschaften nach

Die Stadt Gütersloh präsentiert sich anno 2018 in Sachen Radsport hingegen gewissermaßen fast als eine Insel der Glückseligen. Man täte alles dafür, »dass wir die Fahnen weiter hoch halten können«, freut sich »Hansi« Eggert. Mit seinen Vorstandskollegen überlegt er deshalb derzeit, ob man in der zweiten Saisonhälfte auch noch erneut die Westfalenmeisterschaften ausrichten soll.

Kein Sicherheitskonzept für 10.000 Euro und keine Bezahlung für Duschen

Vor der aktuellen Großveranstaltung am 18. Mai auf dem Berliner Platz hebt er ausdrücklich das Entgegenkommen der Behörde hervor: »Wir können uns glücklich schätzen, dass wir keine Auflagen erfüllen müssen.« So hätten andere Veranstalter beispielsweise Sicherheitskonzepte für 10.000 Euro auf den Tisch zu legen oder müssten »für Banalitäten wie Umkleide- und Duschräumlichkeiten bezahlen«, weiß Eggert zu berichten.

Starke Unterstützung durch die Stadt und die Sponsoren

Da sich mit den Stadtwerken 2017 ein neuer Titelsponsor gefunden hat und BITel bereits seit 2009 ein treuer Unterstützer ist, dürfen sich am kommenden Freitag auch die 20 Topfahrer der Dernyrennen im Umkleidelokal am Städtischen Gymnasium passend ausstaffieren, um danach die Besucher rund um den schnellen Ein-Kilometer-Rundkurs durch die City für ihren Sport zu begeistern. Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda: »Die Atmosphäre ist sehr gut, als Zuschauer ist man nicht weit weg von der Strecke.«

1,5 Kilometer Gitter sorgen für Sicherheit am Streckenrand

Damit auch in puncto Sicherheit alles passt, sperren am Rand 1500 Meter jeweils 2,50 Meter lange Gitter die Strecke ab. Beim Auf- und Abbau der Begrenzung erhält der RSV Gütersloh seit Jahren Unterstützung von acht Jugendlichen des »Bauteil 5« der Weberei. Für den RSV-Geschäftsführer und sein Orga-Team ist auch diese Form der Hilfe ein Segen. »Wenn ich mir vorstelle, dass wir aus unseren 240 Mitgliedern auch noch acht dafür rekrutieren müssten, könnte das schwieriger sein, als das Fahrerfeld zusammenzubekommen«, feixt »Hansi« Eggert.

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