Beckstedde kritisiert Einwechselspieler harsch – In Überzahl nicht einmal einen Punkt geholt Mit Schimpf und Schande

Oberhausen (WB). Dieser Keulenschlag wird noch lange für Kopfschmerzen sorgen. Trotz seiner spielerisch besten Saisonleistung und einer 30-minütigen Überzahl steht der SC Wiedenbrück nach einer über weite Strecken überlegen geführten Partie bei Rot-Weiß Oberhausen mit leeren Händen da.

Von Dirk Heidemann
Harsche Kritik übt Trainer Alfons Beckstedde nach der mehr als unnötigen 0:1-Niederlage in Oberhausen an seinen Einwechselspielern. Angesprochen fühlen dürfen sich Tobias Puhl (links) und Julian Loose, die ohne nennenswerte Aktion bleiben.
Harsche Kritik übt Trainer Alfons Beckstedde nach der mehr als unnötigen 0:1-Niederlage in Oberhausen an seinen Einwechselspielern. Angesprochen fühlen dürfen sich Tobias Puhl (links) und Julian Loose, die ohne nennenswerte Aktion bleiben. Foto: Daniel Bremehr

Simon Engelmann sorgt in der 88. Minute für den überraschenden 1:0-Siegtreffer der Kleeblätter. Unfassbar für alle, die es am Samstag mit dem SCW hielten, denn dieses Spiel hätte der Fußball-Regionalligist niemals verlieren dürfen.

Anstatt zumindest das 0:0 über die Zeit zu retten, ließen die in dieser Szene zu passiven Gäste die einzige RWO-Chance in Hälfte zwei zu – und Engelmann schlug im Stil eines Torjägers zu.

Einen wie Engelmann hätten sie beim SCW dringend gebraucht. Doch im Stadion Niederrhein wurde einmal mehr deutlich, dass den Wiedenbrückern ein Vollstrecker fehlt. Mit der Hereinnahme von Tobias Puhl sowie Julian Loose erhoffte sich Alfons Beckstedde mehr Durchschlagskraft in vorderster Front. Und wurde bitter enttäuscht.

»Hätte ich das gewusst, hätte ich nicht gewechselt. Das war gar nichts. Wahrscheinlich waren sie nicht die Richtigen«, ging der SCW-Coach mit seinen Jokern, die ohne Aktion blieben, hart ins Gericht: »Die Bank ist dafür da, Spiele zu entscheiden und nicht, um Niederlagen herbeizuführen.«

Die ohne Carsten Strickmann (muskuläre Verletzung im Abschlusstraining) angetretenen Wiedenbrücker kontrollierten vor 1616 Zuschauern die ersten 25 Minuten und hatten durch Stipe Batarilo (11.), der wieder mit Massih Wassey die »falsche Neun« interpretierte, sowie den stark verbesserten Kamil Bednarski (18.) zwei Möglichkeiten. Zudem wuselte sich Herbert Bockhorn erfolgreich durch den Oberhausener Strafraum, sein Rückpass von der Torauslinie auf Batarilo (21.) kam aber nicht an.

Erst durch einen kapitalen Ballverlust von Oliver Zech wurden die Hausherren in die Partie gebracht. Marcel Hölscher stürzte aus seinem Kasten, kam aber beim Rettungsversuch gegen David Jansen zu spät. Glück für den SCW dass Jansen dann die Übersicht fehlte und der Oberhausener Angreifer seinen nun im Abseits stehenden Stürmkollegen Engelmann bediente (26.). Wenig später vereitelte Hölscher gegen den bereits früh eingewechselten Raphael Steinmetz das 1:0 (36.).

 Wer nun dachte, Oberhausen würde nach der Pause weiter Dampf machen, sah sich getäuscht. Nun war wieder der SCW klarer Chef im Ring, Bednarski semmelte einen allerdings technisch anspruchsvollen Schuss nach Kopfballverlängerung des fehlerlos agierenden Sebastian Spinrath über den Kasten (50.).

Nach der Roten Karte gegen Kai Nakowitsch (62.) wegen einer Notbremse an Batarilo (»Er trifft mich, sonst wäre ich durch gewesen«) kontrollierte der SCW die Partie, suchte aber nicht mit letzter Konsequenz den Weg zur Entscheidung. Bednarski (68.) und Wassey (85.) vergaben die besten Gelegenheiten. Zudem flog die Kugel mehrfach durch den Oberhausener Strafraum, ohne das sich ein Abnehmer fand. Als sich der SCW mit dem Remis zufriedengab, zerstörte Engelmann die Hoffnung auf dieses Mindestziel.

RW Oberhausen: Udegbe - Caspari, Nakowitsch, Weigelt, Herzenbruch (55. Steurer) - Reinert, Scheelen, Kurt, Gugör (33. Steinmetz) - Jansen (64. Haas), Engelmann.
SC Wiedenbrück: Hölscher - Volkmer, Twyrdy, Spinrath, Rogowski - Bockhorn (80. Loose), Zech, Chato (76. Puhl), Bednarski - Batarilo, Wassey.
Schiedsrichter: Alexander Busse (Leichlingen).
Zuschauer: 1616.
Rote Karte: Kai Nakowitsch nach einer Notbremse (62.).
Gelbe Karte: Volkmer (61.).
Ecken: 5:4 (4:1).

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