34:22 – Verl fügt Steinhagen verheerende Heimniederlage zu und springt auf Platz drei  30-minütiger Handball-Hurrikan 

Steinhagen (WB). Was war das denn? Einer der fürchterlichsten Handball-Hurrikans der vergangenen Jahre ist am Samstagabend über die Sporthalle am Cronsbach hinweggezogen und hat der Spvg. Steinhagen eine der schlimmsten Heimniederlagen der jüngeren Vereinsgeschichte zugefügt. Der Sturm dauerte nur 30 Minuten, hatte für die Gastgeber aber verheerende Ausmaße. Mit 34:22 (14:14) demütigte der TV Verl den verdutzten Nachbarn im Verbandsliga-Derby.

Von Dirk Heidemann
Da kann Sportvereinigung-Schlussmann Sebastian Brüggemeyer die Haxe noch so hochreißen, dieser Wurf von Sergej Braun sitzt. Nach einer bemerkenswerten zweiten Halbzeit gewinnt der TV Verl das Derby sensationell deutlich mit 34:22.
Da kann Sportvereinigung-Schlussmann Sebastian Brüggemeyer die Haxe noch so hochreißen, dieser Wurf von Sergej Braun sitzt. Nach einer bemerkenswerten zweiten Halbzeit gewinnt der TV Verl das Derby sensationell deutlich mit 34:22. Foto: Wolfgang Wotke

 »Die Jungs gehen jetzt feiern – und ich ins Bett«, sagte ein angesichts der Leistungsexplosion nach der Pause sichtlich überwältigter TVV-Trainer Sören Hohelüchter: »Das ist der Handball, wie ich ihn spielen will.« Seine Mannschaft überflügelte in der Tabelle Steinhagen und liegt nach der Niederlage der HSG Hüllhorst (21:29 gegen Meister Sundwig/Westig) auf Rang drei. Am kommenden Samstag kommt es in Verl zum direkten Duell mit der HSG.

 Der TVV ging bei der Sportvereinigung mit 2:0 in Führung, lag dann mit 2:3 (6.) hinten und lief nun permanent einem Rückstand hinterher. Vor allem die teilweise äußerst sehenswerten Anspiele von Lukas Schulz oder Christian Blankert auf Kreisläufer Kai Daniel Uhlemeyer konnten die Verler nicht unterbinden. Erst kurz vor der Pause brachte Sergej Braun die Gäste wieder in Front, wurde von Robin Kasper beim Gegenstoß zum 14:13 aber in die Bande geschubst – Rot für den Steinhagener, eine harte Entscheidung. Christian Blankert traf in Unterzahl zum 14:14-Halbzeitstand.

 »Es war schon im ersten Abschnitt so viel Potenzial bei uns da. Die vielen Lücken in der offensiven Abwehr der Steinhagener wurden aber nicht gesehen«, sagte Hohelüchter, der seine ohnehin schon hochmotiviert ins Derby gegangenen Spieler in der Kabine noch einmal einschwor: »Ich habe ihnen gesagt, dass sie ihre Fähigkeiten endlich erkennen müssen und im Angriff Geschwindigkeit aufnehmen sollen. Gegen eine Mannschaft, die nicht adäquat zurückläuft, müssen wir unser Tempo gnadenlos ausnutzen.«

 In der Tat lösten die Verler nun die Handbremse. Vorne ging die Post ab und hinten hielt der zuvor schon stark parierende Pascal Schmidt sein Niveau (insgesamt 16 Paraden), während Kollege Sebastian Brüggemeyer ebenso wie seine Vorderleute immer mehr abbaute. Auch der hochgelobte Schulz tauchte nun völlig ab, der gefrustete Jan-Phillip Lindemann stand mehrfach dicht vor einer Tätlichkeit. Steinhagen brauchte 16 Minuten für das erste Feldtor, ganze drei waren es nach 28 Minuten. Der TVV spielte sich hingegen in einen Rausch, Höhepunkt war der Trickwurf von Sergej Braun hinter seinem Rücken zum 32:21 (59.). Der Rest war kollektiver Jubel, 70 mitgereiste Verler feierten ihre Mannschaft frenetisch. »Ich bin super stolz, dass meine Jungs verstanden haben, was ich von ihnen will«, sagte Sören Hohelüchter.

 Der Verler Erfolg hatte viele Gesichter. Neben Schmidt glänzten die Außen Braun und Marc Bode, der eines seiner besten Spiele im TVV-Dress machte. Der selbstbewusst auftretende Leon Appelmann beeindruckte als sicherer Siebenmeter-Schütze, die sonst oftmals als Einzelkönner auftretenden Thomas Fröbel, Yannick Sonntag und Fabian Raudies stellten sich voll in den Dienst der Mannschaft. Tim Reithage organisierte in fast schon gewohnt souveräner Manier die Abwehr. Sonntag beendet den Derby-Samstag mit dem passenden Statement: »Saugeil – so muss es sein!«

 Spvg. Steinhagen:Brüggemeyer/Strakeljahn (ab 46.) - Uhlemeyer (7), C. Blankert (4), Schulz (4/3), Peperkorn (3/3), Lindemann (2), Kasper (1), Manning (1), P. Blankert, Fleiter, Henselewski, Rieks.

 TV Verl:Schmidt - Braun (7), Bode (6), Appelmann (6/4), Fröbel (4), Hesse (4), Sonntag (3), Raudies (3), Werning (1), Reithage, Zanghi.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.