Hallenmasters: CTO Amsterdam mit mehr Glück im Finale – Goeßling sagt per SMS ab FSV Gütersloh verliert Sekunden vor Schluss

Gütersloh  (WB). Zwei Sekunden sind noch auf der Uhr. Dann schlägt »Oranje« zu! Das ist ganz bitter für die U 17-Juniorinnen des Fußball-Bundesligisten FSV Gütersloh, die im A-Finale des eigenen Hallenmasters kurz vor Schluss 1:2 gegen CTO Amsterdam verlieren. Doch Trainerin Jacqueline Dünker ist trotzdem stolz: »Die Mädels sind zusammengewachsen.«

Von Jan Gruhn
Lisa Doorn (hinten) erzielt den Ausgleichstreffer im A-Finale des Gütersloher Hallenmasters. Celine Müscher (Nr. 12) und Wiebke Willebrandt im Tor des FSV Gütersloh kommen in dieser Szene zu spät.Am Ende heißt es 2:1 für die Gäste aus Nordholland.
Lisa Doorn (hinten) erzielt den Ausgleichstreffer im A-Finale des Gütersloher Hallenmasters. Celine Müscher (Nr. 12) und Wiebke Willebrandt im Tor des FSV Gütersloh kommen in dieser Szene zu spät.Am Ende heißt es 2:1 für die Gäste aus Nordholland. Foto: Wolfgang Wotke

Und immerhin setzt sich in der Sporthalle der Geschwister-Scholl-Schule am Sonntag das zweite FSV-Team im B-Finale mit 1:0 gegen den VfL Wolfsburg durch. Lilly Stojan versenkt wenige Augenblicke vor Schluss einen Neunmeter im Kasten der »Wölfinnen«. »Wir wollten Spaß haben«, erklärt Dünker – und das sei gelungen. »Unser nächstes Ziel ist die Deutsche Meisterschaft«, legt die Übungsleiterin die Latte für die Rückserie hoch. Vorher müsse natürlich der Staffelsieg her.

Korfmacher überreicht den Pokal

Das würde auch Hermann Korfmacher gefallen, der nach dem Finale den Pokal an die siegreichen Niederländerinnen übergibt. Der Präsident des Westdeutschen Fußballverbandes verfolgt die Ergebnisse des FSV-Nachwuchses nach eigenen Angaben sehr genau. Der gebürtige Gütersloher wünscht sich, dass der Leistungssport – unter anderem auch der Frauenfußball – in seiner Heimatstadt mehr gefördert wird. »Warum spielen die denn in Rheda-Wiedenbrück?«, fragt der Ex-DFB-Vizepräsident rhetorisch mit Blick auf die Tönnies-Arena, in der der FSV beheimatet ist. »Weil es in Gütersloh keine Förderung gibt.«

Andernfalls könnten künftig noch mehr Nationalspielerinnen aus dem Kreis Gütersloh kommen, so Korfmachers Hoffnung. Eine, die es schon so weit gebracht hat, ist Lena Goeßling. Beim FC Gütersloh ausgebildet spielt die Olympiasiegerin schon länger beim VfL Wolfsburg. Eigentlich wollte die 30-Jährige als Überraschungsgast bei der Siegerehrung des Hallenmasters dabei sein, verrät Heinz Krüger.

SMS von einer Nationalspielerin

Der Marketing-Chef des heimischen Zweitligisten bekommt am Final-Sonntag des dreitägigen Wettbewerbs eine SMS. »Hey Heinz...«, ist dort zu lesen. Wegen einer anhaltenden Fußverletzung muss sich Goeßling schonen, längere Autofahrten sind nicht möglich. Vielleicht droht eine Operation. »Aber dann kommt sie im nächsten Jahr«, ist Krüger zuversichtlich, die in Löhne aufgewachsene Europameisterin 2018 begrüßen zu dürfen.

Dann ist auch CTO Amsterdam wieder dabei: Das Team von einer der zwei niederländischen Auswahl-Schulen für die vielversprechendsten Talente des Landes ist überrascht, dass es für den Sieg gereicht hat. »Wir sind im Verlauf des Turnieres gewachsen«, erklärt CTO-Co-Trainerin Roos Kwakkenbos. Nur zwei Spielerinnen seien aus dem älteren Jahrgang, die übrigen 15-jährig oder jünger.

CTO kauft FSV den Schneid ab

Umso beeindruckender ist, dass die Ladys aus Amsterdam den Gastgeberinnen in den ersten Minuten des Finals den Schneid abkaufen. FSV-Keeperin Wiebke Willebrandt muss einmal gar in höchster Not retten. Auf der Gegenseite verpasst Michelle Klostermann die Führung für Gütersloh. Erst Julia Gärtner bringt den Ball eine Minute und 42 Sekunden vor Schluss über die Linie – 1:0! Doch die Nordholländerinnen stecken nicht auf, Lisa Doorn gleicht wenige Sekunden später wieder aus.

Dann beginnt auf der Tribüne und hinter den Banden, wo die Ersatzspielerinnen und Trainerteams stehen, das Bangen – bis auf der Uhr nur noch zwei Sekunden der Spielzeit übrig bleiben. Und plötzlich kommt Kirsten van de Westering im Trikot des CTO und trifft Titelverteidiger Gütersloh mit ihrem 2:1 mitten ins Herz.

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