Oliver Krümpelmann sorgt für Kuriosum bei der Mitgliederehrung Mit 39 schon 40 Jahre im GTV

Gütersloh (WB). Erst ein sportlich-zackiger Pfiff von ihm, dann folgt ein persönlicher Soundcheck: »Wo kann man mich am besten hören?« So eröffnet Moderator Klaus Rubart die traditionelle Jubilarehrung des Gütersloher Turnvereins in der gut gefüllten Aula der Michaelis-Schule.

Von Uwe Caspar
Halten dem Gütersloher Turnverein schon ein halbes Jahrhundert die Treue: Helga Engelbrecht (von links), Christa Kastrup, die 90-jährige Irmgard Dreeskornfeld, Dieter Neufang und Gisela Oberröhrmann freuen sich über Urkunden und Blumensträuße.
Halten dem Gütersloher Turnverein schon ein halbes Jahrhundert die Treue: Helga Engelbrecht (von links), Christa Kastrup, die 90-jährige Irmgard Dreeskornfeld, Dieter Neufang und Gisela Oberröhrmann freuen sich über Urkunden und Blumensträuße. Foto: Uwe Caspar

Und wie beim Silverklassiker »Diner for one« heißt es auch bei den »Turnern« wieder: The same procedure as every year – der Moderator bricht in Verbindung mit den runden Jubiläen erneut zu seiner launigen Zeitreise auf. Sie beginnt 1993, als in Gütersloh die 17 Millionen teure Kompostierungsanlage eröffnet wurde, und reicht zurück bis zur Berlin-Blockade 1948. In jenem Jahr gab es in der düsteren Dalkestadt nur noch 38 Straßenlaternen, vor dem Krieg waren es noch 500.

1948 ist auch das Eintrittsjahr dreier treuer GTV-Seelen gewesen: Zum Bedauern von Heiner Holzheuer war Fußballspielen damals verboten, also marschierte der heutige Jubilar zum Kinderturnen. Dort traf er Evelin Pitke, nun ebenfalls seit 70 Jahren Mitglied. Später gründete sie die Volleyballabteilung. Elisabeth Kriesten stieß zwar erst vor 25 Jahren an die Georgstraße. Aber da sie innerhalb des Westfälischen Turnerbundes wechselte, durfte sie die verbrachte Zeit bei ihrem vorherigen Verein mitnehmen. Mit ihrem langjährigen Engagement als Übungsleiterin und Helferin bei dem 1879 gegründeten Gütersloher Traditionsklub erfüllt Elisabeth Kriesten zudem ein weiteres Kriterium zur Anrechnung ihrer sämtlichen Mitgliedsjahre.

Die größte Gruppe der gestern geehrten Jubilare stellen diesmal 28 Personen, die vor vier Jahrzehnten in den GTV eingetreten sind. Darunter kurioserweise ein junger Mann, obwohl dieser noch 39 Jahre alt ist: Oliver Krümpelmann wird erst am 12. April 40. An seinem Geburtstag 1978 hatte ihn sein Vater Dieter, Ehrenvorsitzender des Jugendfußball-Kreisausschusses, zusammen mit Olivers Mutter Ursel bei den »Turnern« als Mitglied registrieren lassen. Der Spielerpass für den Junior folgte bereits im Oktober 1978. »Ich hätte meinem Daddy auch zugetraut, dass er mich schon vor meiner Geburt im Verein anmeldet«, sagt Oliver Krümpelmann mit einem breiten Grinsen. Seine Mama hielt der fußballbegeisterten Familie stets den Rücken frei. Klaus Rubart mit großer Anerkennung: »Ich möchte die Ursel als Power-Frau bezeichnen!«

Rubart selbst ist der Power-Moderator bei den Jubilarehrungen. Zur Freude von Sabine Röhrs, der 1. Vorsitzenden, teilte der GTV-Anekdotenerzähler ihr im vergangenen Herbst mit: »Sabine, ich mach’ weiter.« Aber nur noch bis 2020: Mit 75, kündigt Klaus Rubart an, sei endgültig Schluss für ihn.

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