703 begeisterte Zuschauer sehen rassiges Regionalliga-Remis – SCW verpasst in Halbzeit eins die Entscheidung Feurige Fußball-Fiesta

Rheda-Wiedenbrück (WB). Als der Düsseldorfer Mahsun Jusuf in der Nachspielzeit zu einem spektakulären Fallrückzieher ansetzt, stockt nicht nur Alfons Beckstedde der Atem. »Da war nicht mehr Platz, als wenn man sieben Zeitungen aufeinander legt«, sagt der Trainer des SC Wiedenbrück zu der Szene, als der Ball des U23-Akteurs der Fortuna nur um Zentimeter am Tor des SC Wiedenbrück vorbeisaust. So bleibt es beim am Ende gerechten 1:1 (1:1).

Von Dirk Heidemann
Wiedenbrück im Glück. Hier pfeift Schiedsrichter Seeland ein Foul von Rybacki an Hölscher, der anschließende Treffer durch Garcia zählt nicht.
Wiedenbrück im Glück. Hier pfeift Schiedsrichter Seeland ein Foul von Rybacki an Hölscher, der anschließende Treffer durch Garcia zählt nicht. Foto: Wolfgang Wotke

»Geht dieser letzte Ball rein, dann verlieren wir, obwohl wir die bessere Mannschaft waren«, sagte der umsichtige Sechser Stipe Batarilo, der während der 90 Minuten keinen einzigen Fehlpass spielte: »Wir waren sehr aggressiv, sind viel über die Außen gekommen und haben richtig Gas gegeben. Die Mannschaft ist einfach gut drauf.«

Beide Teams ließen sich kaum Luft zum Atmen, pressten ständig und nutzten ihre Balleroberungen zu einem schnellen Umschaltspiel. Es entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein rassiges Regionalligaspiel, das die 703 begeisterten Zuschauer zur Pause zu Recht mit Beifall bedachten.

Vor allem den SCW, der beste Werbung für das anstehende Derby beim SC Verl betrieb, hatte man lange nicht mehr so spielstark gesehen. Die Kugel zirkulierte per Direktpass durch die eigenen Reihen, stets involviert in die Ball-Stafetten waren Regisseur Massih Wassey sowie der wachsame Batarilo. »Die Partie hat alles abgedeckt.

Es war spannend, beide Mannschaften haben Fußball gespielt und gut kombiniert«, schwärmte »Ali« Beckstedde. Was aus Wiedenbrücker Sicht nicht passte, war das Ergebnis nach 45 Minuten.

 Fünf hochkarätige Chancen boten sich den Hausherren, um sich mit mehr als nur dem frühen 1:0-Führungstreffer durch Kamil Bednarski (4.) zu belohnen. Zumal der Ausgleich für die Düsseldorfer, die drei Akteure für den Profikader abstellen mussten, durch Nazim Sangare (9.) beinahe postwendend fiel.

Julian Loose versprang nach feinem Zuspiel von Batarilo freistehend der Ball (8.), Aleksandar Kotuljac rutschte knapp an einer Wassey-Flanke vorbei (17.). Wassey scheiterte aus spitzem Winkel (28.) an den Fäusten von Michael Kampmann, Kotuljac (31.) an einer reflexartigen Fußabwehr des Fortuna-Schlussmanns.

 »Da haben ihm die 100 Prozent gefehlt. Alex hätte so abschließen müssen wie bei seinem Tor in Essen«, sagte Beckstedde. Vorausgegangen war eine bärenstarke Zweikampfführung des erneut überzeugenden Sebastian Spinrath und ein anschließendes perfektes Zuspiel des aufgerückten Innenverteidigers. Schließlich hätte Tobias Lippold nach einem Wassey-Freistoß beinahe ein wunderschönes Eigentor erzielt (34.), seinen Kopfball lenkte Kampmann mit einer Glanztat gerade noch über die Querlatte.

Die zweite Halbzeit erreichte nicht ganz das Niveau des ersten Durchgangs. Mit zunehmender Spieldauer fürchteten beide Mannschaften, den entscheidenden Fehler zu machen. Einen dieser Fehler nutzte Rafael Garcia nach einer Stunde zum vermeintlichen 2:1 für die bei ihren Kontern stets brandgefährliche Fortuna, doch der erstmals ein Regionalligaspiel leitende Schiedsrichter Jonas Seeland aus Ennepetal wollte zuvor ein Foulspiel von Julien Rybacki an SCW-Torhüter Marcel Hölscher gesehen haben. Diesen Treffer hätte allerdings nicht jeder Referee abgepfiffen.

Mit der Hereinnahme von Herbert Bockhorn für Kotuljac (67.) wollte Ali Beckstedde in der Offensive noch einmal einen Akzent setzen, doch Bednarski hatte die einzige echte Gelegenheit für den SCW in Hälfte zwei: Sein Schuss (73.) strich knapp am rechten Pfosten vorbei.

Zudem prüfte Julian Loose noch einmal Michael Kampmann (79.), der in der 53. Minute nach einem Freistoß von Wassey mit einem Teamkollegen zusammengerasselt war und kurz vor einer Auswechslung stand, dann aber doch die gesamten 90 Minuten durchhielt.

SC Wiedenbrück: Hölscher - Volkmer, Twyrdy, Spinrath, Rogowski - Zech, Batarilo - Loose (87. Chato), Wassey, Bednarski - Kotuljac (67. Bockhorn).
Fortuna Düsseldorf U23: Kampmann - Erat, Bormuth, Pluntke, Budde - Lippold, Weber - Sangare, Fejzullahu (70. Jusuf), Garcia - Rybacki.
Schiedsrichter: Jonas Seeland (Ennepetal).
Zuschauer: 703.
Gelbe Karten: Loose (38.) - Weber (71.).
Ecken: 2:3 (1:1).

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