109.000 Euro Verbindlichkeiten – FC Gütersloh künftig ohne »2000« Dreigestirn hebt den Daumen

Gütersloh (WB). Seit Dienstagabend, 19.47 Uhr, hat der FC Gütersloh einen neuen Vorstand. Wie von dieser Zeitung bereits exklusiv berichtet, werden Hans-Hermann Kirschner, Heiner Kollmeyer und Helmut Delker die Speerspitze des Vereins bilden.

Von Dirk Heidemann
Der neue geschäftsführende Vorstand des FC Gütersloh mit Helmut Delker (von links), Heiner Kollmeyer und Hans-Hermann Kirschner will den Verein nach turbulenten Zeiten endlich in ruhigeres Fahrwasser geleiten.
Der neue geschäftsführende Vorstand des FC Gütersloh mit Helmut Delker (von links), Heiner Kollmeyer und Hans-Hermann Kirschner will den Verein nach turbulenten Zeiten endlich in ruhigeres Fahrwasser geleiten. Foto: Ralf Weber

»Wir halten den Kopf hin«, sagte Kirschner, der mit Kollmeyer und Delker den geschäftsführenden Teil des Gremiums bildet. Zum Gesamtvorstand zählen weiterhin Oliver Eichstädt (Jugend), Frank Neuhaus (Marketing), Matthias Laumeier (Schriftführer) sowie der am Dienstag nicht anwesende Hermann Korfmacher, dem kein bestimmtes Aufgabengebiet zugeordnet wurde.

Bei der offenen Abstimmung unter den 125 anwesenden Mitglieder im kleinen Saal der Stadthalle Gütersloh enthielten sich lediglich die neuen Amtsinhaber, ansonsten entfiel das Votum einstimmig. Der Vorstand wurde satzungskonform für drei Jahre gewählt. »Sonst wäre ich schon vorher weg gewesen«, bekannte Ex-Vorstand Andre Niermann, der auf Empfehlung der Kassenprüfer Rolf Rotthaus sowie Peter Woyna bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen entlastet wurde.

Berufsgenossenschaft und Finanzamt fordern Geld

Niermann eröffnete die Jahreshauptversammlung mit zwei wesentlichen Zahlen.  Die Verbindlichkeiten des Vereins, die kurzfristig beglichen werden müssen, betragen aktuell 109.000 Euro. Am 8. Juni war noch ein Bescheid der Berufsgenossenschaft über 20.622 Euro ins Haus geflattert, zudem fordert das Finanzamt für das Jahr 2015 eine Umsatzsteuernachzahlung in Höhe von 6502 Euro. Daher hätten sich die Verbindlichkeiten, zu denen laut Niermann weiterhin eine »strittige Forderung« des ehemaligen Marketingmanns Philipp Frahmke zählt, erhöht.

Das Bankguthaben des FC Gütersloh beläuft sich auf 47.000 Euro, davon müssen aber noch die Spielergehälter der Monate April bis Juni (etwa 45.000 Euro) beglichen werden. »Ohne meine Herz-Lungen-Maschine hätte der Verein schon vor drei Jahren aufgelöst werden müssen«, sagte Andre Niermann. »Was du dir zugemutet hast, verdient den größten Applaus des Abends«, forderte Kirschner die Mitglieder zu einer entsprechenden Bekundung pro Niermann auf: »Ohne Andre wäre der Verein am Ende gewesen.«

Der Gelobte erklärte mit einem Augenzwinkern, dass er die gemachten Erfahrungen nicht missen möchte. »Vor allem bezüglich des Insolvenzverfahrens. Vielleicht wird das ja mal interessant für mich, man weiß ja nie«, scherzte Niermann.

»Negative Schlagzeilen gilt es zu vermeiden«

Hans-Hermann Kirschner betonte erneut, dass  oberstes Gebot sei, den Verein auf solide wirtschaftliche Beine zu stellen, damit in den kommenden drei Jahren seriös gearbeitet werden kann. »Negative Schlagzeilen gilt es zu vermeiden. Diesbezüglich sind wir schon einige Male abgestiegen«, so Kirschner. Ziel sei, die Anzahl der bislang 45 Sponsoren auf 60 bis 70 zu erhöhen, die Zuschauer-Einnahmen zu steigern und neue Mitglieder zu gewinnen.

Zusagen des FC Schalke 04, von Rot-Weiss Essen, dem SC Verl und dem VfL Bochum für Freundschaftsspiele im Heidewaldstadion liegen vor. In Kürze wolle man die Verträge mit Trainer Fatmir Vata und »Co« Marc Hunt verlängern. »Am besten für zwei Jahre«, so Kirschner. Einstimmig angenommen wurden die von Heiner Kollmeyer vorgestellten Satzungsänderungen sowie der Antrag von Rüdiger Wittenstein, den Zusatz »2000« aus dem Vereinsnamen zu streichen.

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