Gelungene Premiere des Salming-Cups – Melsungen nimmt Pokal mit Schweden »Sieger der Herzen«

Verl (WB). Das nach Verl mitgereiste, putzige Maskottchen »Lippi Lotta« hat dem TBV Lemgo diesmal kein Glück gebracht: Der ostwestfälische Handball-Bundesligist unterliegt im Finale des Salming-Cups dem MT Melsungen am Ende deutlich mit 32:40 (14:19). »Weil auch die Einstellung stimmte, haben wir heute das Beste daraus gemacht«, kann MT-Trainer Michael Roth hochzufrieden die Heimreise nach Hessen antreten.

Von Uwe Caspar
Zurren und Zerren im umkämpften Salming-Cup-Finale: Die Lemgoer Ionut Ramba (links) und Christian Klimek (Zweiter von links) sichern bei einem Angriff der Melsunger das Tor ab. Doch die TBV-Abwehr hat oft große Lücken, kassiert am Ende 40 Gegentore.
Zurren und Zerren im umkämpften Salming-Cup-Finale: Die Lemgoer Ionut Ramba (links) und Christian Klimek (Zweiter von links) sichern bei einem Angriff der Melsunger das Tor ab. Doch die TBV-Abwehr hat oft große Lücken, kassiert am Ende 40 Gegentore. Foto: Wolfgang Wotke

Zuvor im Halbfinale gegen den schwedischen Rekordmeister Redbergslids IK setzt sich Melsungen knapp mit 27:25 durch, während die Lipper den VfL Gummersbach mit 32:27 bezwingen.

Im Endspiel profitiert der MT von der wackligen TBV-Abwehr. »Wir standen hinten schlecht und haben deshalb verdient verloren«, bilanziert der in Rheda-Wiedenbrück wohnende Anton Mansson. Florian Kehrmann pflichtet ihm bei, allerdings schränkt Lemgos Coach ein: »Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen, schließlich haben wir die Partie bis zur 52. Minute offengehalten.«

Trotz der Finalschlappe sei das dreitägige Turnier eine »gute Vorbereitung« für den TBV gewesen. Während Roth die Begegnung relativ unaufgeregt verfolgt, tigert Kehrmann an der Bank auf und ab und legt sich mehrmals mit den Schiedsrichtern an. »Flo ist ein junger Trainer, das muss man ihm zugestehen«, schmunzelt Routinier Roth.

Komplimente für Skandinavier

Im Spiel im Platz drei zieht zwar Redbergslids gegen Gummerbach den Kürzeren (28:31). Gleichwohl heimsen die Skandinavier viele Komplimente ein. »Die Schweden mit ihrem superschnellen und kreativen Handball konnte man sich am besten angucken«, ist auch Andreas Guntermann vom Ausrichter TV Verl seit dem Wochenende ein Fan der Nordlichter.

Der ebenfalls begeisterte Salming-Repräsentant Thomas Berg schickte dem daheim gebliebenen IK-Sportdirektor Hendrik Lund-ström eine euphorische Whats-App mit den anerkennenden Worten: »Ihr seid die Sieger der Herzen!« Für Berg steht jetzt schon fest: Sollte das Event auch im nächsten Jahr stattfinden, bekommt Redbergslids wieder eine Einladung. Das würde auch Gummersbach Trainer Emir Kurtagic begrüßen: »Denn es ist mal was anderes und eine schöne Abwechslung, sich mit einem ausländischen Rivalen zu messen.«

Cup-Fortsetzung noch nicht entschieden

Viel Lob gibt’s zudem für den Veranstalter, wenngleich sich Andreas Guntermann mit dem Besuch (insgesamt rund 2100 Zuschauer) nicht ganz zufrieden zeigt. »Erst nach dem Kassensturz werden wir entscheiden, ob wir das Event fortsetzen werden«, will der TVV-Abteilungsleiter noch abwarten.

Mirza Sijaric, Sportlicher Leiter des TuS Ferndorf, würde eine Wiederholung nur begrüßen. »Das ist das bisher beste Turnier, an dem wir teilgenommen haben. Sowohl sportlich als auch organisatorisch. Hier hat es an Nichts gefehlt«, schwärmt Sijaric, während Kollege Roth auch die »Herzlichkeit der vielen Helfer« beeindruckt hat. Thomas Berg jedenfalls geht von einer Fortsetzung aus. Dann möchte er im nächsten Jahr auch Frankreichs Spitzenteam HB Nantes nach Verl holen.

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