38:26 – TV Isselhorst filetiert den nächsten Konkurrenten Unter VolldampfRichtung Verbandsliga

Gütersloh-Isselhorst  (WB). Gut fünf Minuten vor dem Anwurf hat Dirk Elschner die Ruhe weg. Der Trainer des TV Isselhorst genießt am Hinterausgang der Sporthalle noch eine Zigarette, während er die Aufstellung des Gegners studiert. Wird die TG Hörste den Dominator der Handball-Landesliga tatsächlich in Bedrängnis bringen können?

Von Dirk Heidemann
Der Isselhorster Marvin Gregor lässt am Samstagabend keinen Gegenstoß ungenutzt und bringt es gegen die chancenlose TG Hörste am Ende auf zwölf Treffer.
Der Isselhorster Marvin Gregor lässt am Samstagabend keinen Gegenstoß ungenutzt und bringt es gegen die chancenlose TG Hörste am Ende auf zwölf Treffer. Foto: Wolfgang Wotke

Es läuft die 43. Minute, als »Else« eine Auszeit nimmt. Spürt er einen erhöhten Puls? Sein TVI hat in der zweiten Halbzeit erst ein Tor erzielt und liegt nur mit 23:19 vorne. Plötzlich glauben die »Rothosen« an eine Chance, die real aber nie existiert. Das sieht zwar auch Elschner so, aber sicher ist sicher.

16. Sieg im 16. Spiel ist das Ergebnis harter Arbeit

Eine kurze, knackige Ansprache – und schon läuft der Isselhorster Motor wieder. Am Ende steht der 16. Sieg im 16. Spiel, mit 38:26 (21:14) wird ein vermeintlicher Konkurrent deutlich in die Schranken gewiesen. Doch die Leichtigkeit, mit der der TVI seine Gegner zu filetieren liebt, ist das Ergebnis harter Arbeit.

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Ich muss mal ausdrücklich den Trainer loben, der kommt ja meist zu kurz. Wie er die Mannschaft taktisch vorbereitet hat und die 5:1-Abwehr umgesetzt wurde, war stark.

Guido Marquardt

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»Ich muss mal ausdrücklich den Trainer loben, der kommt ja meist zu kurz. Wie er die Mannschaft taktisch vorbereitet hat und die 5:1-Abwehr umgesetzt wurde, war stark. Zieht man die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit ab, dann war es ein ansehnliches Handballspiel«, sagt Guido Marquardt, Sportlicher Leiter des TVI.

Und wie bewertet der Gelobte den Auftritt? »38 Tore sprechen für sich. Unsere mannbezogene 5:1-Formation hat in der ersten Halbzeit hervorragend funktioniert, da hatten wir ein brutales Umschaltspiel«, sagt Elschner.

Beste Abwehr der Liga geht in Gregors Gegenstoß-Hagel unter

Und das geht so: Konzentriert verteidigen, Bälle erobern und Marvin Gregor auf die Reise schicken. Die Gäste, mit der besten Abwehr der Liga angereist, gehen im Gegenstoß-Hagel des im Zweitberuf als Leichathleten äußerst erfolgreichen Gregor unter. In der nahezu ausverkauften Sporthalle ist die als Tabellenvierter angereiste TG Hörste im ersten Durchgang nur ein Sparringspartner. Nach zehn Minuten leuchtet ein 9:3 von der Anzeigetafel. Unaufhaltsam donnert der TVI-Express mit Hochgeschwindigkeit der Pause entgegen.

Es folgt die erwähnte Schwächeperiode, die sich der nun fahrig agierende Spitzenreiter aber ganz alleine selbst zuzuschreiben hat. »Ich glaube nicht, dass wir in Gefahr waren«, sagt Elschner: »Immer dann, wenn wir den Ball haben laufen lassen, waren wir vor dem Tor in der Komfortzone und konnten frei werfen.«

Von Meisterschaft möchte Erfolgscoach Elschner noch nichts hören

Klar, Marvin Gregor ragt am Samstagabend mit zwölf Treffern heraus. Aber weitere Namen zu nennen, wäre angesichts der kollektiv guten Leistung den unerwähnten Spielern gegenüber unfair. Nun kann der TVI bei noch zehn ausstehenden Saisonspielen runterzählen, bis die Meisterschaft perfekt ist.

Davon möchte Dirk Elschner freilich noch gar nichts hören, sondern blickt in Richtung kommenden Samstag: »Sendenhorst, der nächste Stolperstein. Wenn einer meint, wir seien schon durch, dann werden wir dagegen arbeiten.« Der Coach steht weiter unter Dampf – vor, während und nach dem Spiel.

TV Isselhorst: Linke/Gräwe (25. bis 43.) - Martinez (7), F. Grabmeir (1), Gregor (12), Reckmann (2), Harbert (8/1), Höcker (2), Hanneforth, M. Grabmeir (6).

TG Hörste: Feist/Krause (ab 10.) - Kaiser (4), Schuster (2), Stutzki, Steinlechner, Wagemann (2), Borutta (9), Hagemann (1), Moukhtari (3), Tarner (5/3).

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