Beim SC Verl erstrahlt Freitag erstmals das Stadion an der Poststraße – Guter Auftritt beim 1:3 gegen SC Paderborn Und es ward Licht!

Verl (WB). Alles Gute kommt von oben: Im Fall des SC Verl trifft das am Freitag gleich doppelt zu. Zum einen hüllt zum ersten Mal gleißende 2000-Watt-Helligkeit aus sechs hohen Strahlern das Stadion an der Poststraße in geradezu sakralen Schein. Zum anderen erteilt der Fußball-Zweitligist aus der Domstadt der neuen Flutlichtanlage seinen Segen. Der SC Paderborn siegt im Test zwar 3:1 (1:0), doch einer Glanzleistung ist der Regionalligist eindeutig näher. 

Von Christian Bröder

»Der SCP spielt in der 2. Liga, doch davon hat man wenig gesehen. Zumal wir auch noch das Pokalspiel von Donnerstag in den Beinen hatten. Ich war positiv überrascht, dass wir noch soviel Kraft hatten«, erklärt SCV-Trainer Andreas Golombek.

Besonders erfreut zeigt sich der 47-Jährige über die Coolness der Seinen, mit der sie dem kriselnden Erstliga-Absteiger beim ersten Auftritt von Interimstrainer René Müller (»Wir haben zu viele Chancen zugelassen«) begegnen. Im ersten Durchgang trifft SCP-Angreifer Nick Proschwitz zwar die Latte (22.). Doch das bessere Spiel macht Verl, bei dem sich Fabian Großeschallau allerdings früh mit einer Verletzung am linken Fuß ins Krankenhaus verabschiedet (7.).

Dennoch: Der Gastgeber spielt frech und forsch, erabeitet sich durch Erwig-Drüppel (16./17./28.), Haeder (18.), Geisler (26.) und Unzola (26.) ein Chancenplus und sorgt einige Male für Szenenapplaus. »Ich habe Ohs und Ahs gehört. Nur weil wir hier mal ein paar Lampen reindrehen, herrschen plötzlich spanische Verhältnisse«, freut sich Golombek über die neue Atmosphäre.

Die gibt’s für die 466 Zuschauer schon vorm Anpfiff. Es werde Licht, lautet das Motto im Ballraum, wo der 2. Vorsitzende Hans-Josef Katzwinkel (»Heute bin ich der Techniker«) zwei Schalter betätigt. Damit sorgt er um 17.25 Uhr für einen historischen Moment in der SCV-Vereinsgeschichte: Und es ward Licht! »Das haben wir seit Jahren angestrebt. Es ist eine Investition, die uns auf Jahre zugute kommen wird«, ist Aufsichtsrat-Mitglied Arno Beckhoff zufrieden.

Das kann der Anhang des SCV, bei dem Mario Bertram nach langer Verletzungspause wieder spielt, auch mit der Leistung sein. Zwar trifft Marc Vucinovic quasi mit dem Pausenpfiff aus 16 Metern zum 1:0 (45.) für Paderborn. Doch Aliosman Aydin gleicht nach einer Haeder-Hereingabe zum allemal verdienten 1:1 (69.) aus. Zwar erzielen Marc Brasnic aus dem Getümmel (76.) und Kevin Stöger per Strafstoß (90./Foul von Choroba an Koc) noch das 3:1 für den SC Paderborn. Doch die Flutlicht-Premiere überstrahlt am Ende alles.

SC Verl: Lange (46. Mellwig) - Großeschallau (12. Schröder), Schmidt (69. Stöckner), Kalinowski (60. Bertram), Unzola (69. Kaminski) - Mikic (77. Liehr), Geisler (46. Bömer Schulte) - Hecker, Haeder (77. Choroba), Erwig-Drüppel (60. Aydin) - Mainka.

Paderborn (1. Halbzeit): Heuer Fernandes - Heinloth, Wahl, Ruck, Bertels - Bakalorz - Ouali, Vucinovic, Stoppelkamp - Saglik, Proschwitz
Paderborn (2. Halbzeit): Heuer Fernandes - Narey, Hoheneder, Lopez, Hartherz - Schonlau, Ndjeng - Koc, Stöger, Brückner - Brasnic

Schiedsrichter: Philip Holzenkämpfer (Rheine).

Gelbe Karte: Bömer Schulte (65.).

Ecken: 2:9 (1:6).

Zuschauer: 466.

Tore: 0:1 Marc Vucinovic (40.), 1:1 Aliosman Aydin (69.), 1:2 Marc Brasnic (76.), 1:3 Kevin Stöger (90./Foulelfmeter).

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