2. Bundesliga: FSV kann personelle Situation nicht kompensieren – Aehling gibt Debüt Gefühlter Neuanfang endet ernüchternd

Rheda-Wiedenbrück  (WB). Das Positive vorweg: Die befürchtete deutliche »Packung« ist es nicht geworden. Außerdem hat der FSV Gütersloh in der 2. Fußball-Bundesliga trotz zehn fehlender Spielerinnen beim 1:4 (0:3) gegen Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach am Sonntag zumindest die zweite Hälfte ausgeglichen gestaltet. Für Britta Hainke ist es ein schwacher Trost.

Von Christian Bröder
Während die Gladbacherinnen ein Tor bejubeln, gehen die Gütersloherinnen Shpresa Aradini (von links), Pia Lange und Birgitta Schmücker in die Fehler-Analyse.
Während die Gladbacherinnen ein Tor bejubeln, gehen die Gütersloherinnen Shpresa Aradini (von links), Pia Lange und Birgitta Schmücker in die Fehler-Analyse. Foto: Wolfgang Wotke

Weniger die Tatsache, dass der SV Meppen (8:2 gegen Delmenhorst) den FSV im Kampf um die Qualifikation zur eingleisigen 2. Bundesliga auf Tabellenplatz sieben verdrängt hat, als vielmehr die nun offensichtlich gewordenen problematischen Rahmenbedingungen im eigenen Umfeld machen der 49-Jährigen zu schaffen.

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Es ist momentan extrem schwierig für die Mannschaft. Die Winterpause hat vieles verändert. Ich will nicht sagen, dass wir vor einem Neuanfang stehen, aber es fühlt sich so an.

Britta Hainke

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»Ich will nicht immer pudern, aber es ist momentan extrem schwierig für die Mannschaft. Die Winterpause hat vieles verändert. Ich will nicht sagen, dass wir vor einem Neuanfang stehen, aber es fühlt sich so an«, erklärt Hainke.

Kein Wunder: Oben auf der Tribüne nehmen Abgang »Josy« Giard (Celtic Glasgow) sowie mit den erkrankten Marina Hermes und Lena Lückel, Katrin Posdorfer und Pauline Berning vier arrivierte Kräfte dick eingemummt Platz. Derweil schlägt sich unten auf dem Kunstrasen im »5-4-1« System eine blutjunge Elf (mit drei Ersatzleuten auf der Bank), die es so noch nicht gegeben hat, tapfer.

Zwei Fehler, ein Gäste-Doppelschlag, schon steht’s 0:2

Melanie Ott, die die Giard-Rolle im Angriff zwar ordentlich ausfüllt, aber eben keine »echte« Spitze ist, hat gar zwei Chancen (3./5.). Doch dann schlägt die hoch-favorisierte, oft durch lange Bälle aus dem Halbfeld gefährlich werdende »Fohlenelf« eiskalt zu. Zwei individuelle Fehler, ein Gäste-Doppelschlag (19./20.), schon steht’s 0:2.

Ein Rückschlag! Doch die Gütersloher »Notelf« mit B-Juniorin Charlotte Blümel (Startelf-Premiere), der nach nur einer Übungseinheit zurückgekehrten Melissa Schulz sowie der für Ann-Kathrin Goltermann eingewechselten, starken Debütantin Anna Aehling (»Ich war nervös, aber froh, dass ich spielen durfte«) kämpft.

»Melli« Ott belohnt den Gastgeber für seine Bemühungen

Zwar gibt’s noch vor der Pause das 0:3 durch Liv Aerts (42.), doch danach spielt Gütersloh zumeist auf Augenhöhe. »Die zweite Hälfte gewinnen oder ein Tor machen«, wäre für Ex-Trainer Markus Graskamp auf der Tribüne das ideale Mittel fürs Selbstvertrauen. Und in der Tat: »Melli« Ott belohnt den Gastgeber mit dem 1:3 (70.) für seine Bemühungen, wenn auch im Gegenzug das 1:4 (73.) fällt. »Wir müssen das Positive sehen, heute bleibt uns nichts anderes übrig. Die Jüngeren haben es gut gemacht«, erklärt mit Birgitta Schmücker (30) die Spielführerin.

Am Sonntag geht’s nach Cloppenburg – Trio kehrt ins Training zurück

Während Geschäftsführer Michael Horstkötter »niemand einen Vorwurf« macht, blickt Trainerin Hainke nach vorne: »Man hat das Potenzial gesehen, das da ist und wir werden uns steigern.« Positiv: Vorm Spiel beim BV Cloppenburg am Sonntag (14 Uhr) kehren Marina Hermes, Lena Lückel und Katrin Posdorfer ins Training zurück.

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