Frostige Country-Touren-Fahrt bei Glatteis: Freundlicher Hausbesitzer hilft Ausrichter RSV Mit Kaminasche Stürze verhindert

Gütersloh  (WB). An der Verpflegungsstation am Marienfelder Heimatmuseum herrscht Hochbetrieb: Die durchgefrorenen Teilnehmer der 5. Gütersloher Country-Touren-Fahrt stürzen sich hier geradezu auf den angebotenen Tee. Zudem gibt’s Brühe zum Aufwärmen. »Ihr müsst auch den Christstollen essen, sonst kriegt ihr den nächstes Jahr wieder«, scherzt Verteiler Rolf Deppe.

Von Uwe Caspar
Winterlandschaft und eisige Kälte: Hier rollt eine Gruppe über einen Feldweg an der Broker Mühler.  
Winterlandschaft und eisige Kälte: Hier rollt eine Gruppe über einen Feldweg an der Broker Mühler.   Foto: Uwe Caspar

Trotz des großen Andrangs geht ihm zumindest der Tee nicht aus: 160 Liter schwappen in den großen Bottichen. Nach kurzer Verschnaufpause rollt der Tross bei Eiseskälte und gefühlten minus zehn Grad weiter – einem ist sogar die Wasserflasche eingefroren. Die leicht schneebedeckte Piste enthält zum Teil tückische Abschnitte.

Pfützen werden zu Eisplatten

»Vor allem auf den Straßen musste man aufpassen. Pfützen wurden hier schnell zu Eisplatten«, erzählt Hans-Peter Grabke, der einige Stürze beobachtet hat. Sie gehen aber alle glimpflich aus. Grabke, der sich als reiner Hobbyfahrer sieht, machen die bibbernde Kälte und die erschwerten Bedingungen nichts aus. Der 51-Jährige erinnert sich: »Als das Event 2013 wegen Schneeeinbruchs abgesagt wurde, bin ich trotzdem die Strecke mit dem Rad abgefahren.« Zäher Bursche.

In einer Marienfelder Siedlung ist es am vergangenen Samstag punktuell extrem glatt. Der besorgte RSV-Geschäftsführer Hans-Jörg Eggert sucht nach einer Lösung und klingelt kurzerhand bei einem Hausbesitzer an: »Haben Sie Streusalz?«, lautet Eggerts Bitte. Damit kann der Mann zwar nicht dienen, er hat aber eine gute Idee: Der Helfer in der Not streut die Asche seines Kamins über die spiegelglatte Stelle. Hier rutscht jetzt keiner mehr aus.

Statt 400 sind es nur 230 Starter

Das eisige Winterwetter bekommt auch der Veranstalter zu spüren: Statt der erhofften 400 Starter sind es diesmal nur 230, die sich in 130 Trimm- und 100 Wertungs-Akteure aufteilen. »Wir sind aber nicht unzufrieden. Wenn es nur nach der Teilnehmerzahl ginge, worauf es uns gar nicht ankommt, bräuchte man in dieser kritischen Jahreszeit keine Outdoor-Veranstaltung durchführen«, gibt Christian Spratte, zum ersten Mal CTF-Cheforganisator, zu bedenken.

Etwas enttäuscht zeigt sich Gerhard Proske. »Nach der guten Resonanz bei unseren beiden Vorbereitungskursen hatte ich doch ein paar Leute mehr erwartet«, sagt der RSV-Boss und Rechtsanwalt, der seit einem Jahr an der Vereinsspitze steht. Der 60-Jährige schwingt sich nur noch selten aufs Rad: »Ich jogge lieber.«

Viele Neue dabei

Wenngleich sich Proske ein größeres Feld gewünscht hätte, so dürfte ihn diese Nachricht von Rolf (»Rollo«) Drees sicherlich erfreut haben: »Es waren viele Neue und einige Jugendliche dabei«, berichtet der für die Anmeldungen zuständige RSV-Helfer. Und erstmals hat es für den Nachwuchs Erinnerungsurkunden gegeben.

Auch das Start-Zeitfenster könnte sich ändern: Weil um 11.30 Uhr kaum noch jemand kommt, plant der RSV, 2018 die Deadline um eine halbe Stunde vorzuverlegen..

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