Bei den Tennis-Kreismeisterschaften sind die Gütersloher mal wieder unter sich Nur sieben Akteure aus dem Altkreis

Gütersloh (WB). Rund 120 Spieler und Spielerinnen schlagen bei den diesjährigen Tennis-Kreismeisterschaften auf. Es hätten aber viel mehr sein können, wenn der Altkreis Halle nicht erneut die Titelkämpfe »boykottiert« hätte. Lediglich sieben Akteure stellt der Altkreis. Das geringe Interesse dürfte vorrangig mit den Austragungsort zu erklären sein: Der Weg zum bewährten Ausrichter TC 71 Gütersloh scheint den meisten Aktiven aus dem Nordkreis zu weit.

Von Uwe Caspar
Spagat auf Asche: Simon Graute (TC Kaunitz) dominiert das Herren A-Finale, bezwingt seinen Klubkameraden Niklas Wittenbrink deutlich mit 6:0, 6:2.
Spagat auf Asche: Simon Graute (TC Kaunitz) dominiert das Herren A-Finale, bezwingt seinen Klubkameraden Niklas Wittenbrink deutlich mit 6:0, 6:2. Foto: Uwe Caspar

Hinzu kommt, dass sich das Turnier, das zu seinen besten Zeiten um die 150 Beteiligte hatte, fast über eine komplette Woche erstreckt. »Wir sind schon seit zehn Jahren gerne Gastgeber der Kreismeisterschaften – und das möchten wir auch so beibehalten«, bekräftigt TC 71-Expräsident und Kreiskoordinator Jürgen Leck.

Laut Leck gäbe es nur einen Mitbewerber: TC Blau-Weiß Halle. Doch selbst wenn dieser Verein irgendwann den Zuschlag bekäme, erhöhte sich die Teilnehmerzahl wahrscheinlich kaum. Denn dann würden wegen der Entfernung wohl zahlreiche Spieler aus dem Gütersloher Raum nicht kommen.

Und die sind auch diesmal unter sich. Mit 20 Aktiven stellt der TC 71 das größte Kontingent, es folgen der TC Kaunitz (19) und der TC Herzebrock (14). Der Rest verteilt sich auf die weiteren 20 gemeldeten Klubs. Im Herren A-Finale kommt es zu einem reinen Kaunitzer Duell: Simon Graute fegt seinen Vereinskameraden Niklas Wittenbrink mit 6:0, 6:2 von der roten Asche.

Der Verlierer verscherzt es sich mit Maulereien und undisziplinierten Gesten beim Publikum. »So benimmt man sich nicht auf dem Platz«, tadelt der zuschauende Stefan Bierfischer. »Ich bin einfach nicht gut drauf. Außerdem musste ich meinem Bruder bei seinem Umzug helfen – und das schlaucht ganz schön«, entschuldigt sich Wittenbrink für seine schlechte Laune.

Fast alle Finals werden von den jeweiligen Siegern deutlich entschieden. Mit einer Ausnahme: Die Herzebrockerin Eva Reckendrees und die Kaunitzerin Julia Becker liefern sich einen super Kampf.

»Ein Granatenspiel – das beste Kreismeisterschaftsfinale aller Zeiten«, schwärmt Turnierleiter Wolfgang Röwekamp. Reckendrees setzt sich im dritten Satz hauchdünn mit 7:6 gegen die Titelverteidigerin durch.

Jürgen Leck vergeigt zwar sein Endspiel (M 65) gegen Helmut Strothotte, er kann dafür in seiner Funktion als Kreiskoordinator einen schönen Erfolg verbuchen: Dank Lecks Engagement gewährt der Kreis Gütersloh nach anfänglichem Sträuben nun doch einen Zuschuss für das Jugendfördertraining. Immerhin 6000 Euro!

Alle Finalspiele im Einzel

Herren A: Simon Graute (TC Kaunitz) - Niklas Wittenborn (TCK) 6:0. 6:2.

Herren B: Sascha Ostermann (TC BW Werther) - Jan Sandbaumhüter (TTC Gütersloh) 6:2, 6:2.

Herren 30: Philipp Jaeckel (SVA Gütersloh) - André Meyer (TV Künsebeck) 6:0, 6:1.

Herren 55 : Guido Matschulat (TC Kaunitz) kampflos. Bernhard Ackfeld (Cor Rheda) verletzt.

Herren 65: Helmut Strothotte (TC 71 Güterloh) - Jürgen Leck (TC 71) 6:2, 6:0.

Damen A: Eva Reckendrees (TC Herzebrock) - Julia Becker (TC Kaunitz) 6:3, 2:6, 7:6.

Damen B: Sarah Brinkmann (GTC Rot-Weiß) - Laurine Wickord (TTC Gütersloh) 6.0, 6:1.

Damen 40: Barbara Nykaza ( Kaunitz) - Dorothee Stickling (TTC) 6:3, 6:4

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