Nette Lehrerkollegen ermöglichen Büteröwes siebten Badminton-Start in Bielefeld Für die DM ausnahmsweise schulfrei

Bielefeld/Gütersloh (WB). Janine, die Spätberufene! Erst einen Tag vor Beginn der 66. Deutschen Badminton-Meisterschaften erfährt Janine Büteröwe, dass sie doch noch starten darf.

Von Uwe Caspar
Janine Büteröwe macht sich gaaaaanz lang: Die Verlerin kommt im Match gegen Ronja Latz auch an diesen Ball heran. Dann trifft Janine auf die Nationalspielerin Ann-Kathrin Spöri, die sich gestern Abend erwartungsgemäß mit 21:16, 21:4 durchsetzt.
Janine Büteröwe macht sich gaaaaanz lang: Die Verlerin kommt im Match gegen Ronja Latz auch an diesen Ball heran. Dann trifft Janine auf die Nationalspielerin Ann-Kathrin Spöri, die sich gestern Abend erwartungsgemäß mit 21:16, 21:4 durchsetzt. Foto: Uwe Caspar

So schlägt sie zum siebten Mal in Serie in der Bielefelder Seidensticker Halle auf. »Wenn ich das geahnt hätte, wäre ich am Tag vorher natürlich nicht mehr gelaufen. Jetzt habe ich einen tierischen Muskelkater. Egal: Hauptsache, ich bin wieder dabei«, freut sich die Verlerin über ihre unverhoffte Nachnominierung.

Trotz »dicker« Beine zieht sie gestern Nachmittag mit einem 21:17, 21:17-Sieg über die 19-jährige DM-Debütantin Ronja Latz (ASV Landau) locker in die zweite Runde ein. »Bis auf zwei kleine Schwächephasen hat sie gut ausgesehen«, lobt Daniel Büteröwe, Janines Ehemann und Coach, seine stark schmetternde Gattin. »Bei einer DM in die zweite Runde zu kommen, ist für mich schon das Maximum. Jetzt geh’ ich ganz entspannt in die nächste Partie«, betrachtet die 28-Jährige das darauffolgende Duell gegen die Deutsche U17-Meisterin und Regionalliga-Spitzenspielerin Ann-Kathrin Spöri (TuS Gerritsried) als Bonus-Match. Wie erwartet unterliegt Janine am Abend der Favoritin aus Bayern mit 16:21, 4:21. »Im ersten Satz habe ich überragend gespielt, wenngleich ich von leichten Fehlern meiner Konkurrentin profitieren konnte«, bilanziert Büteröwe. In Durchgang zwei indes beweist die Nationalspielerin ihre Klasse – Janine ist chancenlos.

Die Teilnahme in Bielefeld verdankt sie nicht nur der Nachnominierung, sondern auch ihren Lehrerkollegen von der Bühlbusch-Grundschule. »Trotz Personalnot – derzeit sind bei uns viele Lehrkräfte krank – haben die Kollegen so lange herumgetrickst, bis sie eine Lösung für mich gefunden haben. Sonst hätte ich die DM sausen lassen müssen«, weiß sie die kollegiale Unterstützung zu schätzen. Janine wird sich dafür mit einem selbst gebackenen Kuchen revanchieren. Mit Yvonne Li erwischt Melissa Martens, die zweite heimische DM-Starterin, ein hammerhartes Lost: Die Friedrichsdorferin verliert deutlich mit 4:21, 4:21 gegen die Bundesliga-Spielerin aus Lüdinghausen. »Melissa war aber nicht unzufrieden. Ihr sind ein paar gute Wechsel gelungen, da musste sich Li ganz schön strecken«, berichtet Martens’ Trainer Björn Bennefeld.

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