Rheinische Klubs jubeln: Leverkusen und Köln siegen beim Gütersloher Hallenmasters mit 800 Besuchern 82 Spiele, 308 Tore und große Bayer-Feier

Gütersloh (WB). Mit den Mädchen von Bayer 04 Leverkusen hat das Gütersloher Hallenmasters bei seiner 18. Auflage am Sonntag einen neuen Eintrag in der Siegerhistorie gefunden. Während die zwei Teams des Gastgebers FSV sportlich enttäuschten, siegte die U 17 der Werkself im Endspiel des A-Turniers gegen den VfL Wolfsburg mit 5:3 nach Neunmeterschießen. Ein Titel beim größten B-Juniorinnen-Turnier Deutschlands – was wohl Rudi Völler dazu sagt?

Von Christian Bröder
800 Zuschauern verfolgen das dreitägige B-Juniorinnen-Masters in der Sporthalle Ost: Das Team Rot von Ausrichter FSV Gütersloh wird nach dem 1:2 gegen Saarbrücken Achter des A-Turniers.
800 Zuschauern verfolgen das dreitägige B-Juniorinnen-Masters in der Sporthalle Ost: Das Team Rot von Ausrichter FSV Gütersloh wird nach dem 1:2 gegen Saarbrücken Achter des A-Turniers. Foto: Wolfgang Wotke

»Er wird wahrscheinlich keine Kenntnis davon erhalten. Vielleicht liest er es irgendwann einmal auf unserer Facebook-Seite, ich will hier jetzt aber auch kein Politikum lostreten«, sagt Aleksandar Vukicevic vorsichtig. Auch ohne Schulterklopfer vom früheren Bundestrainer und Bayer-Sportchef genießt der 35-jährige Leverkusener Trainer bei seiner fünften Turnierteilnahme den Erfolg ausgiebig. »Es war hier mein zweites Finale und mein erster Erfolg. Die Mädels haben verdient gewonnen«, jubelt Vukicevic, der am Montagfrüh um sechs Uhr nach Asien geflogen ist.

Nach Urlaub dürfte nun auch erst mal den 40 Helfern um den traditionell im Wohnmobil nächtigenden Michael Horstkötter (»Die Luftmatratze im Schulraum habe ich mir abgewöhnt«) sein. Sie organisieren das dreitägige Spektakel mit insgesamt 237 Teilnehmerinnen im Sportzentrum Ost bravourös und schaffen erneut eine organisatorische Meisterleistung!

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Der FSV führt es professionell durch, es läuft wie eine geölte Maschinerie

Sven-Georg Adenauer

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»Der FSV führt es professionell durch, es läuft wie eine geölte Maschinerie«, lobt auch Sven-Georg Adenauer. Der Landrat, der die Halle übrigens passend zum Sieg seines Herzensklubs 1. FC Köln im Finale des B-Turniers gegen Alemannia Aachen (10:9 nach Neunmeterschießen) betritt, überreicht mit WDFV-Präsident Hermann Korfmacher, dem Kreisvorsitzenden Reinhard Mainka sowie Stephan Reichel (Turniersponsor K60) am Ende die Medaillen und Pokale.

Den größten stemmt um 14.22 Uhr mit Lea Kirchmann die Kapitänin von Bayer Leverkusen etwas abseits des goldenen Konfettiregens in die Höhe, bevor ihr Team den Erfolg im Sitzkreis ausgiebig genießt. Dabei hatte das Turnier, bei dem in insgesamt 82 Spielen 308 Treffer gefallen sind, am Freitagabend für die Rheinländerinnen mit dem 0:2 gegen Cloppenburg eher ungünstig begonnen.

FSV Gütersloh spielt keine tragende Rolle

Gleiches gilt für den Gastgeber: Das Team Weiß des FSV Gütersloh, das im Auftaktspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Freitag ein 1:2 kassiert hat, wird nach einem 4:0 über Bad Neuenahr (Tore: Melina Finke, Anabel Herick, Julia Gärtner, Lilly Stojan) Fünfter des B-Turniers. Der FSV Rot kassiert im Spiel um Platz sieben des A-Turniers 28 Sekunden vor Schluss gegen Saarbrücken das 1:2 (Tor: Celina Baum).

»Es hatte sich schon Samstag abgezeichnet, dass wir nicht die tragende Rolle spielen werden. Dafür haben wir unsere Chancen nicht gut genutzt. Schade, denn das ist eine Qualität, die wir draußen eigentlich haben«, bilanziert Johannes Fritsch (25), der die Gütersloher Teams mit Matthias Kaiser betreut hat.

Kritik an mangelnder Qualität, dem Modus und übertriebener Härte

Ungeachtet des eigenen sportlichen Abschneidens äußert der Trainer Kritik: »Das war eigentlich kein richtiges Masters. Vielen Teams, auch uns, fehlte die Qualität. Außerdem ist am Samstag seitens der Schiedsrichter zu lasch gepfiffen worden, so dass es 18 Verletzte gegeben hat. Es war ein Herumgetrete«, blickt Johannes Fritsch zurück. Auch den vom Verband auferlegten Zwang zu »Futsal light« hält der FSV-Coach für wenig sinnvoll, denn »Hallenfußball und Futsal sind unterschiedliche Dinge«. Wünschenswert wäre aus seiner Sicht zudem, dass das Masters künftig noch mal auf Kunstrasen ausgetragen wird.

Bislang einmalig hatte das bestbesetzte deutsche B-Juniorinnen-Turnier im Jahr 2015 auf künstlichem Grün stattgefunden. Finanziell ist das Thema aktuell nicht realisierbar, vom Tisch ist es aber auch nicht. Rüdiger Happe: »So eine Geschichte kostet zwischen 5000 und 6000 Euro. Gäbe es einen Sponsor, wären wir dabei.«

Kommentare

Zustimmung für Peter Freese

Wenn ein Trainer, seiner eigenen Mannschaft die Qualität abspricht, ist dass eine Sache, aber es den Gastmannschaften zu tun, dass ist unsportlich und unfähr!! Und eine Kritik gegen die Schiedsrichter, ist auch gleichzeitig eine an den Veranstalter! Ich finde dieses Interview sehr unglücklich! Gruß eine begeisterter Vater und Zuschauer

Fehlende Qualität??!!

Nur weil Mannschaften wie Potsdam, Bayern München oder der FSV Frankfurt nicht teilgenommen hatten, kann und sollte man nicht von mangelnder Qualität eines Teilnehmerfeldes sprechen. Mit Gütersloh, Köln, Leverkusen, Mönchengladbach und Essen haben die 5 besten Mannschaften aus der Bundesliga West/Südwest teilgenommen. Daher finde ich diese Aussage sehr unqualifiziert und gehört so hier nicht hin.

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