Simon Engelmann verlängert seinen Vertrag beim Regionalligist SC Verl nicht – Alemannia Aachen oder RW Essen? Der Bomber geht

Verl (WB). »Die beste Zeit meiner Karriere geht zu Ende.« Simon Engelmann verlässt den Regionalligisten SC Verl im Sommer. Ein Wiedersehen ist in der nächsten Saison wahrscheinlich. Den 26-jährigen 15-Tore-Mann zieht es wohl zu Alemannia Aachen oder Rot-Weiss Essen.

Von Rene Wenzel
Keine Vertragsverlängerung: Simon Engelmann verlässt im Sommer den SC Verl. Wo es den Torjäger in der kommenden Saison hinzieht, ist noch offen. Großes Interesse am 26-Jährigen sollen Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen (Foto) haben.
Keine Vertragsverlängerung: Simon Engelmann verlässt im Sommer den SC Verl. Wo es den Torjäger in der kommenden Saison hinzieht, ist noch offen. Großes Interesse am 26-Jährigen sollen Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen (Foto) haben.

 »Ich habe noch keinen neuen Vertrag unterschrieben«, berichtet Engelmann, der aber bestätigt, dass er auch in der kommenden Spielzeit auf den SC Verl trifft. SCV-Präsident Raimund Bertels rechnet mit einem Wechsel zu einem der beiden angesprochenen Konkurrenten aus dem Westen. »Simon hat uns über diesen Schritt am Dienstag informiert. Natürlich hätten wir uns gefreut, wenn er geblieben wäre. Jetzt stecken wir in einer für uns bekannten Situation und müssen einen vernünftigen Ersatz finden. Kandidaten gibt es schon«, sagt der Vereinsboss.

 Dass Simon Engelmann den Verein nach zwei erfolgreichen Spielzeiten wieder verlässt, kommt auch für SCV-Trainer Andreas Golombek nicht ganz überraschend. »Wenn du 15 Tore in 28 Spielen schießt, weckst du Begehrlichkeiten bei den Top-Teams. In der letzten Saison war er ja auch nicht so schlecht (13 Tore in 31 Spielen, Anm. d. Red.). Simon bereitet auch viele Buden vor«, sagt der 46-Jährige, der ein gutes Händchen für den Angreifer beweist. »Simon ist einer der besten Fußballer, die ich je in Verl gesehen habe. Wir wissen aber auch, dass er nicht der fleißigste Kicker ist. Er hat das Potenzial, braucht aber einen Trainer der ihn auch mal in den Hintern tritt«, weiß Bertels.

Engelmann will sich vernünftig verabschieden

 Dass sich der 2013 aus Cloppenburg gekommene Engelmann vernünftig verabschieden möchte, ist auch den Verantwortlichen klar. Der Angreifer, der per Fernstudium auf dem Weg zum Wirtschaftswissenschaftler ist und kurz vor seiner Bachelorarbeit steht, hat noch einen Traum. »Wenn wir mit dem SC Verl den DFB-Pokal erreichen, wäre es ein perfekter Abschied. Zudem will ich der Mannschaft auch mit Toren in der Liga weiterhelfen«, sagt der 188 Zentimeter große Stürmer, der unter Golombek auch auf der rechten und linken Außenbahn eingesetzt worden ist. »Er hat die nötige Schnelligkeit. Simon wird aber nie ein Spieler sein, der im eigenen Sechzehner mal grätscht. Man muss ihn auch mal mit einem Platz auf der Bank provozieren«, berichtet der SCV-Coach.

 Wie sich der ehemalige Profi-Fußballer entscheiden würde, ob Aachen oder Essen, lässt er offen. »Man muss sich beide Seiten anhören. Was ich Simon raten würde? Beim SC Verl bleiben. Hier hat er einen Trainer, der weiß was er kann«, sagt Golombek, der Engelmann 20 Tore zutraut. Sechs Spiele hat er dazu noch Zeit. Und dann ist da ja noch das Westfalenpokal-Halbfinale gegen Drittligist Arminia Bielefeld am Dienstag, 5. Mai. Für Simon Engelmann wird es ein schwerer Abschied. »Ich hatte hier zwei super Jahre. Zu jedem Zeitpunkt habe ich mich wohlgefühlt. Ich weiß nicht, ob ich so etwas wie hier in Verl noch einmal erlebe. Ich vermisse sicher die super Truppe. So einen Zusammenhalt habe ich nur selten erlebt«, sagt Engelmann.

 In die 3. Liga zum VfL Osnabrück, der von seinem Ex-Trainer Maik Walpurgis trainiert wird, soll es nicht gehen. Denn bei den Sportfreunden Lotte, wo Engelmann in 48 Spielen lediglich sieben Tore erzielt hat, erreichte er unter Walpurgis keine gute Form. Seine Bilanz beim SC Verl, bei dem er auch in fünf Westfalenpokal-Spielen achtmal traf, liest sich deutlich besser. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Bomber, dessen Markwert laut transfermarkt.de bei 150000 Euro liegt, beim neuen Verein genau da weitermacht.

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