GTV siegt im Underdog-Finale – Favoriten FCG und Spexard scheitern Die Stunde der A-Ligisten

Gütersloh (WB). Was macht den Boxfilm-Epos »Rocky« mit Sylvester Stallone so großartig? Richtig, der Underdog gewinnt! Dass sich in diesem Finale mit Tur Abdin und dem Gütersloher TV gleich zwei vermeintliche Überraschungsteams gegenüberstehen, lässt die Endrunde der Gütersloher Stadtmeisterschaften im Hallenfußball zu einem echten Knaller werden – mit dem besseren Finish für die »Turner«.

Von Jan Gruhn
Der Gütersloher TV holt sich den Stadtmeister-Titel in der Halle: Hier bejubeln Manuel Aslan (3. von rechts) & Co. den Treffer von Frederik Thumel (Nr. 9). Gegen Gastgeber Tur Abdin gewinnen die »Turner« im Finale mit 5:1.
Der Gütersloher TV holt sich den Stadtmeister-Titel in der Halle: Hier bejubeln Manuel Aslan (3. von rechts) & Co. den Treffer von Frederik Thumel (Nr. 9). Gegen Gastgeber Tur Abdin gewinnen die »Turner« im Finale mit 5:1. Foto: Wolfgang Wotke

Weil Torhüter Jonas im Moment verletzt ausfällt, muss Spielertrainer Sören Kerkhoff die Handschuhe anziehen. »Ich stand vorher nie im Tor«, gesteht der 26-jährige Bankkaufmann. Trotzdem liefert seine Mannschaft eine beeindruckende Tagesleistung ab: Nicht eine Niederlage steht in der Innenstadtsporthalle nach dem Finale zu Buche, das übrigens 5:1 für den GTV ausgeht.

Doch bei »Vize« und Gastgeber Tur Abdin sind sie trotzdem zufrieden – sowohl sportlich, als auch organisatorisch. »Der GTV hat verdient gewonnen, sie haben eine gute Leistung abgeliefert«, sagt Tur Abdins Spielertrainer Nurretin Tastekin. Sportobmann Habib Dik zählt am vergangenen Sonntag inklusive der Vorrunde etwa 2000 Zuschauer. Besonders hart umkämpft: das Derby mit Tur Abdin gegen die Aramäer (3:3).

Für passende Geräuschkulisse beim Budenzauber sorgt ein anderes Überraschungsteam: Türkgücü Gütersloh. Der Mannschaft von Trainer Cihan Yildirim gelingt beim 2:3 gegen den Oberligisten FC Gütersloh nicht nur fast ein genialer Coup – der mitgebrachte Fanblock peitscht den B-Kreisligisten auch lautstark nach vorne.

Die großen Favoriten, der Titelverteidiger FCG und Westfalenligist SV Spexard, müssen sich an diesem Tag den leidenschaftlicher spielenden A-Kreisligisten beugen. Beide schaffen zwar den Sprung ins Halbfinale, doch dort liegt der FCG gegen den GTV früh 0:2 hinten. Zwar gelingt der Mannschaft von Trainer Fatmir Vata, der nur auf der Tribüne sitzt und »Co« Marc Hunt das Coachen überlässt, noch der Ausgleich. Im Neun-Meter-Schießen zeigt die Heidewald-Elf aber Nerven.

Der SV Spexard schafft es in einem hektisch geführten zweiten Halbfinale nicht, die Überlegenheit gegen Tur Abdin in Tore umzumünzen. Erst 35 Sekunden vor Schluss gelingt »Spechte«-Neuzugang Martin Aciz per Hackentrick die Führung. Aber Corc »Johnny« Acar, 40-jähriger Routinier im Kasten der Gastgeber, packt wenige Sekunden später die Klebe aus und bezwingt Spexards Schlussmann Jan Braend nach einem Freistoß aus eigener Hälfte. Im Neunmeter-Schießen behält Tur Abdin dann die Oberhand. Doch im Endspiel erweist sich das Team – Underdog hin oder her – als guter Gastgeber.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.