Verein soll Oberligist bleiben – Ziel: Abwendung der Insolvenz Klare Pläne für die Zukunft des FC Gütersloh

Gütersloh (WB). Die Fußball-Oberliga soll auch weiterhin die sportliche Heimat des von einer Insolvenz bedrohten FC Gütersloh sein. Auf einer Informationsveranstaltung in der Vereinsgaststätte Roggenkamp sprachen sich am Donnerstagabend 27 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Stadt und Verein deutlich dafür aus, dass alles unternommen werden soll, um die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu vermeiden.

Von Dirk Heidemann
Drei Stunden dauert das Frage-Antwort-Spiel in der Vereinsgaststätte Roggenkamp, an der auch WDFV-Präsident Hermann Korfmacher (von links), CDU-Vertreter Heiner Kollmeyer, Rechtsanwalt Kimon Kantis und FCG-Trainer Fatmir Vata teilnehmen.
Drei Stunden dauert das Frage-Antwort-Spiel in der Vereinsgaststätte Roggenkamp, an der auch WDFV-Präsident Hermann Korfmacher (von links), CDU-Vertreter Heiner Kollmeyer, Rechtsanwalt Kimon Kantis und FCG-Trainer Fatmir Vata teilnehmen. Foto: Wolfgang Wotke

Stand jetzt droht dies zum 1. Februar – und damit der Abstieg in die Westfalenliga. Es besteht jedoch große Hoffnung, dank der Initiative der »3. ManSchafft« die Novembergehälter der Spieler stemmen zu können und den Monat Februar als weiteres Zeitfenster zur Rettung des mit Verbindlichkeiten in Höhe von 120.000 Euro belasteten Vereins zu gewinnen. Am Donnerstag waren bereits 10.500 Euro auf ein Treuhandkonto eingezahlt worden.

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Anfang der kommenden Woche muss das Geld zusammen sein.

Rechtsanwalt Kimon Kantis

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Präsident Andre Niermann erklärte allerdings, dass nicht wie bislang angenommen 13.400 Euro erreicht werden müssen (»Das ist der Netto-Betrag«), sondern gut 17.000 Euro. »Anfang der kommenden Woche muss das Geld zusammen sein, damit es im Laufe der Woche überwiesen werden kann«, machte Rechtsanwalt Kimon Kantis aus der Kanzlei des vorläufig als Insolvenzverwalter bestellten Dr. Rainer Eckert klar.

Investitionsvolumens von 70.000 bis 80.000 Euro nötig

Kantis machte auch deutlich, dass es die beste Alternative sei, den Verein vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu retten. »Eine Fortführung im eröffneten Verfahren wird sehr schwierig sein. Der Geschäftsbetrieb kann ohne Drittmittel nicht aufrecht erhalten werden. Die Kuh sollte also vorher vom Eis«, so der Jurist. Um die Insolvenz abwenden zu können, bedarf es zunächst eines Investitionsvolumens von 70.000 bis 80.000 Euro. Für diesen Fall liegen bereits Verzichtserklärungen von Gläubigern vor. Insgesamt 220.000 Euro werden benötigt, »um bis zum 30. Juni zu kommen«, erklärte Andre Niermann.

Eine kleine Chance bietet sich zudem über einen namentlich nicht genannten Unternehmer aus der Region (nicht aus Gütersloh), der angeboten hat, den Verein zu übernehmen und weiter in der Oberliga zu führen. »Es hat ein Gespräch gegeben, eine Entscheidung steht noch aus. Allerdings wäre der Verein dann wieder einmal von einer Person abhängig«, gibt Niermann zu bedenken.

Korfmacher nennt als Vorbild Lotte

Wahrscheinlicher ist der Weg, den Hermann Korfmacher aufzeigte. Der Präsident des Westdeutschen Fußball-Verbandes (WDFV) hält derzeit offenbar alle Fäden in der Hand und arbeitet hinter den Kulissen mit Hochdruck an einem Fortbestand des FCG. So wird es am 16. Februar in der Stadthalle einen Mitgliederabend geben, in dem Vereinsberater Dr. Rolf Engels (zudem Vorsitzender des TuS Ost Bielefeld) eine überarbeitete Satzung des FCG präsentieren wird, in dem auch die Gremien des Vereins neu definiert werden. Im Idealfall soll sich an diesem Abend auch schon ein neues Vorstandsteam präsentieren. Denn ohne Struktur, so der einvernehmliche Tenor, gibt es auch keine Geldgeber.

Zeitnah anschließen wird sich in der Skylobby des Stadttheaters ein Sponsorenmeeting, in dessen Mittelpunkt die Gründung eines »Club 50 oder 100« (Korfmacher) stehen soll. Eckpfeiler für eine gesunde Finanzierung des Vereins muss allerdings ein Großsponsor sein. »Ansonsten ist der FC Gütersloh nicht existenzberechtigt und auch nicht existenzfähig«, so Korfmacher, der als Vorbild die Sportfreunde Lotte nennt.

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