Ehemaliger Gütersloher SVA-Fußballer Karl-Heinz Schmid feiert 80. Geburtstag In London vor 20.000 Fans

Gütersloh(WB). In seinem privaten Sportarchiv lagert neben schon vergilbten Zeitungszeiten ein besonderes Exemplar. Es wurde 1953 in London gedruckt und kündigt das Fußball-Match »London Boys« gegen »Western Germany« an. Sogar mit der Aufstellung der Westdeutschen Jugendauswahl. In der tauchte auch der Name von Karl-Heinz Schmidt auf.

Von Uwe Caspar
Das Heidewaldstadion 1960: SVA-Abwehrrecke Karl-Heinz Schmidt (rechts) stoppt Borussia Dortmunds Nationalspieler Alfred »Aki« Schmidt.
Das Heidewaldstadion 1960: SVA-Abwehrrecke Karl-Heinz Schmidt (rechts) stoppt Borussia Dortmunds Nationalspieler Alfred »Aki« Schmidt.

»Die Partie zählt natürlich zu den unvergesslichen Spielen meiner Laufbahn«, schwärmt Schmidt, der an diesem Samstag seinen 80. Geburtstag feiert, immer noch von der außergewöhnlichen Begegnung.

Freundschaftsspiel nach dem Krieg mit Brisanz

In jener Zeit, nur acht Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, war ein deutsch-britisches Freundschaftsspiel keine Selbstverständlichkeit. Denn viele Engländer wollten den Deutschen noch nicht verzeihen, dass die Nazi-Luftwaffe Bomben über ihre Städte abgeworfen hatte. Zur Zerstörung trugen ebenso die gefürchteten V2-Raketen bei.

Auch London wurde von den Luftangriffen nicht verschont. Doch zumindest am 6. April 1953 war das kein Thema auf den gut gefüllten Tribünen: Vor 20.000 Zuschauern trennten sich die Gastgeber und ihre Gäste aus Germany mit 1:1 im Stadion »The Valley«, die Heimstätte des inzwischen in die 3. Liga abgestürzten Londoner Traditionsklubs Charlton Athletic. »The Valley« war damals die größte aller Arenen in der Premiere League.

Im Heidewald gegen »Aki« Schmidt

»In der Auswahl spielte ich unter anderem mit Laszig, Versen und Berz, die später in der höchsten deutschen Liga Karriere machten«, erinnert sich der in Duisburg aufgewachsene Karl-Heinz Schmidt, wo er seine Ehefrau Marlies kennen lernte. »Als Zufall des Lebens« bezeichnet der Bertelsmann-Pensionär seinen Wechsel 1959 zur Gütersloher SVA, seinerzeit in der dritthöchsten Klasse kickend. Hier wurde der frühere Halbstürmer (Schmidt schmunzelnd: »So hieß damals meine Position, analog zum WM-System von 1954«) zum Verteidiger umgeschult. Einer seiner prominentesten Rivalen hieß auch Schmidt: Im August 1960 traf der Gütersloher im Heidewald im Direktduell auf Borussia Dortmunds renommierten Nationalspieler und dreifachen Deutschen Meister Alfred »Aki« Schmidt. Die SVA verlor nur knapp mit 3:4. Sechs Jahre später verließ Karl-Heinz Schmidt aus beruflichen und familiären Gründen die SVA.

Es folgten erfolgreiche Trainerstationen bei der TSG Harsewinkel, DJK Gütersloh II, TSG Rheda, FC Greffen, Spvg. Versmold, Westfalia Wiedenbrück und SW Marienfeld. Schmidt scherzend zu seinem finalen Engagement im Klosterdorf: »Unter meiner Regie konnte SWM eine Saison endlich mal mit positivem Punktekonto abschließen.« 1988 zog sich der heute zweifache Großvater mit insgesamt vier Aufstiegen aus dem Fußball-Geschäft zurück. Um sich fortan dem Filzball zu widmen: Im vergangenen Jahr stieg Schmidt mit der Ü 75 des Gütersloher TV in die Tennis-Westfalenliga auf. Fit hält sich der weitaus jünger aussehende Jubilar auch noch mit Joggen und Gymnastik.

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