Ein skurriles Video vom weißen Brasilianer Ansgar Brinkmann: »Geld sammeln für den großen FCG«

Gütersloh (WB). Kultfußballer Ansgar Brinkmann (47) bekommt im Jahr bis zu 950 Anfragen für ein individuelles Video von ihm. »Punktuell schicke ich auch mal eine Botschaft zurück, je nach Gefühl«, sagt der weiße Brasilianer. Da der FC Gütersloh immer noch Empfindungen bei ihm hervorruft, hat er seinem Ex-Klub jetzt einen Kurzfilm gewidmet.

Von Christian Bröder
Kultkicker Ansgar Brinkmann, hier im Jahr 2011 während eines FCG-Sponsorentreffs mit Vorstellung des Buches »Der weiße Brasilianer«, hofft auf die Rettung eines Ex-Klubs.
Kultkicker Ansgar Brinkmann, hier im Jahr 2011 während eines FCG-Sponsorentreffs mit Vorstellung des Buches »Der weiße Brasilianer«, hofft auf die Rettung eines Ex-Klubs. Foto: Ralf Weber

50 Sekunden dauert die skurrile Videosequenz, die vergangene Sonntagnacht in »Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs« im WDR über die Fernsehbildschirme flimmert. Sie zeigt Brinkmann, zu den Klängen von Bruce Springsteens »My hometown« in seinem Geländewagen fahrend, wie er einen flammenden Appell für den FC Gütersloh hält und zur Spende für den von der Insolvenz bedrohten Fußball-Oberligisten aufruft.

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Als ich in Gütersloh gespielt hab’, habe ich im Auto geschlafen. Ich hatte keine Wohnung. Ich habe einfach nur Fußball gespielt.

Ansgar Brinkmann

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Hintergrund der Aktion: »Ich bin von Zeiglers Redaktion schriftlich gefragt worden, ob ich etwas machen könnte, um Gütersloh Aufmerksamkeit zu widmen. Die ganze Sache ist natürlich auch mit Humor zu sehen«, erklärt Brinkmann, der 1996 in der 2. Bundesliga für den Heidewald-Klub aktiv gewesen ist. Im Video erzählt er von einer für ihn sportlich wie menschlich legendären Zeit: »Als ich in Gütersloh gespielt hab’, habe ich im Auto geschlafen. Ich hatte keine Wohnung. Ich habe einfach nur Fußball gespielt. Der Rest war mir auch völlig egal.«

Er legte »die halbe Stadt in Schutt und Asche«, man hat es ihm verziehen

Dass der FCG als Fünftligist aktuell ums nackte Überleben kämpfen müsse, tue ihm aus der Ferne betrachtet schon weh, gesteht Brinkmann. Schließlich habe er gute Erinnerungen an Gütersloh – auch das ist Teil seines Videospots: »Okay, ich habe mal die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt. Aber das hat man mir verziehen – weil ihr in Gütersloh ein großes Herz habt.«

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Ja, ich würde jetzt auch Geld geben, aber das geht nicht. Ich bin schon wieder pleite – oder immer noch

Ansgar Brinkmann

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Das gilt für den FCG in Teilen immer noch: Zuletzt hat es zwei Spendenaktionen gegeben. Die »3. ManSchafft« hatte 17 000 Euro für die Novembergehälter gesammelt. Vergangenen Freitag überraschten Trainer Fatmir Vata (45) und sein Co-Trainer Marc Hunt (53) mit ihrer irren Privat-Aktion , in der sie bei Freunden 20 000 Euro zusammen geholt haben. Ansgar Brinkmann ruft ebenfalls zum Spenden auf, wenn auch auf seine ganz eigene Art: »Ja, ich würde jetzt auch Geld geben, aber das geht nicht. Ich bin schon wieder pleite – oder immer noch«, witzelt der weiße Brasilianer und fügt seine Kernbotschaft hinzu: »Okay! Wir müssen Geld sammeln für den großen FCG.«

Ansgar Brinkmann weiß jedoch auch, dass es um seinen Ex-Verein sehr schwer bestellt ist. »Es ist leider Fakt, dass früher viel Geld verbrannt worden ist. Deshalb ist es schwierig, das Vertrauen der Wirtschaft zurück zu gewinnen. Heribert Bruchhagen wäre der richtige Mann dafür gewesen, aber der ist ja jetzt beim HSV.« Dass er dennoch auf eine Rettung hofft, macht er am Ende seiner Videobotschaft deutlich. Er schlägt sich mit der Faust auf die Brust. Dann sagt Brinkmann: »Bähm! Wir haben Herz in Gütersloh. Wir geben nicht auf, egal was kommt.«

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