U20-Handball-Nationalmannschaft schlägt die Niederlande mit 40:28 Baur sieht »Quantensprung«

Verl (WB). Dienstagabend in Almelo: Die deutsche U20-Handball-Nationalmannschaft unterliegt der Auswahl der Niederlande mit 32:33. Mittwochabend in Verl: Die Revanche. Mit 40:28 (24:15) fegt der DHB-Nachwuchs den ebenfalls für die Europameisterschaft in Dänemark qualifizierten Nachbarn aus der mit 450 Zuschauern gut besuchten Sporthalle an der St. Anna-Straße.

Von Dirk Heidemann
Patrick Gempp »zieht« in der Anfangsphase einen Siebenmeter nach dem anderen. Die deutsche U20-Handball-Nationalmannschaft sucht gestern Abend in Verl auch konsequent ihren Kreisläufer – im Gegensatz zur 32:33-Niederlage gegen die Niederlande am Dienstag.
Patrick Gempp »zieht« in der Anfangsphase einen Siebenmeter nach dem anderen. Die deutsche U20-Handball-Nationalmannschaft sucht gestern Abend in Verl auch konsequent ihren Kreisläufer – im Gegensatz zur 32:33-Niederlage gegen die Niederlande am Dienstag. Foto: Wolfgang Wotke

»Im Vergleich zu Dienstag war das ein Quantensprung«, ist Bundestrainer Markus Baur zufrieden: »Vor allem hat mir unser hohes Tempo gefallen. Die Bereitschaft und die Körpersprache waren ganz anders. So können wir in die EM-Hauptrunde einziehen, das ist unser ganz klares Ziel.« Die kontinentalen Wettkämpfen werden vom 28. Juli bis zum 7. August in Dänemark ausgetragen.

Vor der Partie wird eine Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Harald Wallbaum (Direktor Finanzen und Organisation des DHB) eingelegt. Der im lippischen Herrentrup geborene Wallbaum hatte noch mitgeholfen, das Länderspiel in Verl zu organisieren. Dann geht es los. Nur bis zum 6:6 (7.) können die Niederländer mithalten, dann setzt sich der DHB-Nachwuchs ab. »Wir hatten im ersten Spiel nicht kapiert, was wir gegen eine offensive Abwehr machen müssen. Diesmal haben wir den Kreisläufer gesucht, anstatt uns Würfe aus zehn Metern zu nehmen«, nennt Tim Suton, der bis zum 30. Juni beim TuS N-Lübbecke unter Vertrag gestanden hatte und jetzt für den TBV Lemgo spielt, den gravierendsten Unterschied zur Pleite am Dienstag.

Besagter Kreisläufer Patrick Gempp (TV Großwallstadt) holt in der Anfangsphase fünf Siebenmeter heraus, die Björn Zintel (ASV Hamm) allesamt sicher verwandelt. Mit einer konzentrierten Abwehrarbeit und teils sehenswerten Spielzügen im Angriff baut die deutsche Nationalmannschaft den Vorsprung kontinuierlich auf 24:15 zur Pause aus.

Dass Markus Baur kräftig durchwechselt, ist klar. Doch der deutliche Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit macht den Bundestrainer wütend. In der 45. Minute wirft der 45-Jährige die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch – und bringt seine Mannschaft mit zwar ruhigen, aber deutlichen Worten zurück in die Spur. »Der Handball lebt von der Spannung. Leider war es diesmal sehr deutlich«, hätte sich Andreas Guntermann etwas mehr Dramatik gewünscht. Dennoch ist der Handball-Obmann des TV Verl vom deutschen Spiel begeistert: »Die Jungs haben individuelle Klasse, die man sonst so in unserer Sporthalle nicht sieht.

Am Samstag endet der erste Lehrgang der DHB-Auswahl in Warendorf, ein zweiter mit zwei weiteren Testspielen gegen Slowenien folgt vom 17. bis 24. Juli im bayerischen Herrsching.

Deutschland: Twarz/Porath - Mertens (Wilhelmshavener HV/5), Nothdurft (HBW Balingen-Weilstetten/1), Fritz (Füchse Berlin), Michalczik (GWD Minden/4) Struck (Füchse Berlin/2), Suton (TBV Lemgo/1), Zintel (ASV Hamm/9/6), Semper (SC DHfK Leipzig/3), Claus (TSG Friesenheim/2), Müller (HG Saarlouis/1), Salger (SG Leutershausen/2), Weissgerber/HG Saarlouis/3), Schade (Dessauer HV), Gempp (TV Großwallstadt/2), Golla (MT Melsungen/3), Egelhoff (TV Hochdorf (2).

Torschützen Niederlande: Ten Velde (3/2), Elissen (3/1), Kooijman (5), Smits (2), Poot (3), Postel (5), Rombauts (1), Van Offeren (2), Jerry (4).

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